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19.08.2014

Ein Leben in Freiheit für Ema, Oska und Ron

KOSOVO – Der Start ins Leben war für die kleinen Bärenkinder Ema, Oska und Ron mehr als dramatisch. Im Alter von nur drei Wochen waren sie im Kosovo illegal gehandelt und an zwei Familien in Peja verkauft worden. Doch sie hatten Glück im Unglück.

Bild: VIER PFOTEN

Umweltministerium und Polizei wurden auf den Fall aufmerksam und beschlagnahmten die Bärenbabies. Alle drei Tiere wurden in den VIER PFOTEN BÄRENWALD in Prishtina gebracht, wo sich ein Team aus Pflegern und Bärenexperten liebevoll und fachmännisch um sie kümmerte.

Bärenexperte Carsten Hertwig von VIER PFOTEN ist erleichtert, dass die Kleinen nun stark genug für ein Leben in den kosovarischen Wäldern sind. „Die Bären stammen ursprünglich aus dem Nationalpark Bjeshket e Nemuna im Nordwesten des Landes. Dort wurden sie viel zu früh ihrer Mutter entrissen, waren extrem geschwächt und unterernährt“. Die letzten Wochen verbrachten Oska, Ron und Ema unter ständigem Monitoring im VIER PFOTEN BÄRENWALD in Prishtina. „Eine Gradwanderung, denn wir durften sie nicht allzu sehr an Menschen gewöhnen. Bei jungen Bären bestehen noch hohe Chancen, sie wieder auszuwildern“, erklärt Hertwig.

Die mittlerweile sechs Monate alten Bären werden nun behutsam auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Das Team des VIER PFOTEN BÄRENWALD Prishtina überstellte sie in ein rund ein Hektar grosses, umzäuntes Gebiet im Nationalpark Sharri. Das Bergland im südwestlichen Kosovo liegt rund zwei Stunden von Prishtina entfernt und bietet optimale Voraussetzungen für die aufgeweckten Jungtiere. Ihr neue Zuhause ist für Menschen nur schwer zugänglich. Hertwig: „Unser lokales VIER PFOTEN Team hat in nur wenigen Wochen das Gebiet erschlossen, das Gehege für die drei Bären errichtet und eine Unterbringungsmöglichkeit für die beiden Pfleger geschaffen“.

Die beiden erfahrenen VIER PFOTEN Tierpfleger Emily Lloyd und Harold Browning werden die Bärenwaisen anfangs begleiten, jedoch ohne direkten Kontakt. Bislang wurden Ema, Ron und Oska mit einem speziellen Milchersatzpulver gefüttert. Wie in der freien Wildbahn werden die drei Bären nun entwöhnt und erhalten ab sofort nur noch Futter, das sie auch in ihrer natürlichen Umgebung vorfinden würden. Carsten Hertwig über den langsamen Auswilderungsprozess: „Es wird keine fixen Futterzeiten geben. Wir möchten Oska, Ron und Ema dazu ermuntern, selbst auf Nahrungssuche zu gehen. Unsere Tierpfleger sprechen auch nicht mit den Bären, um sie nicht an menschliche Stimmen zu gewöhnen“. In Folge wird ihr Gehege Schritt für Schritt ausgedehnt bis sie schliesslich in rund zwei Jahren das umzäunte Gebiet gänzlich verlassen können.

Im Nationalpark Sharri leben schätzungsweise vierzig Bären in freier Wildbahn. „Wenn die Chance auf Auswilderung besteht, muss man diese einfach ergreifen. Es freut uns daher, dass wir den Dreien gemeinsam mit dem hiesigen Umweltministerium eine Zukunft in ihrer natürlichen Umgebung ermöglichen können“, so Projektleiter Hertwig.



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