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18.06.2010

Einwanderer wollen illegales Affenfleisch auch in Europa

ENGLAND/FRANKREICH - Rund 270 Tonnen illegales Bushmeat gelangen jährlich über die grossen Flughäfen nach Europa. Eine Studie, die am Pariser Charles-de-Gaulle-Airport durchgeführt wurde, hat zur Beschlagnahme von rund 190 Kilogramm illegalem Fleisch aus verschiedenen afrikanischen Ländern geführt.

Neben der Gefahr des Imports von Krankheiten für Mensch und Tier betrifft der illegale Fleischhandel auch den Artenschutz, berichtet ein Forscherteam im Fachmagazin Conservation Letters. "Wir gehen davon aus, dass jede Woche etwa fünf Tonnen von illegalem Bush-Meat über den Pariser Charles-de-Gaulle-Flughafen in die EU gebracht werden", so Studien-Koautor Marcus Rowcliffe von der Zoological Society of London. Die während der Studie beschlagnahmten Fleischproben stammten von insgesamt elf verschiedenen Tierarten. "Darunter waren zwei Arten von Primaten, zwei verschiedenen Krokodilarten und drei verschiedenen Nagetieren von denen zwei unter Schutz standen."

Affenfleisch für Einwanderer

"Die Nachfrage nach Bush-Meat - vor allem nach Affenfleisch - ist vor allem unter den Einwanderern sehr gross", so Rowcliffe. Ein vier Kilogramm schwerer Affe kostet umgerechnet etwa 100 Euro. Am lokalen Markt in Kamerun schlägt sich ein Affe mit etwa fünf Euro zu Buche. "Die Produkte werden nicht nur zum persönlichen Verzehr importiert, sondern es gibt mittlerweile einen lukrativen Handel damit", erklärt Rowcliffe. Der Preis stilisiere das Fleisch zu einem Statussymbol hoch. "Basierend auf den Daten der insgesamt 29 untersuchten Flugankünfte in Paris haben wir die Zahl hochgerechnet und sind dabei zum Schluss gekommen, dass jährlich 273 Tonnen dieses Fleisches über den Pariser Flughafen ins Land gelangen". Rowcliffe betont, dass er und seine Kollegen über diese grosse Menge an illegalem Fleisch erstaunt waren. "Da es bisher keine Studien darüber gab, basierten alle Angaben auf Schätzungen."

Mehrere Untersuchungen notwendig

Aufgrund des kurzen Untersuchungszeitraums meinen die Forscher, dass weitere Studien notwendig sind. Zudem sollte die Kontrolle ausgeweitet werden. "Wir nehmen an, dass aufgrund der relativ geringen Strafen und dem mangelnden Engagement der illegale Handel blüht", so Rowcliffe.

Quelle: pressetext.at



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