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25.08.2013

200'000 Alligatoren für die Schweiz getötet

USA/SCHWEIZ – Gegen 200‘000 Alligatoren werden jedes Jahr für die Herstellung von Armbändern für die Schweizer Uhren-Industrie getötet.

Damit ist die Schweiz der wichtigste Kunde der Alligatoren-Rancher in US-Bundesstaat Louisiana. Doch ist die Aufzucht der Tiere so vorbildlich, wie es die Uhrenindustrie darstellt - oder ist es industrielle Tierquälerei? Die Rundschau ist nach Louisiana gereist und war nicht immer willkommen.

Die Schweizer Uhrenhersteller sind die wichtigsten Kunden der in den USA praktizierten Massenhaltung von Alligatoren in Aufzuchtbetrieben. Recherchen der «Rundschau» bringen die dunklen Seiten der Tierfarmen ans Licht. In der Schweiz wäre diese Art der Tierhaltung verboten.

Die Mehrzahl der Schweizer Uhren im Luxussegment ist heute mit Armbändern aus Alligatorenleder ausgestattet. Über 90 Prozent dieses Leders stammt aus dem US-Bundesstaat Louisiana, wo jedes Jahr über 300‘000 Alligatoren in Ranches aufgezogen und geschlachtet werden.

Gemäss Branchenangaben gelangen fast zwei Drittel der Häute in die Schweiz, wo sie überwiegend für Uhrarmbänder verwendet werden. Ein Alligatorenuhrarmband kostet in der Regel mehr als 200 Franken.

Bei der Aufzucht der Mississippi-Alligatoren in den USA handelt es sich um eine industrielle Tiermast. Wie die «Rundschau» berichtet, werden die Tiere in der Regel in völliger Dunkelheit gehalten. Dies bestätigt auch Mathias Lörtscher, Chef Artenschutz beim Bundesamt für Veterinärwesen (Bvet), der kürzlich in Louisiana weilte: «Die Alligatoren werden ohne einen Tag-Nacht-Rhythmus aufgezogen.»

«Zuge von Tierquälerei»

Der Basler Zoologie-Professor David Senn äusserte sich in der «Rundschau» kritisch gegenüber der Dunkelhaltung: «Das ist keine artgerechte Haltung, sie hat Züge von Tierquälerei.»

Der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH schrieb der «Rundschau»: «Die Farmen werden durch die Behörden des Staates Louisiana, namentlich das Department of Wildlife and Fisheries, kontrolliert, um eine korrekte Behandlung der Tiere zu gewährleisten.» Und: «Wir werden uns entsprechend der Expertenmeinungen weiterhin um diese Fragen kümmern.»



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