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21.08.2012

Auswilderung der ersten Orang-Utan-Waisen in Borneo ist ein Erfolg

INDONESIEN – Vor vier Monaten wurde zum ersten Mal überhaupt eine Gruppe Orang-Utans, die im von VIER PFOTEN und der Orang Utan Survival Foundation (BOSF) betriebenen Resozialisierungszentrum in Samboja aufgezogen worden war, in die Freiheit entlassen.

Bild: VIER PFOTEN

Menschliche Ziehmütter unter Leitung der renommierten Affenforscherin Dr. Signe Preuschoft hatten sie in der VIER PFOTEN Waisenstation aufgezogen und ihnen Schritt für Schritt alles beigebracht, was sie wissen müssen, um in der Wildnis zu überleben. Ihre wahren Mütter wurden meist Opfer von Wilderern oder Kopfgeldjägern, die von der Palmölindustrie im Zuge der Rodung der wertvollen Urwälder und der Schaffung von Plantagen bezahlt werden. Nun aber werden die Jungtiere für die gesamte Phase ihrer Auswilderung von Wildtierexperten beobachtet - sowohl über GPS-Sender als auch vor Ort. Drei der sechs Tiere - Casey, Berlian und Lessan - blieben bislang in unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem sie freigelassen wurden. Ihre Selbstsicherheit wächst mit jedem Tag, doch sie lassen in ihrem Bemühen, das Erlernte in ihr neues Leben zu übertragen noch Vorsicht walten.

Neue Einblicke in Migrationsverhalten

Die übrigen Tiere sind deutlich abenteuerlustiger, wobei der Orang-Utan Mail noch immer um Kontakt zu den Menschen bemüht ist. Er begibt sich zwar auf langem oft mehrtägige Exkursionen, kommt aber stets in die Gegend, in der er entlassen wurde, zurück. Die VIER PFOTEN Menschenaffenexperten analysieren dieses Verhalten und hoffen dabei herauszufinden, ob Mail?schlicht die Gesellschaft von Menschen vermisst oder ob er eine derart starke soziale Verantwortung entwickelt hat, dass er nach der Gruppesieht, die es nicht so sehr in die Ferne zieht.  Auch ein besseres Nahrungsangebot könnte dabei eine Rolle spielen. 

Jenseits des verbotenen Flusses 

Abbie und Hamzah heissen jene zwei, die jeden beteiligten Orang-Utan-Experten verblüfft haben. Bei der Planung ihrer Beobachtung war man davon ausgegangen, dass Menschenaffen keinesfalls den breiten und mächtigen Fluss überqueren würden, der quer durch den Regenwald Borneos verläuft. Laut den GPS-Daten haben sich Abbie und Hamzah jedoch über diese scheinbar unüberbrückbare Grenze hinweggesetzt, getrieben von einem unglaublich starken Entdeckungstrieb. Während das Team ihren Aufenthaltsort interessiert weiterverfolgt, wundert man sich, wie dies gelingen konnte: Entweder haben Wissenschaftler die Fähigkeiten von OrangUtans grundsätzlich unterschätzt - oder aber die kühnen Affen konnten ihre Angst vor dem Wasser im VIER PFOTEN Zentrum ablegen. Zum Glück haben alle sechs während der Früchtesaison viel gegessen, was ihnen sehr dabei helfen wird, auch die härteren Zeiten zu  überstehen. Fazit: Die Auswilderung der sechs jungen Orang-Utans kann im schwierigen Kampf für die Zukunft dieser bemerkenswerten Lebewesen als riesiger Erfolg gesehen werden. Sie gibt ausserdem all jenen Hoffnung, die sich für ein artgerechtes Leben der Tiere in Freiheit einsetzen. 



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