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26.07.2010

Betrogene Bürger - betrogene Tiere - betrogene Umwelt

DEUTSCHLAND – Die deutsche Regierung setzt auf den Ausbau der Industriellen Massentierhaltung. In Niedersachsen, wo bereits das Oldenburger Land mit Tierfabriken überschwemmt ist, gerät nun die Region von Lüneburg ins Visier des Agro-Industriellen Rothkötter. Bei Wietze ist ihm der Bau eines Schlachthofes genehmigt worden, in dem wöchentlich etwa 2,6 Mio. Hühner getötet werden sollen.

400 Mastställe zu je 40 000 Hühnern sollen rundum errichtet werden – wenn Bauern ihr Land und sich dazu hergeben. Auch in den neuen Bundesländern versuchen Investoren – oft Geschäftsleute aus Holland oder Dänemark - Massentierhaltungen durchzusetzen. Leider unterstützt von Politikern und Behörden und mit Subventionen versorgt.

Auch Sachsen setzt auf Masse, und dabei geht es burschikos zu: Frank Kupfer, Agrarminister von Sachsen, täuscht die sächsischen Bürger dermassen unverhohlen, dass es an Hohn grenzt. Ohne einen Blick hinein zu werfen, prämierte er kürzlich einen Massenstall mit 40 000 Masthühnern eines holländischen Investors als vorbildlich tier- und umweltgerecht. Das Wort Massentierhaltung meidet er, weil es, wie er sagt, „wertet“. Geht einer Preisverleihung aber keine Wertung voraus? Er weiss vermutlich genau, dass intensive Geflügelmast oder Schweinemast auf Spaltenböden niemals tier- und umweltgerecht sein können, und das aus mehreren Gründen: Die Tiere sind dermassen überzüchtet, dass ihre zarten Knochen die wuchernde Muskelmasse nicht tragen können und sie an schweren Arthrosen und Fussschäden leiden. Massentierhaltungen sind ein gefährlicher Seuchenherd, unter anderem, weil die Atemwege durch Ammoniakdämpfe gereizt sind und den dicht gedrängten, gestressten Tieren die Abwehrkräfte fehlen. Die Tiere erhalten zwar mehrfach in ihrem kurzen Leben Antibiotika, dennoch sind – teils resistente - Infektionserreger weit verbreitet (Salmonellen, Campylobakter, Influenza). Tierbestände, die grundsätzlich riesige Probleme mit Infektionskrankheiten haben, können nicht „keimfrei“ indem die Stalltüren verschlossene bleiben. Sie sind zu, damit kein Mensch die entsetzlichen Zustände sieht – die Betreiber wissen genau, was sie vor der Öffentlichkeit zu verbergen haben. Herr Kupfer müsste es auch wissen – das gehört wohl zum 1x1 eines Landwirtschaftsministers dazu.

Ein Unheil ist diese Art der Tierhaltung auch für die Umwelt: Die Getreidefütterung von Mastgeflügel und -schweinen, Milchkühen und Legehennen basiert teils auf Sojaimporten aus Südamerika, wo weite Urwaldflächen vernichtet werden um riesigen Agrarwüsten Platz zu machen.

Kupfer fordert ausdrücklich den Ausbau der Tierproduktion und befürwortet Haltungen mit mehr als 250 000 Masthühnern, 10 000 Schweinen, 1000 Kühen. Er führt Arbeitsplätze als Argument an.

Er müsste wissen, dass die wachsenden Industrie-Tierhaltungen schon Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Land vernichtet haben und auch den letzten Bauern den Garaus machen werden. Die unübersehbaren Berge an Überproduktion werden weiter erhöht und die Preise gedrückt. Diesen Zusammenhang begreift jeder Grundschüler – aber Kupfer sagt offenbar wider besseren Wissens das Gegenteil. Heisst es, er lügt bewusst? Wem nützt er, und wem fügt er irreparablen Schaden zu?

Er handelt, wie auch die derzeitige Bundesregierung, anscheinend als Vertreter des mächtigen globalen Agro-Business, das nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun hat. Gewählt wurden diese Politiker als Vertreter des Wahlvolkes, und es wird höchste Zeit, dass sie ihren Hut nehmen.



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