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27.06.2009

Dorf deckt Bären-Killer

OESTERREICH - Seine Zutraulichkeit besiegelte sein Schicksal: Ende Mai verstummte der Funksender des Braunbärenmännchens „Roznik“ in der Nähe der Südkärntner Gemeinde Bad Eisenkappel für immer. Wochen später wurde sein Kadaver in Slowenien gefunden.

Ein Wilderer hatte dem Tier, das sich gerne in der Nähe von Menschen aufhielt, den Kopf abgeschnitten und die Haut abgezogen. Vor kurzem erklärten ermittelnde Kriminalisten nun definitiv: „Roznik" wurde in Österreich erschossen. Und seither kommt Bad Eisenkappel nicht mehr zur Ruhe: „Hier weiss jeder, wer den Bären auf dem Gewissen hat", sagten gleich mehrere Einwohner - aber nur hinter vorgehaltener Hand. Keiner in dem 2.500-Einwohner Dorf traut sich offen den mutmasslichen „Roznik"-Killer anzuprangern. Dabei wurde er beobachtet, als er den Kadaver des Tieres mit dem Traktor aus dem Wald holte - so berichten es Zeugen. Allerdings sieht es so aus, als wolle es sich niemand mit dem Jäger verscherzen. Bürgermeister Josef Smrtnik beschwichtigt: „Es gilt in jedem Fall die Unschuldsvermutung. In diesem Fall denke ich an eine Kurzschlusshandlung." Seitens der Polizeiermittler hält man sich bedeckt - besonders, als die Sprache auf den Mann kommt, den seine Nachbarn und langjährigen Bekannten als den Todesschützen identifiziert haben: „Wir gehen allen Hinweisen nach, natürlich wurde auch dieser Herr überprüft", lautet die knappe Auskunft. Klarerweise haben die 10.000 Euro Belohnung, die von VIER PFOTEN ausgesetzt wurden, den Fahndern zu Unmengen an meist unbrauchbaren Tipps verholfen. Und von den Trophäen des Wilderers - dem Kopf, den Tatzen und dem Fell - fehlt bisher jede Spur. In Bad Eisenkappel hat der Wilderer freilich auch Sympathisanten. Bauer Ignatz beglückwünscht den Freischützen: „Bei uns laufen Kinder herum. Es war richtig, dass er den gestörten Bär gschossen hat." Der Mann, der im Ort als „Roznik"-Killer gilt, reagierte auf einen Anruf auf seine eigene Art: Er knallte den Hörer auf die Gabel.



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