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Notfälle

Die Tierärztinnen Dr. med. vet. FVH Susanne Bühlmann und Dr. med. vet. Danja Damaris Wiederkehr gehen nachfolgend auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen, Pferden und Nagern ein. Ihr Beitrag hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend erweitert. Auch ist es ihnen wichtig anzumerken, dass zu einer korrekten Einschätzung einer Notfallsituation sehr viele Umstände wichtig sind wie z.B. die genaue Beurteilung des Allgemeinzustandes anhand der Vitalparameter, Alter des Tieres, genaue Vorgeschichte (Anamnese).  Deshalb muss ein Notfall jedes Mal neu beurteilt werden. Dies setzt voraus, dass der Patient für eine genaue Beurteilung und für das Stellen einer (Verdachts-)diagnose von einer Fachperson untersucht werden muss.

Notfälle Hund

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Erbrechen

Erbrechen wird durch Stimulation des Brechzentrums im Gehirn ausgelöst. Die Stimuli können sehr vielfältig sein und müssen nicht unbedingt etwas mit dem Magen-/ Darmtrakt zu tun haben. Deshalb teilt man die Ursachen für das Erbrechen auch in gastrointestinale (= den Magen-/ Darmtrakt betreffende) und extragastrointestinale (= nicht den Magen-/ Darmtrakt betreffende) Krankheiten ein. Zudem kann Erbrechen plötzlich auftreten (=akutes Erbrechen) oder schon über längere Zeit bestehen (= chronisches Erbrechen). Es gibt viele harmlose Erkrankungen, die zu Erbrechen führen können. Sie benötigen keine weiteren Abklärungen. Es genügt meist schon, wenn man die Tiere für 12-24 Stunden fasten lässt, d.h. ihnen nichts zu Fressen gibt. Wasser soll zur Verfügung stehen. Danach sollten die Tiere mit etwas leicht Verdaulichem angefüttert werden.
Aber es kann sich auch um eine gefährlichere Krankheit handeln, die unbedingt einer Fachperson gezeigt werden sollte. In der Regel sind ein reduzierter Allgemeinzustand mit Fieber, Lustlosigkeit, schlechtem Appetit, Blutbeimengungen im Erbrochenen ein Alarmsignal, dass es sich um eine gravierendere Ursache für das Erbrechen handeln könnte.
Im Folgenden möchte ich vor allem auf Krankheiten des Magen-/ Darmtraktes (gastrointestinale Krankheiten), die zu Erbrechen führen, eingehen. 


Magen-/ Darmerkrankungen

- Fremdkörper/Darmverschluss:
Dies ist vor allem bei Junghunden eine häufige Ursache für akutes, seltener auch für chronisches Erbrechen. Oft kann man als Besitzer die Aufnahme von z.B. Spielzeugen, Holzstücken, Steinen, Maiskolben etc. beobachten, die dann später die Diagnose Fremdkörper/ Darmverschluss erleichtern. Häufig aber nehmen die Hunde unbeobachtet Gegenstände auf, was eine Diagnosestellung erschwert. Manchmal muss sogar der Bauch in einer Operation geöffnet werden (Probelaparatomie), um einen Fremdkörper sicher auszuschliessen oder dann auch zu Entfernen.
Eine genaue Abklärung bei Verdacht auf Fremdkörper ist deshalb sehr wichtig, weil ein Gegenstand bei der Darmpassage stecken bleiben und dann einen unter Umständen lebensgefährlichen Darmverschluss (Ileus) mit gravierenden Folgen verursachen kann.
Mögliche Hinweise für einen Darmverschluss durch einen Fremdkörper sind die Vorgeschichte (Anamnese), starkes Erbrechen, das nicht aufhört, wenig Kotabsatz und starke Bauchschmerzen bei deutlich reduziertem Allgemeinbefinden.
Ein Darmverschluss kann natürlich auch durch Prozesse, die von aussen auf den Darm drücken, stattfinden. Man muss dabei vor allem an Tumoren denken.

- Magendrehung (Magentorsion, Torsio vetriculi):
Dies ist wohl der bekannteste Notfall beim Hund. Ihn in diese Kategorie einzuordnen ist nicht ganz korrekt, weil ein Hund, dessen Magen vollständig gedreht ist, nicht mehr erbrechen kann. Nur bei einer partiellen Drehung ist Erbrechen noch möglich.
Diese Krankheit betrifft vor allem Hunde grosser Hunderassen. Der Magen dreht sich spontan um die eigene Achse (Volvolus) und schnürt somit Mageneingang (Kardia), sowie Magenausgang (Pylorus) ab. Es kommt zu einer massiven Dilatation des Magens mit Gas und einer massiven Beeinträchtigung des Kreislaufes. Der Magen muss innerhalb von 6-10 Stunden wieder mittels einer Operation in seine ursprüngliche Lage gebracht werden, sonst wird das Tier sterben.
Die typischen Symptome der Krankheit, die meist nach Futteraufnahme zum Teil in Verbindung mit Bewegung auftreten, sind massives Würgen und Speichelfluss, aber kein Erbrechen und ein vergrösserter Bauch.
Als Prophylaxe sollte darauf geachtet werden, dass Hunde nach der Futteraufnahme 1-2 Stunden Ruhe haben, und dass eher mehrere kleine Portionen gefüttert werden.

- Infektiöse Magendarmentzündung (Gastroenteritis):
Dabei handelt es sich um Infektionen des Magen-/ Darmtraktes mit Viren, Bakterien oder Parasiten.
Meistens kommt diese Krankheit zusammen mit oder nur als Durchfall vor. Der Verlauf kann von harmlos bis lebensbedrohlich variieren. Vor allem bei Jungtieren kann eine Virusinfektion z.B. mit Parvovirose oder Staupe tödlich verlaufen. Eine Impfung ist deshalb sehr wichtig.
Häufig sind auch Infektionen mit Parasiten, wobei Infektionen mit Rundwürmern (Ascariden), Bandwürmern (Cestoden) oder Einzellern (z.B. Giardien oder Kokkzidien) relativ häufig sind. Sie machen aber meist erst bei einem Massenbefall und vor allem bei sehr jungen Tieren Probleme, sind also selten ein Notfall.
Da aber gewisse parasitäre Krankheiten auch auf den Menschen übertragbar sind, ist eine regelmässige Entwurmung und/oder Kotuntersuchung sicher sinnvoll.
Zu erwähnen ist noch die Infektion mit Leptospiren, die in der letzten Zeit an Bedeutung zugenommen hat. Leptospirose ist eine bakterielle Infektion bei warmblütigen Tieren und beim Menschen. Hauptreservoir sind  Nagetiere. Sie scheiden das Bakterium aus und kontaminieren (= verunreinigen) damit die Umgebung, vor allem Gewässer. Unsere Hunde trinken dann aus diesen Gewässern und können sich mit dem Erreger anstecken.
Erbrechen ist nur eines der Symptome, die auftreten können. Eine schnelle Diagnosestellung und intensive Therapie ist von grosser Wichtigkeit. Eine Infektion mit Leptospiren muss als Notfall behandelt werden. Indem Sie verhindern, dass Ihr Hund zwischen Spätfrühling und Frühherbst in stehenden Gewässern badet oder daraus trinkt, reduzieren Sie die Chance, dass er mit allfällig vorhandenen Leptospiren in Kontakt kommt

- Akute Magenentzündung (Gastritis):
Diese ist beim Hund häufig diätetisch bedingt, d.h. durch Aufnahme von verdorbenem oder nicht artgerechtem Futter. Die Symptome können sehr akut auftreten und von einer relativ starken Störung des Allgemeinbefindens begleitet sein. Meistens beruhigen sich die Symptome nach 12-24 h Futterentzug. Wichtig ist, dass  bei länger anhaltendem Erbrechen ein möglicher Fremdkörper/ Darmverschluss ausgeschlossen wird.
Auf die akute Gastritis durch Aufnahme von Giften wird im Kapitel Vergiftungen näher eingegangen.

Notfälle Katze

Vergiftungen (Intoxikationen)
«Kippfensterkatzen»
Autounfälle «HBC = Hit by car»
Untere Harnwegserkrankung der Katze (FLUTD=Feline Lower Urinary Tract Disease)
  

Notfälle Pferd

Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt)
Respirationstrakt
Bewegungsapparat
Verletzungen
Vergiftungen
Anderes

Notfälle Nager

MEERSCHWEINCHEN: Allgemeines/Haltung
MEERSCHWEINCHEN: Erkrankungen der Verdauungsorgane (Magen-Darmtrakt, Zähne)
MEERSCHWEINCHEN: Respirationstrakt (Atemapparat)
MEERSCHWEINCHEN: Harnorgane
MEERSCHWEINCHEN: Augen und Ohren
MEERSCHWEINCHEN: Muskel-/Skelettsystem
MEERSCHWEINCHEN: Haut
MEERSCHWEINCHEN: Krallen
MEERSCHWEINCHEN: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
KANINCHEN: Allgemeines: Haltung und Fütterung
KANINCHEN: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
KANINCHEN: Zahnprobleme
KANINCHEN: Kaninchenschnupfen
KANINCHEN: Myiasis (Fliegenmadenbefall)
RATTE: Allgemeines/Haltung
RATTE: Neoplasien (Tumore)
RATTE: Erkrankung des Respirationstrakts
RATTE: Erkrankungen der Verdauungsorgane
CHINCHILLA: Allgemeines/Haltung
CHINCHILLA: Zahnprobleme
CHINCHILLA: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
CHINCHILLA: Krämpfigkeit/ Krämpfe