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10.09.2009

Abgeworfene Geckoschwänze lenken Angreifer tanzend ab

KANADA/USA – Geckos verfügen über eine äusserst wirkungsvolle Fluchttaktik, wenn sie in Bedrängnis geraten. Sie können sich nicht nur von ihrem Schwanz trennen, sondern diesen zur Ablenkung des Angreifers mittels Zuckungen und Bewegungen bis zu einer halben Stunde «tanzen» lassen – im abgetrennten Zustand!

(© Foto: Robert Michniewicz)

Forscher der kanadischen Universität Calgary und der Clemson Universität in South Carolina schreiben im Fachmagazin «Biology Letters» dazu, dass das abgetrennte Körperteil der Geckos «ein kompliziertes Repertoire an verschiedenen und hochkomplexen Bewegungen» habe. Der Schwanz zucke, ruckele und schlage auch dann noch bis zu drei Zentimeter hohe Salti, wenn der Gecko selbst schon längst über alle Berge sei.

Bisher sind die Wissenschaftler noch nicht dahinter gekommen, wie es möglich ist, dass ein einzelner Nervenstrang ohne Verbindung zum Gehirn derart komplexe Bewegungen ausführen kann. Die plausibelste Erklärung sei, dass der Schwanz über Sensoren auf der Oberfläche auf seine Umwelt reagiere und dementsprechend zu hüpfen oder zu «tanzen» beginne. Die Wissenschaftler erhoffen sich in weiteren Forschungen an Geckos neue Erkenntnisse über die Funktionen der Wirbelsäule und die Folgen von Wirbelsäulenverletzungen.