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25.08.2009

Auf allen Vieren laufende Fledermausart

NEUSEELAND – Eine Fledermaus, die sich auf Flügeln und Beinen fortbewegt, aber auch genauso gut fliegt wie andere Fledermausarten, wurde jetzt in Neuseeland beobachtet. In Australien gab es das auch schon mal – vor Millionen Jahren.

Fledermäuse gelten als hervorragende Flieger. Schlagzeilen macht zur Zeit aber eine Fledermausart, weil sie auch mal aufs Fliegen verzichtet und sich statt dessen auf allen Vieren fortbewegt: die Rede ist von der Neuseelandfledermaus. Das nur 15 Gramm schwere Tier wurde von Forschern beobachtet, wie es seine Höhle ebenso oft laufend wie fliegend betrat. Evolutionsforscher schrieben das bisher dem besonderen Ökosystem Neuseelands zu. Bis vor tausend Jahren gab es dort nämlich keine Säugetiere, die ihrer Beute am Boden nachstellten.

Dem widersprechen nun Wissenschaftlerin Suzanne Hand und ihre Kollegen von der University of New South Wales in Sydney. Sie haben Überreste einer Fledermausart gefunden, die sich bereits vor 20 Millionen Jahren auf allen Vieren durch den Regenwald Australiens fortbewegte. Und damals gab es sehr wohl Säugetiere, die ihre Beute am Boden suchten.

Wie die kürzlich entdeckten Fossilien zeigen, konnten die frühen Vertreter ebenso wie die Neuseelandfledermaus ihre Flügel offenbar sehr geschickt als Vorderbeine einsetzen. Möglich macht dies eine Kralle, die, anders als bei anderen Fledermausarten, auch aus dem Daumen wächst und die den Griff des als Vorderbein dienenden Flügels erheblich verbessert. Dazu haben die Fledermaus-Sohlen tiefe Falten, so wie bei Geckofüssen, damit optimieren sie die Bodenhaftung. Diese Anpassungen ermöglichen es der Neuseelandfledermaus, so flink wie eine echte Maus über den Boden zu huschen.

Für den Einsatz am Boden werden die Flügel in eine lederne Membran eingehüllt, so sind die empfindlichen Flughäute vor Verletzungen geschützt. Ausgerollt in der Luft lassen sie die Neuseelandfledermaus genauso geschickt fliegen wie alle anderen rund 900 Fledermaus- und 200 Flughund-Arten. Weshalb sich die heute stark gefährdete Neuseelandfledermaus ebenso wie ihr früher australischer Verwandter dennoch zu so geschickten Bodenjägern entwickelt haben, bleibt rätselhafter als je zuvor. Ein Mangel an Bodenfeinden kann es nicht gewesen sein.



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