Notfälle
Notfälle Hund
| Vergiftungen (Intoxikationen) |
Die meisten Vergiftungsfälle werden von Substanzen, die im eigenen Haushalt aufgenommen worden sind, oder sogar von den Besitzern selber verabreicht wurden, verursacht. Besteht der Verdacht für eine Vergiftung, sollte das Tier möglichst schnell in eine tierärztliche Praxis gebracht werden. Die verdächtige Giftquelle (mit Verpackung) sollte auch mitgebracht werden, sowie auch angefressenes oder erbrochenes Material, am besten in einem Plastiksack verpackt. Die Identifikation eines Giftes post mortem (nach dem Tod) ist sehr schwierig bis unmöglich und daher sehr teuer.
Die Behandlung besteht in der Regel darin, die Tiere zum Erbrechen zu bringen. Danach wird ihnen Kohle verabreicht. Die weiteren Massnahmen: - Magenspülungen - evtl. Dauernarkose - antitoxische Injektionen und Infusionen (richten sich nach der Schwere der Symptome) Verbreitet sind Vergiftungen durch Ratten- und Mäusegift. Diese Gifte enthalten Cumarin, das die Blutgerinnung stört und als Folge davon zu inneren Blutungen führt. Erste Symptome sind Müdigkeit, schwankender Gang und ein beschleunigter Puls. In der Folge kommt es zu häufigem Erbrechen und mit Blut vermischtem Durchfall. Häufig wird auch das Gift Metaldehyd (kurz: "Meta") eingesetzt, das in Brennstofftabletten und gewissen Schneckengiften enthalten ist. Erste Symptome sind ein immer stärkeres Vibrieren der Tasthaare, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, später Krämpfe am ganzen Körper. Das Bewusstsein und auch die Reflexe sind gestört. Wenn ein Hundevergifter in der Region sein Unwesen treibt, sollten die Halter ihre Tiere am besten anleinen. Wenn sich ein Tier schwer kontrollieren lässt, kann auch der vorübergehende Einsatz eines Maulkorbs sinnvoll sein. Falls der Hund dennoch etwas Unbekanntes frisst und Vergiftungssymptome zeigt, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
Tel: 145 (Notfälle Schweiz), 044 251 51 51 (Notfälle Ausland) Internet: http://www.toxi.ch
Tel: 044 635 87 78 Internet: http://www.vetpharm.unizh.ch |
| Bissverletzungen |
Viele Bissverletzungen sind relativ ungefährlich und werden von selber abheilen. Gefährlich sind z.B. Verletzungen im Bereich des Brustraumes vor allem bei kleinen Hunden. Es besteht die Gefahr, dass die Brustwand eröffnet wird, und der Hund Atemnot bekommt, weil er nicht mehr gut atmen kann. Natürlich sind auch Verletzungen von grösseren Gefässen, der Augen oder der Luftröhre gefährlich und gehören sofort in die Hände einer Fachperson. Die Ausmasse eines Bisses sind oft schwierig festzustellen, wenn man an der verletzten Stelle die Haare nicht wegrasiert. Noch Tage später kann ein nicht entdeckter Biss zu einer Abszessbildung führen. Generell gilt, dass je früher ein Biss behandelt wird, desto geringer das Risiko für eine Verschmutzung (Kontamination) ist. |
| Unfälle |
Immer wieder kommt es leider vor, dass Hunde in Autounfälle verwickelt werden. Das Ausmass der Verletzung kann von leichtgradig bis lebensgefährlich variieren. Es ist sicher sinnvoll, nach einem Autounfall eine Fachperson aufzusuchen. Viele Verletzungen wie zum Beispiel Blasenriss, Milzriss und Zwerchfellsriss sind von aussen nicht sichtbar und müssen mittels bildgebender Diagnostik (Ultraschall, Röntgen) diagnostiziert werden. Auch können die Tiere auf Grund eines Schockes (= akutes lebensgefährliches Versagen des Kreislaufes z.B. auf Grund von Blutverlust nach aussen oder in die Körperhöhlen) sterben. Falls ihr Hund in einen Autounfall verwickelt werden sollte, sind folgende Punkte wichtig: - Es sollte versucht werden, weitere Unfälle zu verhindern, indem das Gebiet um den Unfall gut gesichert wird. - Wir müssen damit rechnen, dass verletzte Tiere grosse Schmerzen haben. Sie befinden sich in einem Ausnahmezustand und können auch einmal Beissen. Durch Anlegen einer Maulbinde (z.B. Mullbinde aus Autoapotheke) können wir uns vor Bissen schützen. - Die Maulhöhle sollte frei von Sekreten (Blut, Erbrochenes) sein und die Atmung ungehindert möglich sein. Durch vorsichtiges Vorlagern der Zunge kann man einer Atemnot entgegenwirken. - Wunden und/ oder vorgefallene Organe sollten mit sauberen feuchten Tüchern geschützt werden. - Starke Blutungen sollten mit Druckverbänden gestoppt werden. |
| Hitzschlag |
In den warmen Sommermonaten gewinnt dieses Thema wieder an Bedeutung. Bei Tieren, die sich über längere Zeit in erhöhten Aussentemperaturen aufhalten, erhöht sich die Körpertemperatur, die normalerweise bei einem Hund zwischen 38-39°C liegt, auf 41-43°C. Risikofaktoren für einen Hitzschlag bestehen z.B., wenn die Hunde bei sehr warmen Temperaturen im Auto eingesperrt werden oder auch wenn sie in der Hitze Hochleistungen, wie zum Beispiel das Rennen neben dem Fahrrad, vollbringen müssen. Durch komplexe Vorgänge im Körper wird eine Vielzahl von lebensgefährlichen Prozessen ausgelöst, die zum Tod des Hundes führen können. Bei Verdacht auf Hitzschlag muss der Hund so schnell wie möglich zu einer Fachperson gebracht werden. Es muss auch sofort versucht werden, die Körpertemperatur zu senken. Dies lässt sich durch das Unterbringen an einen kühlen Ort, das Einschlagen in nasse kühle Tücher und das vorsichtige Abbrausen mit kaltem Wasser bewerkstelligen. |
| Erbrechen |
Erbrechen wird durch Stimulation des Brechzentrums im Gehirn ausgelöst. Die Stimuli können sehr vielfältig sein und müssen nicht unbedingt etwas mit dem Magen-/ Darmtrakt zu tun haben. Deshalb teilt man die Ursachen für das Erbrechen auch in gastrointestinale (= den Magen-/ Darmtrakt betreffende) und extragastrointestinale (= nicht den Magen-/ Darmtrakt betreffende) Krankheiten ein. Zudem kann Erbrechen plötzlich auftreten (=akutes Erbrechen) oder schon über längere Zeit bestehen (= chronisches Erbrechen). Es gibt viele harmlose Erkrankungen, die zu Erbrechen führen können. Sie benötigen keine weiteren Abklärungen. Es genügt meist schon, wenn man die Tiere für 12-24 Stunden fasten lässt, d.h. ihnen nichts zu Fressen gibt. Wasser soll zur Verfügung stehen. Danach sollten die Tiere mit etwas leicht Verdaulichem angefüttert werden. Aber es kann sich auch um eine gefährlichere Krankheit handeln, die unbedingt einer Fachperson gezeigt werden sollte. In der Regel sind ein reduzierter Allgemeinzustand mit Fieber, Lustlosigkeit, schlechtem Appetit, Blutbeimengungen im Erbrochenen ein Alarmsignal, dass es sich um eine gravierendere Ursache für das Erbrechen handeln könnte. Im Folgenden möchte ich vor allem auf Krankheiten des Magen-/ Darmtraktes (gastrointestinale Krankheiten), die zu Erbrechen führen, eingehen. Magen-/ Darmerkrankungen - Fremdkörper/Darmverschluss: Dies ist vor allem bei Junghunden eine häufige Ursache für akutes, seltener auch für chronisches Erbrechen. Oft kann man als Besitzer die Aufnahme von z.B. Spielzeugen, Holzstücken, Steinen, Maiskolben etc. beobachten, die dann später die Diagnose Fremdkörper/ Darmverschluss erleichtern. Häufig aber nehmen die Hunde unbeobachtet Gegenstände auf, was eine Diagnosestellung erschwert. Manchmal muss sogar der Bauch in einer Operation geöffnet werden (Probelaparatomie), um einen Fremdkörper sicher auszuschliessen oder dann auch zu Entfernen. Eine genaue Abklärung bei Verdacht auf Fremdkörper ist deshalb sehr wichtig, weil ein Gegenstand bei der Darmpassage stecken bleiben und dann einen unter Umständen lebensgefährlichen Darmverschluss (Ileus) mit gravierenden Folgen verursachen kann. Mögliche Hinweise für einen Darmverschluss durch einen Fremdkörper sind die Vorgeschichte (Anamnese), starkes Erbrechen, das nicht aufhört, wenig Kotabsatz und starke Bauchschmerzen bei deutlich reduziertem Allgemeinbefinden. Ein Darmverschluss kann natürlich auch durch Prozesse, die von aussen auf den Darm drücken, stattfinden. Man muss dabei vor allem an Tumoren denken. - Magendrehung (Magentorsion, Torsio vetriculi): Dies ist wohl der bekannteste Notfall beim Hund. Ihn in diese Kategorie einzuordnen ist nicht ganz korrekt, weil ein Hund, dessen Magen vollständig gedreht ist, nicht mehr erbrechen kann. Nur bei einer partiellen Drehung ist Erbrechen noch möglich. Diese Krankheit betrifft vor allem Hunde grosser Hunderassen. Der Magen dreht sich spontan um die eigene Achse (Volvolus) und schnürt somit Mageneingang (Kardia), sowie Magenausgang (Pylorus) ab. Es kommt zu einer massiven Dilatation des Magens mit Gas und einer massiven Beeinträchtigung des Kreislaufes. Der Magen muss innerhalb von 6-10 Stunden wieder mittels einer Operation in seine ursprüngliche Lage gebracht werden, sonst wird das Tier sterben. Die typischen Symptome der Krankheit, die meist nach Futteraufnahme zum Teil in Verbindung mit Bewegung auftreten, sind massives Würgen und Speichelfluss, aber kein Erbrechen und ein vergrösserter Bauch. Als Prophylaxe sollte darauf geachtet werden, dass Hunde nach der Futteraufnahme 1-2 Stunden Ruhe haben, und dass eher mehrere kleine Portionen gefüttert werden. - Infektiöse Magendarmentzündung (Gastroenteritis): Dabei handelt es sich um Infektionen des Magen-/ Darmtraktes mit Viren, Bakterien oder Parasiten. Meistens kommt diese Krankheit zusammen mit oder nur als Durchfall vor. Der Verlauf kann von harmlos bis lebensbedrohlich variieren. Vor allem bei Jungtieren kann eine Virusinfektion z.B. mit Parvovirose oder Staupe tödlich verlaufen. Eine Impfung ist deshalb sehr wichtig. Häufig sind auch Infektionen mit Parasiten, wobei Infektionen mit Rundwürmern (Ascariden), Bandwürmern (Cestoden) oder Einzellern (z.B. Giardien oder Kokkzidien) relativ häufig sind. Sie machen aber meist erst bei einem Massenbefall und vor allem bei sehr jungen Tieren Probleme, sind also selten ein Notfall. Da aber gewisse parasitäre Krankheiten auch auf den Menschen übertragbar sind, ist eine regelmässige Entwurmung und/oder Kotuntersuchung sicher sinnvoll. Zu erwähnen ist noch die Infektion mit Leptospiren, die in der letzten Zeit an Bedeutung zugenommen hat. Leptospirose ist eine bakterielle Infektion bei warmblütigen Tieren und beim Menschen. Hauptreservoir sind Nagetiere. Sie scheiden das Bakterium aus und kontaminieren (= verunreinigen) damit die Umgebung, vor allem Gewässer. Unsere Hunde trinken dann aus diesen Gewässern und können sich mit dem Erreger anstecken. Erbrechen ist nur eines der Symptome, die auftreten können. Eine schnelle Diagnosestellung und intensive Therapie ist von grosser Wichtigkeit. Eine Infektion mit Leptospiren muss als Notfall behandelt werden. Indem Sie verhindern, dass Ihr Hund zwischen Spätfrühling und Frühherbst in stehenden Gewässern badet oder daraus trinkt, reduzieren Sie die Chance, dass er mit allfällig vorhandenen Leptospiren in Kontakt kommt - Akute Magenentzündung (Gastritis): Diese ist beim Hund häufig diätetisch bedingt, d.h. durch Aufnahme von verdorbenem oder nicht artgerechtem Futter. Die Symptome können sehr akut auftreten und von einer relativ starken Störung des Allgemeinbefindens begleitet sein. Meistens beruhigen sich die Symptome nach 12-24 h Futterentzug. Wichtig ist, dass bei länger anhaltendem Erbrechen ein möglicher Fremdkörper/ Darmverschluss ausgeschlossen wird. Auf die akute Gastritis durch Aufnahme von Giften wird im Kapitel Vergiftungen näher eingegangen. |
Notfälle Katze
| Vergiftungen (Intoxikationen) |
Die meisten Vergiftungsfälle werden von Substanzen, die im eigenen Haushalt aufgenommen worden sind, oder sogar von den Besitzern selber verabreicht wurden, verursacht. Besteht der Verdacht für eine Vergiftung, sollte das Tier möglichst schnell in eine tierärztliche Praxis gebracht werden. Die verdächtige Giftquelle (mit Verpackung) sollte auch mitgebracht werden, sowie auch angefressenes oder erbrochenes Material, am besten in einem Plastiksack verpackt. Die Identifikation eines Giftes post mortem (nach dem Tod) ist sehr schwierig bis unmöglich und daher sehr teuer.
- Magenspülungen - evtl. Dauernarkose - antitoxische Injektionen und Infusionen (richten sich nach der Schwere der Symptome) Verbreitet sind Vergiftungen durch Ratten- und Mäusegift. Diese Gifte enthalten Cumarin, das die Blutgerinnung stört und als Folge davon zu inneren Blutungen führt. Erste Symptome sind Müdigkeit, schwankender Gang und ein beschleunigter Puls. In der Folge kommt es zu häufigem Erbrechen und mit Blut vermischtem Durchfall. Häufig wird auch das Gift Metaldehyd (kurz: "Meta") eingesetzt, das in Brennstofftabletten und gewissen Schneckengiften enthalten ist. Erste Symptome sind ein immer stärkeres Vibrieren der Tasthaare, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, später Krämpfe am ganzen Körper. Das Bewusstsein und auch die Reflexe sind gestört. Falls die Katze etwas Unbekanntes frisst und Vergiftungssymptome zeigt, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Notfallauskunft: Tel: 145 (Notfälle Schweiz), 044 251 51 51 (Notfälle Ausland) Internet: http://www.toxi.ch/
Tel: 044 635 87 78 Internet: http://www.vetpharm.unizh.ch/ |
| «Kippfensterkatzen» |
Katzen, die nach draussen drängen, versuchen dies auch durch ein gekipptes Fenster, wenn dies die einzige Möglichkeit darstellt. Beim Hindurchquetschen rutscht die Katze nach unten und bleibt meistens so ungünstig hängen, dass sie sich ohne fremde Hilfe nicht mehr befreien kann. Durch ihre Befreiungsversuche verkeilen sich die Katzen häufig noch tiefer im Fensterspalt. Die Katzen bleiben oft mehrere Stunden eingeklemmt, bis sie vom Besitzer gefunden werden. Die Katzen stehen häufig unter Schock und die Hintergliedmassen sind kalt und schlaff, weil sie nicht mehr von Blut versorgt wurden. Katzen mit dieser Symptomatik müssen sofort einer Fachperson vorgestellt werden. Wenn sie innerhalb von 48 Stunden nicht auf eine Therapie ansprechen, ist die Prognose sehr ungünstig und die Tiere müssen evtl. eingeschläfert (euthanasiert) werden. |
| Autounfälle «HBC = Hit by car» |
Immer wieder kommt es leider vor, dass auch Katzen in Autounfälle verwickelt werden. Häufig werden diese vom Besitzer nicht bemerkt, da sich die Katzen frei bewegen. Bei einer Freiläuferkatze, die mehrere Tage nicht mehr zu Hause war, oder die sich plötzlich „merkwürdig" benimmt, liegt der Verdacht nahe, dass sie eine Begegnung mit einem Auto hatte. Häufig stellt man auch bei näherem Betrachten der Pfoten gesplitterte Krallen fest. Das Ausmass der Verletzung kann von leichtgradig bis lebensgefährlich variieren. Es ist sicher sinnvoll, nach einem Autounfall eine Fachperson aufzusuchen. Viele Verletzungen wie zum Beispiel Blasenriss, Milzriss und Zwerchfellriss sind von aussen nicht sichtbar und müssen mittels bildgebender Diagnostik (Ultraschall, Röntgen) diagnostiziert werden. Auch können die Tiere auf Grund eines Schockes (= akutes lebensgefährliches Versagen des Kreislaufes z.B. auf Grund von Blutverlust nach aussen oder in die Körperhöhlen) sterben. Bei Katzen ist häufig das Becken verletzt, was zu einer Verletzung der Nerven führen kann, so dass die Katzen Probleme beim Urin absetzen bekommen können, was für sie lebensgefährlich ist. Auch erleiden sie häufig Verletzungen oder stumpfe Schläge (Trauma) am Kopf, was zu einem lebensgefährlichen Schädel-Hirntrauma und zum Tode führen kann.Sonst gilt natürlich wie auch beim Hund, dass sich verletzte Katzen in einem Ausnahmezustand befinden und bei Berührung mit Beissen oder Kratzen reagieren können. Auch sollten bei Katzen offensichtliche Blutungen mit Druckverbänden gestoppt werden und Wunden/ vorgefallene Organe mit feuchten Tüchern geschützt werden. |
| Untere Harnwegserkrankung der Katze (FLUTD=Feline Lower Urinary Tract Disease) |
FLUTD ist eine Erkrankung der unteren Harnwege der Katze. Es kommen verschiedene Ursachen für FLUTD in Frage. In den meisten Fällen ist es eine gutartige Entzündung der ableitenden Harnwege, die mit der interstitiellen Blasenentzündung (Cystitis) beim Menschen vergleichbar ist. Als andere mögliche Ursachen kommen Harnsteine, Bakterien, Tumoren oder auch parasitäre Erkrankungen in Frage. Was eine FLUTD zu einem Notfall macht, ist die Tatsache, dass auf Grund von Harnsteinen/ -sediment, Entzündungsprodukten oder Blut die Harnröhre vollständig verstopfen kann (Obstruktion) und die Katzen keinen Urin mehr absetzen können. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, da massive Elektrolytverschiebungen im Körper stattfinden und die Katze wichtige Giftstoffe nicht mehr ausscheiden kann. FLUTD gibt es sowohl bei männlichen, als auch bei weiblichen Katzen, nur handelt es sich bei der weiblichen Katze nicht um einen lebensbedrohlichen Zustand, da ihre Harnröhre nicht verstopfen kann, da diese viel breiter ist als beim Kater. Prädisponierende Faktoren für eine FLUTD sind: - Uebergewichtige Kater, die sich wenig oder nur im Haus bewegen - Zu wenige oder schmutzige Katzenkistchen - Trockenfutter/ verminderte Flüssigkeitsaufnahme - Stress (Aenderungen im „Katzenalltag", wie z.B. eine neue Katze) Für den Besitzer ist es entscheidend, dass er die Symptome einer FLUTD frühzeitig erkennt und vor allem bei einem vollständigen Verschluss der Harnröhre schnell reagieren kann. Wichtige Symptome bei einer Erkrankung mit FLUTD sind: - häufiges Absetzen von kleinen Mengen Harn (Pollakisurie), Schmerzäusserungen beim Urinieren und Blut im Urin (Hämaturie). Darüber hinaus urinieren Wohnungskatzen häufig ausserhalb der Katzentoilette - Lecken an der Penisspitze; diese kann dadurch auch gerötet sein - In einem fortgeschrittenen Stadium Apathie, Schmerzäusserungen, evtl. Erbrechen. Beim Feststellen dieser Symptome bei einem Kater ist sicher das Aufsuchen von einer Fachperson ratsam, damit diese feststellen kann, ob die Katze noch Harn absetzen kann. |
Notfälle Pferd
| Gastrointestinaltrakt (Magen-Darm-Trakt) |
Kolik (Notfall): Tier zeigt Schmerzen, scharrt, tritt gegen Bauch und/oder wälzt sich. Die Ursachen sind vielfältig, wie zum Beispiel Falschlagerung oder Verdrehung des Darmes intraabdominal (=im Bauch) oder Verlegung des Darmes durch einen Fremdkörper. Je nach Ursache kann eine alternative Therapie genügen - oder aber es braucht eine Operation, um das Problem zu beheben. Eine Kolik ist ein absoluter Notfall!!!!! und sollte so schnell wie möglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Durchfall: Durchfall hat viele verschiedene Ursachen wie z.B. verdorbenes oder falsches Futter, Parasiten (Würmer), Infektionen mit Bakterien oder Pilzen usw. Solange das Tier munter ist, sind Durchfallerkrankungen keine Notfälle und klingen oft nach ein paar Tagen wieder ab. Bei längerdauerndem Auftreten und Verschlechterung des Allgemeinbefindens, wie auch in Begleitung von Fieber, sollte unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden. Das Tier sollte beim Auftreten von Durchfall gut beobachtet werden. Erbrechen: Pferde können nicht erbrechen, was unter Umständen zu einer Magenüberladung (Notfall) führen kann, die sich mit Koliksymptomen (siehe oben) äussert. |
| Respirationstrakt |
Infektionen der oberen und unteren Atemwege: Meistens infektiöses Geschehen, an welchem verschiedene Keime beteiligt sein können (Bakterien, Pilze), aber auch Erkrankungen ohne erkennbare Ursache sind möglich (COPD=chronic obstructive pulmonary disease). Symptome sind Husten, Nasenausfluss und manchmal Fieber. Auch hier sind erste mildere Anzeichen kein Notfall. Das Tier sollte geschont und auf keinen Fall geritten werden. Bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes Tierarzt aufsuchen. Blutiger Nasenausfluss kann verschiedene Ursachen haben und ist bei massenhafter, unstillbarer Blutung ein Notfall, da das Pferd bei Verletzung eines grösseren Blutgefässes verbluten kann (z.B. bei Luftsackmykose). Roarer: Schnarchendes Geräusch bei Anstrengung, Entstehung durch Lähmung der Aryknorpel. Kein Notfall. Bei häufigem Auftreten Tierarzt aufsuchen. Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen): Infektionen, Verletzungen von aussen oder im Maulraum, auch mit Beteiligung der Zähne. Tierarzt aufsuchen. |
| Bewegungsapparat |
Lahmheiten: Vielfältige Ursachen. Generell gilt, bei Lahmheit Tierarzt aufsuchen: - Kreuzschlag: Muskelschaden durch energiereiche Fütterung nach längeren Arbeitspausen. Symptome sind Schwitzen, Stehen bleiben, steife Hinterhand. Ähnliche Symptome auch bei Vitamin E-/Selen-Mangel. Um eine langfristige Schädigung der Muskulatur zu verhindern, Tier auf keinen Fall antreiben. Tierarzt konsultieren. - Veränderungen an Extremitäten: Vielfältig: Sehnenentzündungen, Verletzungen (Brüche, offene Verletzungen -> siehe Verletzungen), Fehlstellungen, Gelenksentzündungen usw. Bei Nichtbelasten der Extremität: Notfall!! - Hufrehe: Entzündung der Huflederhaut, mit Ablösung der Hornkapsel von der Lederhaut. In extremen Fällen „Ausschuhen" (=vollständiges Ablösen der Hornkapsel des Zehenendorganes) möglich. Ursache ist eine Störung der Mikrozirkulation des Blutes, ausgelöst durch Belastung, falsche Fütterung (zu viele Kohlenhydrate), nach dem Gebären, aber auch durch Vergiftung mit Unkraut- oder Insektenvernichtern, gewissen Pflanzen oder Medikamenten. Tierarzt aufsuchen. |
| Verletzungen |
Nageltritt/Gabelstich und andere tiefe Verletzungen mit Blutungen: Sind ein Notfall, da immer Infektionsgefahr und damit Sepsisgefahr (=Blutvergiftung) besteht. Blutstillung nötig. Bei sehr starker Blutung Schockgefahr. Wenn möglich Druckverband anlegen. Tierarzt rufen. Oberflächliche Verletzungen mit leichter Blutung: Können gut mit Desinfektionsmitteln und Verbänden behandelt werden und müssen bei guter Heilung nicht unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Allgemein gilt aber bei Verletzungen: lieber zu früh als einmal zu spät zum Tierarzt. Brüche: Sind immer ein Notfall, da Pferd auch im Stehen schläft. Wichtig: Pferd für Transport gut fixieren, damit nicht noch Folgeschäden oder weitere Verletzungen durch den Transport entstehen. Tierarzt vor Transport beiziehen. |
| Vergiftungen |
Kommen bei Pferden auf der Weide selten vor, da sie bei genügendem Futterangebot sehr selektiv mit der Nahrungsaufnahme sind und in der Regel keine giftigen Pflanzen freiwillig essen. Vorsicht geboten ist bei Silage- und Heufütterung sowie auch bei gehäxelten Gartenabfällen/Zierpflanzen als Einstreu. Einige Giftpflanzen sind auch im getrockneten Zustand hochgiftig. Zwei Beispiele: Eibe: hochgiftig, alle Pflanzenanteile. Das Gift der Eibe wirkt tödlich!!!!!!!! Thuja: Symptome sind Magen-Darm-Beschwerden, Krämpfe, Leber- und Nierenschädigungen mit erhöhtem Harnvolumen aber geringerem und häufigerem Harnabsatz. (Andere Beispiele wären Adlerfarn (hochgiftig, alle Pflanzenanteile. Vergiftung beim Pferd durch eine Vitamin B1 zerstörende Wirkung des Enzyms Thiaminase, was zu zentralnervösen und motorischen Störungen führt) und Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobea) sowie andere Kreuzkrautarten (hochgiftig, vor allem junge Pferde sind betroffen. Zeigt sich durch schwere Leberschädigung, aber auch mit Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Krämpfe.) Vergiftungen mit den beiden Pflanzen kommen jedoch eher selten vor. ) Nachdem ein Pferd eine Vergiftung überstanden hat, frisst es in der Regel das dafür ursprünglich verantwortliche Futter nicht mehr. Achtung auch bei verdorbenem Futter: z.B. bei Bildung von Pilzarten in nass gelagertem Futter (Silage). |
| Anderes |
Tetanus und Botulimus werden ausgelöst durch Toxine von Boden- oder Fäulnisbakterien (Clostridien), die bei Vermehrung im Körper freigesetzt werden. Tetanus: Pferde sind sehr empfindlich auf Tetanus und werden daher normalerweise geimpft. Dennoch kommt es vor, dass bei Hobbyhaltung, speziell von Ponys und Eseln, die Impfung vergessen wird. Tetanus ist ein Notfall!!! Symptome sind starke Krämpfe. Botulismus: Schlaffe Lähmung und Schluckbeschwerden. Wird durch Futter und eventuell durch Wasser aufgenommen. Meist, wenn aus Versehen Kadaver (Ratten, Mäuse) ins Heu oder die Silage gelangen und dort mitgelagert werden. Notfall!! |
Notfälle Nager
MEERSCHWEINCHEN: Krallen
Zu lange oder eingewachsene Krallen entstehen durch mangelnde Abnutzung aufgrund von Bewegungs- und Beschäftigungsmangel. Deshalb ist es wichtig, dass die Tiere nicht alleine gehalten werden und auch ein genügend abwechslungsreiches Gehege haben.
