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05.04.2013

Empathisches Lachen auch bei kleineren Affen

ITALIEN – Gesichtsausdruck besonders in der Mutter-Sohn-Beziehung prägend. Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Scienze e Tecnologie della Cognizione haben festgestellt, dass das Lachen unter bestimmten Primatenarten genauso ansteckend ist wie beim Menschen.

Bild: Wikipedia / Dave Watts

Damit können nach Meinung der italienischen Wissenschaftler wichtige Rückschlüsse auf das Sozialverhalten von Kindern und deren Entwicklung gezogen werden.

1.000 Videos analysiert

Die zwei Jahre dauernde Studie wurde anhand von mehr als 1.000 Videoaufnahmen mit insgesamt 38 Tieren durchgeführt. Getestet wurden Vertreter der auf der äthiopischen Hochebene beheimateten Kleinaffenart "Theropithecus Gelada". Sie leben in kleineren Gruppen, gebildet von einem männlichen Oberhaupt und mehreren weiblichen Tieren sowie deren Kindern. Zu den Beobachtungsmomenten gehörten vor allem sozial enge Kontaktsituationen wie die beim Spielen und bei der gegenseitigen Körperpflege.

"Die beim Lachen entstehende Gesichtsmimik ist eine ungewollte, automatisch ablaufende Antwort auf das Verhalten von Artgenossen, die sich von den bewusst gesteuerten Gesichtsausdrücken vor allem durch ihre höhere Geschwindigkeit unterscheidet", bestätigt Projektleiterin Elisabetta Palagi. Neurophysiologisch betrachtet beruhe diese Grundform der Empathie auf dem Prinzip der Spiegelneuronen, die bei der Beobachtung der Handlungen von Artgenossen aktiviert werden.

Soziale Bindung wichtig

"Wir konnten feststellen, dass ein Lachen mit eng geschlossenen Zähnen ein Lachen mit eng geschlossenen Zähnen zur Folge hatte, während ein Lachen mit breitem Mund wiederum mit einem Lachen mit breit geöffnetem Mund beantwortet wurde", so die Wissenschaftlerin. Besonders ausgeprägt war der Mimikaustausch zwischen Muttertieren und ihren männlichen Abkömmlingen. Unter diesen sei biologisch bedingt die soziale Bindung besonders eng.

"Wir gehen davon aus, dass der Gesichtsausdruck in der Mutter-Sohn-Beziehung auch beim Menschen prägend und für die kindliche Entwicklung von grosser Bedeutung ist", meint Palagi. Bislang sei die beim Lachen entstehende emotive Gesichtsmimik in der Tierwelt nur bei grossen Affenarten wie dem Orang-Utan beobachtet worden. Die multidisziplinäre Untersuchung ist in enger Zusammenarbeit mit den Universitäten von Pisa und Parma durchgeführt worden. Finanzielle Unterstützung haben das italienische Forschungsministerium und das amerikanische National Institute of Health geleistet. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" nachzulesen.



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