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11.07.2010

Berner Jungbären droht der Tod

SCHWEIZ – Die beiden sieben Monate alten Jungbären aus dem Berner Bärenpark werden mutmasslich eingeschläfert. Dies geschieht, wenn kein artgerechtes Zuhause für die drolligen Bären gefunden wird.

(Symbolbild)

Die Suche nach einem neuen ­Zuhause hat bereits begonnen. Dies ist jedoch eine sehr schwierige Aufgabe. Braunbären sind sehr schwer unterzubringen. Der Markt ist gesättigt. Dazu sind es noch zwei Männchen und sie müssen als Erwachsene getrennt voneinander platziert werden.

Für Frank Albrecht (41), Zoo-Experte der Tierschutz-Organisation PETA, ist dies fast unmöglich: «Ich bin sicher, dass sie in Bern schon die Tötung der Bären planen. Weltweit ist es praktisch unmöglich, einen Platz für Braunbären zu finden. Die Zoos sind voll davon.» Überzählige Zootiere werden oft an Zirkusse, an Tierhändler verkauft oder eben eingeschläfert.

Die Situation ist bekannt. Doch die Zoodirektoren züchten trotzdem weiter Jungtiere, damit die Kassen klingeln. Zoos missbrauchen die Tiere, um Besucher anzulocken. Bärenbabys sind Publikumsmagnete. Dies gilt auch für den Bärenpark in Bern. Seit der Eröffnung Anlage besuchten schon mehr als eine Million Besucher die Zwillinge von Björk und Finn. Der Eintritt in den Bärenpark ist kostenlos. Das Geld wird mit Merchandising-Artikeln wie Tassen, Bilderbüchern und Postkarten mit den süssen Bärchen verdient. Urs und Berna haben sich weltweit als Marke etabliert. Die Verantwortlichen des Berner Bärenpark weisen jedoch den Vorwurf zurück, dass sie die Jungbären fahrlässig und nur aus kommerziellen Gründen gezüchtet haben. Ihr Gegenargument: Es sei wichtig für die Lebensqualität der Alttiere, dass sie Junge bekommen können.

Auch Robert Zingg, Kurator des Zürcher Zoos, sieht sie Partnerwahl, Paarung und Jungen­aufzucht als wichtige Verhaltensmerkmale, die man den ­Tieren nicht nehmen darf. Auch wenn das Risiko besteht, dass man überzähligen Nachwuchs einschläfern muss. Zoologen nennen dieses Dilemma Populationsmanagement.

Albrecht von PETA sieht das anders: «Erst sperrt man die Tiere ein, dann redet man von natürlichen Verhaltensmerkmalen. Das ist kompletter Unsinn.» Urs und Berna seien seit der Zeugung dem Tod geweiht. Schon damals sei klar gewesen: Wenn aus den niedlichen Teddys ausgewachsene Raubtiere werden, weiss keiner, wohin mit ihnen. 

Quelle: SonntagsBlick