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06.01.2014

Der Fischadler soll ab Sommer wieder in der Schweiz jagen

Vor genau 100 Jahren wurde letztmals ein Fischadler beim Nisten in der Schweiz beobachtet. Nun will ein Verein den aussergewöhnlichen Vogel wieder in der Schweiz ansiedeln – die Gesuche dazu sind gestellt.

Bild: Wikipedia/NASA

Der seit einem Jahrhundert verschwundene Fischadler soll bis im Sommer wieder über die Gewässer der Romandie fliegen. Der Verein «Nos oiseaux» wartet auf grünes Licht vom Bundesamt für Umwelt für die Wiederansiedlung in Sugiez FR, Grangettes VD und Damphreux JU.

Der Fischadler ist mit einer Flügelspannweite von ungefähr 170 Zentimetern ein aussergewöhnlicher Vogel, wie Wendy Strahm vom Wiederansiedlungsprojekt der Nachrichtenagentur sda sagte. Der ehemals verbreitete Vogel sei zum letzten Mal 1914 beim Horsten in der Schweiz beobachtet worden, fügt die Biologin an.

Gute Signale von Wildhütern

Grund für das Verschwinden war die Verfolgung durch Menschen, welche Fischadler schossen, die Nester plünderten oder für Horste geeignete Bäume fällten. «Wir haben folglich die Verantwortung, den Fischadler wiederanzusiedeln», betonte Strahm.

Zudem wäre die Rückkehr des Raubvogels in die Nahrungskette ein gutes Zeichen für die Umwelt. Das Projekt prägte das hundertjährige Jubiläum des Vereins «Nos oiseaux» im 2013.

Der Kanton Freiburg erteilte bereits die Bewilligung für eine Volière zur Auswilderung in der Region Sugiez. In Grangettes VD und Damphreux JU sei es komplizierter, weil es sich um Naturreservate handle. Von den Wildhütern habe es jedenfalls gute Signale gegeben.

Keine Kormorane

Gemäss «Nos oiseaux» wird der Fischadler nicht in Konflikt mit Fischern geraten, weil er ausschliesslich an der Wasseroberfläche jagt. Zuletzt hatten Kormorane bei Berufsfischern für Unmut gesorgt.

Diese waren auf die Vögel, die sich zunehmend zum Überwintern in der Schweiz niederlassen, nicht gut zu sprechen, auch wegen Schäden an Netzen und Reusen. Studien zeigten jedoch, dass der Kormoran weniger Schäden anrichtete als angenommen.

Erste Jahre entscheidend

Der Fischadler wurde bereits mit Erfolg in Grossbritannien, in Spanien und in Italien dank der Aussetzung von Küken wiederangesiedelt. Der Verein will ungefähr 20 Jungvögel an die drei Westschweizer Orte bringen.

Die Fischadler kehren zum Nisten stets in die Region zurück, in der sie ihre ersten Jahre verbracht haben. Das Risiko, dass sie sich plötzlich andere Brutstätten suchen, ist gering.

Das zeigen auch Versuche mit künstlichen Nestern, die in den vergangenen Jahren aufgehängt wurden – keines konnte Fischadler anziehen. Der Verein hat für das Projekt eine Million Franken für fünf Jahre veranschlagt. Die Organisation zählt vor allem auf private Spenden und Zahlungen von Stiftungen.

Bartgeier, Luchs und Biber

Der Fischadler war früher in Europa weitverbreitet. Er besteht vor allem in Deutschland und Skandinavien weiter. Der beim Tag aktive Raubvogel gilt weltweit nicht als bedroht. Weil er aber äusserst selten vorkommt, ist er streng geschützt.

Zur Wiederansiedlung von Tierarten kommt es in der Schweiz selten. Die letzte war der Bartgeier in den Alpen 1987. Der Luchs wurde 1971 wieder in die Schweiz gebracht und zog Kritik von Jägern nach sich. Der Biber wurde Mitte des 20. Jahrhunderts wieder heimisch.



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