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30.07.2009

Bischofszell will keinen «Fall Funny»

SCHWEIZ – Mitte Juni wurde in der Umgebung von Bischofszell im Kanton Thurgau ein ungechipter Dobermann/Rottweiler-Mischling gefunden und den Behörden übergeben. Anders als im «Fall Funny» soll eine Tötung des Rüden aber unter allen Umständen vermieden werden.

Wir erinnern uns: Im Juni wurde bekannt, dass in Altstätten SG eine junge, gesunde Findelhündin auf Geheiss der Gemeinde aus finanziellen Überlegungen heraus neun Tage nach ihrem Auffinden einfach erschossen wurde. Der «Fall Funny» sorgte danach für einiges Aufsehen und zeigte auch die Ungereimtheiten zwischen kantonalen und eidgenössischen Regelungen im Umgang mit Findeltieren auf.

Ob der «Fall Funny» im Endeffekt dazu beitragen kann, dass keine weiteren Findeltiere dasselbe Schicksal erleiden, wird sich zeigen müssen. Zumindest in Bischofszell bemüht man sich offenbar, nicht die selben Schlagzeilen zu produzieren wie Altstätten. Dabei nahm die Geschichte von Bizzo, wie der Mischlingsrüde mittlerweile heisst, praktisch den selben Anfang. Mitte Juni meldete ein Bauer der Polizei einen herumirrenden Hund. Die Beamten holten daraufhin den Hund ab, konnte ihn aber auf Grund des fehlenden Chips nicht identifizieren. Eine Nachfrage beim Tierschutzverein blieb ebenfalls erfolglos. Da der Hund eine vorläufige Bleibe benötigte, brachte der Tierschutzverein Bischofszell-Weinfelden den Rüden ins Tierheim in der Gemeinde Hohentannen.

Soweit also die Parallen zu Funny. Wie in Altstätten stellte sich nun auch hier die Frage nach der Finanzierung des Tierheim-Aufenthaltes. Das Gesetz schreibt vor, dass derjenige, der ein Tier im Heim abgibt, auch für die Kosten aufkommen muss. Meistens fällt diese Aufgabe dem Tierschutzverein zu, denn auch Privatpersonen, die ein Tier finden und sich damit an die Gemeinde wenden, werden meist an den Tierschutzverein verwiesen. Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzvereins Bischofszell-Weinfelden gibt zu, dass dies ein Dilemma sei, doch ein Tierschutzverein, der seine Aufgabe ernst nehme, könne gar nicht anders handeln. Das Wohl des Tieres habe oberste Priorität, da könne man nicht zuerst noch finanzielle Fragen klären.

So versichert Zepf denn auch, dass Bizzo auf keinen Fall das traurige Schicksal von Funny erleiden werde. Bei ihnen werde kein Tier getötet, es sei denn, es sei todkrank oder schwer verletzt. Doch selbst dann habe der Tierarzt das letzte Wort, da es problematisch sei, wenn ein Kostenträger über Leben und Tod entscheide. Auch wenn Zepf nicht ausschliessen kann, dass auch in Bischofszell und Umgebung Tiere aus finanziellen Gründen getötet werden, betont er, dass der Tierschutzverein alles in seiner Macht Stehende unternehme, dies zu verhindern. Vorausgesetzt natürlich, sie erfahren rechtzeitig davon. In Altstätten scheint dies ja nicht der Fall gewesen zu sein.



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