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21.01.2011

Bauer wegen vernachlässigter Tiere verurteilt

SCHWEIZ – Das Regionalgericht Seeland in Biel hat gestern entschieden: Ein 45-jähriger Landwirt büsst für die Vernachlässigung seiner Kühe mit einer bedingten Geldstrafe von 3000 Franken und zwei Bussen im Gesamtbetrag von 1800 Franken. Bei einer Kontrolle vor drei Jahren wurde sein 80-köpfiger Viehbestand in desolatem Zustand angetroffen.

Die daraufhin erfolgte Anzeige listete eine ganze Reihe von Verstössen gegen die Tierschutzgesetzgebung auf, viele Tiere wurden in völlig verdrecktem Zustand vorgefunden.

Gemäss der Vertreterin des Tierschutzes hatte die Einstreu fast nur aus Ausscheidungen bestanden. Offensichtlich hatte der Bauer wegen eines bevorstehenden Umzugs längere Zeit nicht mehr gemistet. Das Wasser für die Tiere roch nach Gülle oder fehlte sogar. Auch war die Klauenpflege vernachlässigt worden, und für ein krankes Tier kam jede Hilfe zu spät.

Die Berner Behörden sprachen im Januar 2008 in einer Medienmitteilung von «teils katastrophalen Zuständen»; die Kühe hätten «auf Bergen von Mist» gestanden. Der Hof war auf Grund der Anzeige einer Tierschutzorganisation vom Berner Veterinärdienst inspiziert worden – 78 vernachlässigte Tiere trafen die Behörden damals an.

Der Bauer akzeptierte vor Gericht die meisten der Vorwürfe, wollte sie teilweise aber nur in abgeschwächter Form gelten lassen. Die Kontrolle sei zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt erfolgt: mitten im Umzug aus dem Dorf in eine neue Stallanlage ausserhalb. Allerdings wurden auch dort Mängel festgestellt, offenbar hatte sich der Landwirt mit dem Bau des neuen Stalls so übernommen, dass ihm daraufhin alles über den Kopf gewachsen war.

Neben der als gravierend eingestuften Tierquälerei kamen auch noch Verstösse gegen den Gewässerschutz. So fehlte es an genügend Volumen für die Jauche, und der Hofdünger wurde auf einer nicht befestigten Unterlage gelagert.

Nachdem der Fall vor drei Jahren für landesweiten Wirbel gesorgt hatte, gab der Bauer die Tierhaltung auf; seine Milch sei ohnehin nicht mehr abgenommen worden, ebenso wenig das Fleisch, gab er an. Seither bestellt er nur noch seine Felder und arbeitet zu 60 Prozent ausserhalb der Landwirtschaft.

Dass der Bauer seine Tiere nicht mutwillig vernachlässigt hatte, hielt die Gerichtspräsidentin dem Mann zugute. Dennoch erachtete sie sein Vorgehen in dem Sinne als vorsätzlich, dass er sich als erfahrener Landwirt der Folgen voll bewusst sein musste. Der Mann erklärte, er habe auch deshalb nicht rechtzeitig Hilfe geholt, weil er sich für den Zustand im alten Stall immer mehr geschämt habe.

Fast zur gleichen Zeit gab es im Kanton Bern Anfang 2008 weitere Fälle stark vernachlässigter Tiere. So schritt das kantonale Veterinäramt in Wattenwil und Signau auf Höfen ein, wo die Tiere in schlimmen Verhältnissen dahinvegetierten.



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