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Tipps für Hunde-Spaziergänger/innen

Spaziergänger-Fibel - so wird der Spaziergang mit
Tierheim-Hunden zum Spass für Mensch und Tier


Welche Kommandos, Abläufe und Aktionen auf solchen Touren durch die Natur Sinn machen, und was den Tier-Waisen sogar schaden könnte hat die Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz in ihrem Leitfaden „Spaziergänger-Fibel" festgehalten. In der 14-seitigen Broschüre finden Hundefreunde eine Anleitung zum geregelten Umgang mit Tierheimhunden und Richtlinien dafür, wie solche Spaziergänge in den meisten Tierheimen gehandhabt werden.

So wird der Spaziergang mit Tierheim-Hunden zum Spass für Mensch und Tier

Vielen herzlichen Dank, dass Sie Ihre Freizeit dafür einsetzen, mit einem Tierheimhund spazieren zu gehen.

Zum einen erhalten die heimatlosen Vierbeiner auf diese Weise Abwechslung und Bewegung, zum andern sind diese Spaziergänge aber auch wichtige Phasen, in denen sie von Menschen nur Gutes erfahren sollen und wichtige Abläufe mit auf ihren weiteren Weg bekommen können.

Dieses Ziel erreichen wir alle gemeinsam, in dem wir einige Regeln befolgen und dieselben Worte und Kommandos verwenden.

Es ist deshalb zum Besten der Tierheimhunde, wenn Sie sich an unsere Spaziergängerfibel halten.

Wir danken Ihnen im Namen der Heim-Hunde herzlich dafür!

Check-Liste für HundespaziergängerInnen

Damit alles ohne Probleme abläuft, haben wir eine Check-Liste erstellt, die Sie bitte immer einhalten:

Vor dem Spaziergang (Punkte 1 und 2 sind vom Tierheim auszufüllen)

  1. Sie haben die Möglichkeit, jeweils an folgenden Wochentagen: _______________von _______ bis _________ Uhr und von ______ bis _______ Uhr mit den heimatlosen Hunden spazieren zu gehen.
  2. Bitte seien Sie bis spätestens __________ Uhr mit Ihrem Schützling im Tierheim zurück.
  3. Bitte teilen Sie dem Tierheim mit, um welche Zeit Sie den Vierbeiner wieder zurück ins Heim bringen werden. Allfällige Interessenten, die sich für diesen Hund interessieren, können so darüber informiert werden, um welche Zeit das Tier wieder im Heim anzutreffen ist.
  4. Immer die Tierheimlelitung oder die Tierpfleger um einen Hund bitten, niemals selber einen aus der Box oder dem Auslauf nehmen.
  5. Fragen Sie die Tierheimleitung oder die Tierpfleger nach dem Namen des Hundes und allfälligen Eigenheiten oder „Mödeli".
  6. Decken Sie sich mit RobiDog-Säcken und Hundeguetslis ein. Bitte bei übergewichtigen Hunden äusserst sparsam mit den Hundeguetslis umgehen.
  7. Überprüfen Sie den Sitz des Halsbandes. Zwei Finger sollten noch zwischen Halsband und Hundehals Platz finden. Der Hund darf nicht rausschlüpfen können.
  8. Wenn Sie mit einem Hund nicht klar kommen oder ein ungutes Gefühl haben: kein Problem! Bitten Sie die Tierheimleitung oder die Tierpflege um einen anderen Vierbeiner, den Sie ausführen können.
  9. Autofahren, Restaurant-Besuche etc. sind für viele Hunde etwas Neues. Solche Unternehmungen bitte nur in Absprache mit der zuständigen Tierpflege unternehmen.

Auf dem Spaziergang
Mit der Leine übergibt Ihnen das Tierheim auch die Verantwortung für ein Hundeleben. Es liegt an Ihnen, in den nächsten Minuten oder Stunden dafür zu sorgen, dass weder Mensch noch Tier durch eine Unachtsamkeit zu Schaden kommen können.

  1. Niemals einen Hund von der Leine lassen! Die Hunde kennen Sie nicht und Sie kennen die Hunde nicht.
  2. Falls Sie eine Auszugleine benutzen: Machen Sie sich vor dem Spaziergang mit den Eigenheiten dieser betreffenden Leine vertraut. Es gibt verschiedene Produkte, die auch unterschiedlich funktionieren. Führen Sie den Hund an der Strasse immer kurz.
  3. Leine festhalten: Ihr Vierbeiner kann jederzeit etwas Interessantes entdecken und darauf zu rennen wollen. Die Leine müssen Sie auch in einem unerwarteten Moment fest in der Hand halten.
  4. Nehmen Sie bitte keine weiteren Hunde mit auf den Spaziergang (den eigenen, den von Freunden etc.).
  5. Verzichten Sie auf dem Spaziergang auf Erziehungsmassnahmen und gönnen Sie sich und dem Hund einfach etwas Spass und Freude.
  6. Bitte Hundekot überall aufnehmen und die Säckli verknotet in die dafür vorgesehenen RobiDog-Kästen einwerfen.
  7. Überfordern Sie Ihren Schützling nicht und beachten Sie seine Konstitution: Hitze, Kälte, Grösse, Alter, Übergewicht und auch Kondition müssen auf einem Spaziergang beachtet werden.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihren Einsatz und wünschen Ihnen viel Spass!

Nach dem Spaziergang
Den Hund der Tierheimleiterin oder der Tierpflegerin zurückgeben. Bitte erzählen Sie spezielle Erlebnisse oder auffällige Verhaltensweisen des Hundes während des Spazierganges der Tierpflegerin. Je mehr wir über den Hund erfahren, desto einfacher wird es für uns, das ideale neue Zuhause für ihn zu finden

Der Hundename
Es ist schön, wenn Sie Ihren Spazier-Gast beim Namen nennen. Es macht aber keinen Sinn, seinen Namen alle paar Sekunden zu rufen oder gar den Namen anstelle von Kommandos zu nennen.
Wenn Sie zehn Mal „Hasso" gesagt haben, weiss Hasso deshalb immer noch nicht, was Sie eigentlich von ihm wollen, aber er ahnt vermutlich schon, dass es nicht viel Sinn macht, auf Sie zu hören.

Kommandos
„Fuss", „Platz" und „Apport" sind Kommandos aus dem Hundesport gemäss Prüfungsordnung und beinhalten einen ganz genauen Ablauf. Überlassen Sie diese Kommandos dem zukünftigen neuen Hundehalter und benutzen Sie diese folgenden Begriffe.

Sprechen Sie den Hund mit seinem Namen an und fügen Sie dann das entsprechende Kommando an:

  • „langsam" - der Hund soll nicht an der Leine ziehen
  • „Komm zu mir" bedeutet, der Hund soll zum Menschen hin kommen, und zwar so nah, dass er angefasst werden kann. Es ist nicht nötig, dass er sich setzt. Sobald er das gemacht hat, sofort bestätigen (es muss nicht jedes Mal ein Leckerli sein, auch ein freudiges - von Herzen gemeintes - Lob zeigt ihm, dass das gut war).
  • „sitz" - der Hund soll sich hinsetzen. Er muss nicht sitzen bleiben, sondern darf sich selber wieder erheben, wenn er will.
  • „warten" - der Hund soll in der Position, in der er gerade ist, bleiben - und zwar bis das Kommando mit einem nächsten Kommando aufgehoben wird. Zum Beispiel beim Überqueren der Strasse.
  • „Aus" - der Hund soll etwas, das er im Fang trägt, aus geben. Um diesen Begriff zu lernen, dürfen Sie durchaus auch ein Leckerli zum „Tausch" anbieten.

Diese Kommandos sind Informationen für Ihren Spazierhund. Es ist also nicht nötig, sie laut zu brüllen!

Wenn Ihr Schützling nicht oder noch nicht so auf diese Kommandos reagiert, wie Sie sich das wünschen, sollte dies für ihn keine negativen Konsequenzen haben. Ein Tierheimhund zeigt kein unerwünschtes Verhalten, weil er seinen Spaziergänger ärgern will, sondern vielmehr, weil er es in diesem Moment nicht anders versteht. Setzen Sie Ihren Spaziergang unbeschwert fort und nehmen Sie solches Verhalten nicht persönlich!

„Pfui" / „Nein" / „Nicht..."
Teilen Sie Ihrem Spazier-Hund mit, was Sie von ihm wollen - und nicht etwa, was Sie nicht von ihm wollen.

Das klingt einfach, ist aber erst mit Übung machbar:

  • Vergessen Sie „Nein"! „Nein" kann vieles bedeuten. Nicht schnüffeln, nicht stehen, nicht atmen, nicht was-auch-immer. Es ist für den Hund nicht fassbar, was er nicht tun soll oder was jetzt gerade in den Augen seines momentanen Spazier-Menschen plötzlich „nein" oder „pfui" sein soll. „Nein" ist deshalb kein verwendbares Kommando.
  • Für einen Hund ist eine Verneinung nicht umsetzbar. Ein „nicht" löst sich schlicht in Luft auf und ein „nicht einsteigen" ist für ihn ganz klar ein „einsteigen".
  • Sagen Sie ihm deshalb konkret, was er tun soll. Dies erfordert, dass Sie stets wissen, was Sie eigentlich von Ihrem Vierbeiner wollen.

Situationsbeispiele:
Der Hund zieht an der Leine.
Falsch: „Tuen nöd zieh" - Richtig: Benutzen Sie (in ruhigem Tonfall) unser Kommando „langsam".

Der Hund beschnuppert einen Passanten.
Falsch: „Nei, pfui, was hani gseit" - Richtig (in aufmunterndem, freudigen Ton): „Komm zu mir"

Der Hund will über die Strasse
Falsch: „Nei, nöd übere gah" - Richtig: (in ruhigem Tonfall): „Warte"

Belohnung / Leckerli
Sie können im Tierheim Leckerli für Ihren Spaziergang mitnehmen. Achten Sie bitte darauf, dass zuviel Leckereien Ihrem Schützling auf die Figur schlagen und auch zu Verdauungsproblemen führen können. Bitte gehen Sie zum Wohl der Tiere sparsam mit Futter um und fragen Sie die Tierpflege, wie viel Guetsli für den betreffenden Hund empfohlen werden.

Ein Hundeguetsli ist jeweils eine Belohnung. Beachten Sie deshalb bitte, dass der Hund versteht, wofür er gerade belohnt wird.

  • Geben Sie ihm sein Guetsli deshalb genau dann, wenn er etwas gut gemacht hat (und zwar sofort) und vermeiden Sie es, ihn (wenn auch unbewusst) für unerwünschtes Verhalten zu belohnen. Wer zum Beispiel gerade wie wild kläfft, kriegt dafür bestimmt keine Belohnung.
  • Bitte beachten Sie die Figur des Hundes - bei übergewichtigen Tieren bitte äusserst sparsam mit Leckerli umgehen.
  • Es muss nicht immer Futter sein: Auch ein liebes Wort, die herzliche Freude des Spatziergängers oder ein Kraulen hinter dem Ohr sind für einen Hund eine Belohnung.

Korrektur / Strafe
Es ist nicht die Aufgabe der Spaziergänger, einem Tierheim-Hund eine allfällige „Macke" auszutreiben oder ihn für „falsches" Verhalten zu bestrafen.
Sie kennen seine Vergangenheit nicht und es kann gut sein, dass ihm genau dieses unerwünschte Verhalten von anderen Menschen unbewusst oder absichtlich antrainiert wurde. Ignorieren Sie deshalb unerwünschtes Verhalten und achten Sie darauf, dass Sie es nicht etwa durch besondere Aufmerksamkeit unterstützen.

Teilen Sie bitte auffälliges Verhalten unbedingt dem Tierheim mit und beschreiben Sie es genau - es ist sehr wichtig für die Tierpflege, über solches Verhalten ihrer Schützlinge informiert zu werden.

Tonfall
Beachten Sie, dass Ihr Tonfall und Ihre Körpersprache wichtiger sind, als ihre Worte.

Ein gelangweiltes und desinteressiertes „brav" kann vom Hund als Strafe interpretiert werden. Und ein inbrünstiges, gefühlvolles „nein" kann genau das Gegenteil bedeuten.

  • Wenn Sie Verhalten ignorieren, wird es Ihr Schützling bald nicht mehr an den Tag legen. Achten Sie also bitte darauf, dass erwünschtes Verhalten und vor allem gut erledigte Kommandos oder auch das ruhige Kreuzen mit einem anderen Hund unbedingt belohnt werden (ein kurzes, herzliches „so isch fein" reicht schon).
  • Mit einem aktiven, aufmunternden Tonfall werden Sie keinen Hund zum Liegen bringen und auch die Beendigung eines wilden Spiels sollte ruhig und leise stattfinden.
  • Mit lautem Rumbrüllen kriegen Sie keinen Vierbeiner dazu, still zu sein und im  langweiligen Flüsterton muntern Sie niemanden zum Spielen auf.

Hundebegegnungen / Kreuzen mit andern Hunden
Mit grosser Sicherheit werden Sie auf Ihrem Spaziergang andere Hunde antreffen. Solche Hundebegegnungen sind an und für sich kein Problem, können aber eines werden. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie einige Punkte für das Kreuzen mit anderen Hunden beachten:

  • Bitte achten Sie darauf, dass auch eine Auszugleine, eine Leine ist. Somit gelten sämtliche Regeln, die für das Kreuzen mit Hunden an der Leine gelten: Hund-Hund-Kontakt findet NIE an der Leine statt!
  • Es gibt kein „Grüezi-säge" oder spielen an der Leine.
  • Nehmen Sie Ihren Schützling zu sich und verkürzen Sie die Leine auf die Länge einer normalen Leine.

Wünschenswert wäre es, wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner entspannt einen anderen Hund kreuzen könnten, ohne dass es ein Gebell oder gar Geknurre zu hören gibt:

  • Nehmen Sie dazu Ihren Hund auf die Aussenseite der Begegnung, so dass nicht Hund an Hund vorbei geht, sondern Mensch an Mensch. Beide Hundeführer führen ihre Tiere auf der Aussenseite der Begegnung. Gehen Sie zügig am Passanten und dessen Hund vorbei. Sollte das nicht gehen, achten Sie bitte darauf, dass keine Negativ-Einwirkung entsteht. Kein Leinenreissen, schimpfen etc. Dies kann dazu führen, dass Ihr Vierbeiner eine Leinen-Aggression gegen andere Hunde entwickelt. Versuchen Sie stattdessen, den Vierbeiner abzulenken: Auf Guddi oder Spielzeug konzentriert, klappt manche Hundekreuzung ganz gut.
  • Möglich ist auch, den Hund zur Seite zu nehmen, ihn sitzen zu lassen und ihn dort mit Guddi oder Spielzeug abzulenken.
  • Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie vorgehen sollen, bitten Sie die Tierpflege vor dem Spaziergang darum, es Ihnen genau zu erklären.

Richtlinien / Vereinbarung für HundespaziergängerInnen

Liebe Tierfreundin, lieber Tierfreund

Obwohl Sie ehrenamtlich mit heimatlosen Hunden spazieren gehen, ist es wichtig, auf einigen Regeln zu bestehen. Die folgenden Richtlinien wurden zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der Tiere erstellt und mit Ihrer Unterschrift verpflichten Sie sich, sich daran zu halten.

Wir danken Ihnen bereits heute für Ihren Einsatz!

  1. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nur in Begleitung Erwachsener auf den Spaziergang.
  2. Es dürfen nie Hunde von der Leine gelassen werden.
  3. Überall den Kot aufnehmen und die Säckli verknotet in die dafür vorgesehenen Behälter werfen.
  4. Bei Spaziergängen ist auf die Konstitution der Hunde Rücksicht zu nehmen (Rücksprache mit der Tierheimleitung / Tierpflege).
  5. Erziehungsmassnahmen sind dem ausgebildeten Tierheim-Personal zu überlassen. Geniessen Sie schlicht und einfach einen entspannten Spaziergang mit dem Vierbeiner.
  6. Bitte erzählen Sie im Tierheim von Vorgängen und auffälligen Verhaltensweisen der Tiere auf Ihren Spaziergängen. Solche Berichte lassen für das Tierheim wichtige Schlüsse zu und helfen bei der Weiterplatzierung des Tieres.
  7. Das Tierheim lehnt jegliche Haftung für Unfälle ab.
  8. Das Ausführen von Hunden und die freiwillige Mithilfe im Tierheim geschehen ehrenamtlich und unentgeltlich.
  9. Eine gültige Starrkrampf-Impfung wird empfohlen (nicht älter als 5 bis 10 Jahre)
  10. Gerichtsstand ist der Sitz des Tierheimes. Soweit das Tierheim als Kläger auftritt, kann es auch am Wohnsitz des Beklagten Klage einreichen.

Mit freundlicher Genehmigung der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz - www.susyutzinger.ch

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