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11.09.2009

Die grausame Delphinjagd hat begonnen – trotz weltweiter Proteste

JAPAN – Fischer im japanischen Dorf Taiji haben diese Woche 100 Grosse Tümmler und 50 Grindwalein eine Bucht getrieben und damit die diesjährige Jagdsaison eröffnet. Doch statt wie sonst üblich wurden die Tümmler diesmal nicht gleich getötet. Angeblich sollen nur die kräftigsten und schönsten Exemplare für Delphinarien behalten und der Rest wieder freigelassen werden.

Die Organisationen OceanCare, Mitglied der internationalen Save Japan Dolphins Coalition, sowie Pro Wildlife und WDCS halten es jedoch für verfrüht, dies als eine Wende in Taijis Delphinjagd zu sehen: „Solange Delphinarien Tiere aus Japan kaufen, wird die grausame Jagd weitergehen.“ Die 50 Grindwale wurden getötet, um ihr Fleisch zu verkaufen.

In Japan sterben zwischen 13.000 und 20.000 Delphine und Schweinswale jährlich einen brutalen Tod. Eine besonders extreme Form der Jagd sind die zwischen September und März regelmässig stattfindenden Treibjagden in Taiji. Dabei treiben Fischer Delphinschulen mit Booten in eine Bucht, indem sie gegen Metallstangen schlagen, die ins Wasser ragen. Diesem Lärm versuchen die Delphine zu entkommen. In Buchten getrieben wird den Tieren der Fluchtweg versperrt. Sie werden mit Speeren und Messern getötet.

„Das Fleisch der getöteten Tiere landet in japanischen Supermärkten. Und dies, obwohl die Werte für Quecksilber und Giftstoffe derart hoch sind, dass das Fleisch eigentlich mit einer Gesundheitswarnung versehen werden müsste. Auch das Fleisch der getöteten Grindwale wird nun wohl zum toxischen Menü“, berichtet Vera Bürgi von OceanCare. Niki Entrup, Sprecher von der WDCS ergänzt: „Zoos und Vergnügungsparks können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen. Sie geben den Auftrag für den Delphinfang. Die getöteten Tiere bringen einen Zusatzverdienst für die Fischer und Gemeinde“.

Für weltweites Medieninteresse zum Delphinfang in Japan sorgt der bereits mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „DIE BUCHT – THE COVE“, der im kommenden Winter auch in Schweizer Kinos anläuft. Protagonist des Films, Ric O’Barry, war Anfang September vor Ort in Taiji, Japan, um Aufmerksamkeit für ein Ende der Delphinjagden zu erwirken. Begleitet wurde er für OceanCare und WDCS vom Schweizer Journalisten Hans Peter Roth, der derzeit noch in Taiji ist. Seit dem Filmstart von „DIE BUCHT – THE COVE“in den USA kommen die Bewohner des japanischen Fischerortes nicht zur Ruhe: Journalisten aus aller Welt reisen in den abgelegenen Ort, erstmals berichten auch japanische Medien über die Geschehnisse in der Bucht – auch dies ein Novum, denn die breite Öffentlichkeit in Japan weiss nichts über die Delphinjagd im eigenen Land.

„Neben ihrer Grausamkeit steht die Delphinjagdauch am Pranger, weil die japanische Bevölkerung nichts ahnend hochgiftiges Delphinfleisch konsumiert, das die nationalen Grenzwerte um das bis zu 5.000-fache überschreitet“, so Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Dabei sind gerade japanische Konsumenten eigentlich sehr gesundheitsbewusst.“

Zoos und Vergnügungsparks können sich ihrer Verantwortung nicht entziehen, da sie durch Lebendfangaktivitäten weiterhin das Überleben lokaler Delphinpopulationen in Japan, aber auch anderen Regionen gefährden. OceanCare, Pro Wildlife und die WDCS erwarten von den Tierparks zumindest ein klares Nein zu Delphin-Wildfängen und fordern ein umgehendes Ende der Delphinjagd – nicht nur in Taiji, sondern auch in den anderen japanischen Gemeinden. „Wenn die internationale Kritik weiter wächst, haben wir nun die Chance, die grausame Delphinjagd in Japan endlich zu beenden“, so das Fazit der Organisationen.

(Quelle: www.oceancare.org)



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