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05.09.2011

Abschuss von Streuner-Katzen soll weiterhin erlaubt sein

SCHWEIZ – Der Bundesrat will den Abschuss streunender und verwilderter Katzen nicht verbieten. Der Bundesrat hat die Motion Barthassat zum Verbot des Abschusses streunender Katzen abgelehnt. In seiner Stellungnahme outet er sich als unwissend und uninformiert.

Der Schweizer Tierschutz STS fordert den Bund auf, endlich seine Verantwortung wahrzunehmen und Kastrationsaktionen, wie sie der STS jedes Jahr an rund 10‘000 Katzen durchführt, als einzige tiergerechte Lösung zu fördern.

Nationalrat Luc Barthassat (CVP/GE) reichte im Juni 2011 eine Motion ein, die die bisher erlaubte Jagd auf streunende Katzen verbieten will. Nationalrat Barthassat, dessen Motion auf eine Petition von „SOS Chats“ in Noiraigue zurückgeht, bezeichnete den Abschuss von streunenden Katzen als "grausam, unwirksam und nicht verhältnismässig“ und forderte das Einfangen und die Kastration der Katzen als tierfreundliche und weltweit erwiesenermassen erfolgreiche Alternative.??In seiner Stellungnahme zur Motion Barthassat beweist der Bundesrat nun sein Unwissen in der Situation verwilderter Katzen und der relevanten wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema. Er behauptet zum Beispiel, verwilderte Hauskatzen stellten eine beachtliche Gefahr dar für Vögel, Feldhasen und Reptilien. "Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass Hauskatzen für einheimische Tiere eine Gefahr darstellen“, berichtigt der bekannte Schweizer Verhaltenswissenschafter und Katzenspezialist, PD Dr. Dennis C. Turner. "Eine Schweizer Studie zeigte sogar das Gegenteil, nämlich dass der Hausrotschwanz auch bei hohen Katzendichten überschüsse an Jungtieren produziert. Es wäre mir ausserdem neu, dass Katzen Feldhasen jagen und fressen und damit den Bestand dieser Tierart gefährden – die übrigens zwar auf der Roten Liste steht, aber dennoch in der Schweiz bisher vom Menschen gejagt werden durfte! Eine Studie aus Polen zeigte, dass die Entfernung von Fuchs und Katze als Beutegreifer keinen Einfluss auf die Feldhasenpopulation hatte. Nur auf abgelegenen ozeanischen Inseln stellen Katzen eine Gefahr für die einheimische Fauna dar.“??Der Bundesrat schreibt ausserdem: "Einfänge mit Kastenfallen sind schwierig, da sich solche Katzen nur schwer einfangen lassen. Die Einschränkung auf behördlich angeordnete Kampagnen zum Einfang und zur Sterilisation verwilderter Hauskatzen würde einen unverhältnismässig grossen Aufwand und hohe Kosten verursachen.“??

STS kastriert 10‘000 Katzen pro Jahr

Dem Bundesrat ist offenbar nicht bewusst, dass der Schweizer Tierschutz STS und seine Sektionen seit rund 15 Jahren jährlich mit Erfolg bis zu 10‘000 Katzen fangen und kastrieren lassen. Rund 3’500 davon sind verwildert, 6’500 sind Bauernhofkatzen, von denen naturgemäss ebenfalls viele verwildert sind. Die Tierschutzorganisationen finanzieren diese Kampagnen vollständig aus eigenen Mitteln, aus Spenden und Legaten. Der Schweizer Tierschutz STS zum Beispiel stellt für Kastrationsaktionen jährlich eine Viertelmillion Schweizer Franken zur Verfügung, dazu kommen eigene Mittel der Sektionen und Preisnachlässe durch die Gesellschaft Schweizer Tierärzte GST, deren Mitglieder bei den Kastrationsaktionen mitmachen.??Es wäre an der Zeit, dass auch der Staat sich seiner Verantwortung bewusst würde und seinen Teil zum gesamtschweizerischen Problem der verwilderten Katzen beitragen würde. Katzenspezialist Turner: "Als Vorstandsmitglied und wissenschaftlicher Beirat der Welttierschutzorganisation WSPA appelliere ich an die Schweizer Räte, die Motion Barthassat gutzuheissen, denn Einfangen und Kastrieren ist die einzig tiergerechte und erfolgreiche Lösung, die sich weltweit bewährt hat. Der Abschuss von Katzen ist eines zivilisierten Landes nicht würdig.“



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