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27.06.2011

Drama um verirrten Pinguin

NEUSEELAND – Seit einer Woche sorgt ein verirrter Kaiserpinguin in Neuseeland für Schlagzeilen. Das Tier hatte sich offenbar aus ungeklärten Gründen bei der Futtersuche verirrt und war so 3000 Kilometer von seiner Heimat entfernt an einem Strand nahe Wellingtons gestrandet. Obwohl man anfangs der Natur seinen Lauf lassen wollte, musste der mittlerweile schwer erkrankte Pinguin nun im Zoo von Wellington behandelt werden. Sein weiteres Schicksal ist derzeit noch ungewiss.

(Symbolbild)

Die Geschichte von «Happy Feet» wie der junge Pinguin von den Neuseeländern getauft wurde, begann vor rund einer Woche, als das Tier am malerischen Peka Peka Beach entdeckt wurde. Hunderte Schaulustige beobachteten fortan das Tier, das anfangs noch einen munteren Eindruck machte. Das Interesse an «Happy Feet» ist deshalb so gross, weil sich der rund 80 Zentimeter grosse Vogel ganze 3000 Kilometer weit weg von seinem ursprünglichen Zuhause befindet – das letzte Mal, dass sich ein Kaiserpinguin an Neuseelands Küste verirrt hatte, war 1967.

Eigentlich wollte man der Natur ihren Lauf lassen, der Pinguin sollte sich, nachdem er sich erst mal von den Strapazen der weiten Reise erholt hätte, selbst wieder auf den Weg machen. Doch die für den Vogel unnatürliche Wärme in Neuseeland machte dem Tier zusehends zu schaffen. Um sich Kühlung zu verschaffen und Wasser aufzunehmen, begann «Happy Feet» dann auch noch haufenweise Sand zu essen, in der Annahme, es handle sich wie in seiner Heimat um Schnee. Als der Pinguin nur noch lethargisch dastand und immer öfter einfach umfiel, änderten die Tierärzte ihre Meinung und griffen doch ein. Sie brachten das Tier in den Zoo von Wellington. Dort wurde ihm bisher dreimal über dünne Schläuche der Magen ausgespült und dabei Sand und Treibholzstücke herausgeholt. Eine beträchtliche Menge Sand befindet sich aber immer noch im Magen, der, wie sich heute per Endoskopie herausgestellt hat, glücklicherweise aber nicht gerissen ist. Bis am Mittwoch darf sich der junge Pinguin nun in einem klimatisierten Raum auf Eisstückchen gebettet ausruhen und sich mit püriertem Fisch aufpäppeln lassen.

Nach einer weiteren Untersuchung wird dann darüber diskutiert werden, ob und wie «Happy Feet» in die Antarktis zurückkehren kann. Ein neuseeländischer Geschäftsmann will dem Pinguin eine Passage auf einem russischen Forschungsschiff verschaffen, das sich auf den Weg in die winterliche Antarktis macht. Fraglich bleibt derzeit allerdings, ob es nicht zu riskant ist, wenn «Happy Feet» zurückkehrt und dadurch womöglich Keime und potenzielle Krankheiten einschleppt, welche für seine Artgenossen gefährlich werden könnten. In Neuseeland kann der Kaiserpinguin allerdings auch nicht bleiben, da es dort keinen Zoo gibt, der für diese Tierart eingerichtet ist. Weltweit gibt es nur wenige Tierparks, die Kaiserpinguine beherbergen, einer davon ist der weltberühmte Zoo von San Diego. Bis über «Happy Feets» Zukunft entschieden ist, bleibt er vorerst sicherheitshalber in Quarantäne, auch wenn es ihm hoffentlich schon bald besser gehen wird.



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