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12.09.2012

100 Todeskandidaten der Natur

Als äusserst alarmierend bewertet der WWF die von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgelegte Liste der 100 am stärksten vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Demnach könnten Java-Nashorn, Saola-Wildrind, Kalifornischer Schweinswal, Zwergfaultier, Tarzan-Chamäleon (siehe Bild) oder Zagros-Molch das Ende dieses Jahrhunderts, wenn überhaupt noch, in Zoologischen Gärten erleben.

Bild: Wikipedia/Sebastian Gehring

„Die hundert Arten auf dieser Liste sind nur die Spitze des Eisbergs und symptomatisch für das globale, menschenverursachte Massenaussterben, das derzeit auf der Erde wütet“, warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate durch den Menschen um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Wert liegt. Die Ursachen seien ungebremste Lebensraumzerstörung, der Klimawandel, Wilderei, die Einführung invasiver Arten in sensible Ökosysteme und die Übernutzung durch den Menschen.

„Nur der Mensch als Verursacher des Artensterbens kann es auch beenden“, so Homes. Um den akut vom Aussterben bedrohten Arten das Überleben zu sichern, bräuchte es mehr spezifische Sofortprogramme. Um eine möglichste hohe Effektivität zu garantieren, müssten umfassende Forschungsarbeiten als Grundlage für diese Notfallmassnahmen dienen. Die Ausweisung von Schutzgebieten allein genüge in vielen Fällen längst nicht mehr.

„Moderne, wissenschaftlich fundierte Artenschutz-Konzepte beziehen auch den Menschen mit ein. Schliesslich können Schutzgebiete dem Druck von aussen langfristig nur standhalten, wenn die lokale Bevölkerung bei der Planung einbezogen werde“, erklärt der WWF-Experte. Die Kontrolle der Übernutzung und des Handels, der Erhalt von wichtigen Arten ausserhalb von Schutzgebieten, die Reduktion von Mensch-Wildtier-Konflikten und der Kampf gegen Klimawandel und Wilderei – all dies sind nach WWF-Ansicht bedeutende Bausteine, um die Vielfalt des Lebens auf der Erde dauerhaft zu erhalten.



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