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05.10.2009

ACHTUNG Wildwechsel

SCHWEIZ – Wildunfälle passieren vor allem nachts sowie in den Dämmerungsstunden, meist auf wenig befahrenen Landstrassen. Auto- oder Motorradfahrer besitzen oft nur wenig Chancen, diese fatalen Begegnungen zu vermeiden. Und derzeit ist die Gefahr besonders gross.

Gerade im Herbst, wenn liebeshungrige Rehböcke auf ihren Wanderungen durch Wald und Wiesen die Strassen queren, ereignen sich vermehrt schwere Unfälle mit Wildtieren. Zudem ist Wild zu dieser Jahreszeit auf Deckungssuche, da abgeerntete Felder an Wiesen oder Waldrändern keinen Schutz mehr bieten. Und zur Futtersuche, auch entlang vieler Alleen, queren Schwarz- und Rotwild sowie Füchse oder Hasen immer wieder die Strassen.

Der wichtigste Vorsorgetipp: Unbedingt die Wildwechsel-Beschilderungen beachten. An diesen Stellen sollte das Tempo deutlich verringert werden. Schon ein Crash mit einem Hasen erzeugt bei 80 km/h einen Aufpralldruck von rund100 Kilo – ein 20 Kilo schweres Reh bringt es sogar fast auf eine halbe Tonne. Nachts oder bei Nässe kann Tempo 80 schon zu viel sein. Sobald man ein Tier sieht, sollte man die Geschwindigkeit stark reduzieren, das Fernlicht abblenden und hupen. Denn wer statt mit Tempo 80 nur 60 fährt, verkürzt seinen Anhalteweg um 40 Prozent, genauer um 34 Meter. Wertvolle Bremsmeter – denn wenn es kracht, dann meist gewaltig.

Draufhalten, Bremsen oder Ausweichen – in Bruchteilen einer Sekunde muss ein Autofahrer seine Entscheidung treffen, wenn Wild die Strasse kreuzt. Durch riskante Ausweichmanöver gefährdet der Autofahrer nicht nur die Fahrzeuginsassen im eigenen Auto, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Bei einem unvermeidbaren Zusammenstoss mit einem Wild sollte man scharf bremsen und das Lenkrad mit beiden Händen gut festhalten.

Kommt es zu einem Wildunfall, müssen der Warnblinker einschaltet, das Warndreieck aufgestellt, gegebenenfalls Verletzte versorgt und die Polizei verständigt werden. Die Polizei informiert den Revierinhaber, der das getötete oder verletzte Tier von der Strasse nimmt und eine Unfallbescheinigung für die Schadenregulierung mit der Kaskoversicherung ausstellt. Sie springt unter Umständen in die Schadensbresche. Erste Voraussetzung ist in jedem Fall, dass es sich bei dem tierischen Unfallgegner um sogenanntes Haarwild – also beispielsweise Hirsch, Reh, Wildschwein oder Fuchs – handelt.

Angefahrene Tiere sollten nach einem Unfall auf keinen Fall berührt werden, sie könnten auskeilen. Getötetes Wild mitzunehmen sei strafbar. Auch wenn ein Tier nur angefahren wurde und wieder verschwindet, ist die Polizei zu informieren. In solchen Fällen muss aus Gründen des Tierschutzes der Jäger das verletzte Tier suchen und es von seinen Schmerzen erlösen.