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11.09.2014

Erneut grausame Tierversuche aufgedeckt

DEUTSCHLAND – Am Max-Planck-Institut in Tübingen werden, wie am 10.9.2014 in der Sendung «Stern TV» aufgedeckt wurde, grausame Experimente mit Affen durchgeführt. Um der Öffentlichkeit aufzuzeigen was dort passiert, hatte ein Tierschützer 6 Monate als Tierpfleger mitgearbeitet und den Alltag der Affen mit der Kamera festgehalten. Auf den Schock-Aufnahmen sieht man ganz klar grausame Tierquälereien.?Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) kritisiert schon lange die grausamen Zustände in Tierversuchslabors, und fordert endlich eine ernsthafte politische Diskussion über die Tierversuchsforschung.

Was auf den Aufnahmen der Organisationen Soko-Tierschutz und BUAV zu sehen ist, ist erschütternd. Man sieht blutverschmierte Affen mit offenen Wunden, Tiere die sich übergeben, apathische Affen und solche die sich vollkommen verhaltensgestört nur noch stereotyp bewegen. Affen werden stundenlang auf sogenannte Primatenstühle gefesselt. In diesem Stuhl werden ihre Köpfe mit Schrauben fixiert, damit sie sich nicht bewegen können. Die Versuche dienen der Grundlagenforschung um dabei die Wahrnehmungen und das Gedächtnis der Primaten zu erforschen. Dabei müssen die Affen z.B. Aufgaben am Bildschirm lösen. Nach Angaben des Max-Planck-Instituts (MPI) seien die Tiere dabei unter mässiger Belastung und sie würden artgerecht gehalten. Doch Transparenz scheint kein Thema zu sein. Ein SWR-Reporter versuchte wochenlang vergeblich einen Termin bei den Hirnforschern des Max-Planck-Instituts in Tübingen zu erhalten.

In den Aufnahmen sieht man, dass ein Affe betäubt auf den Stuhl gefesselt wird. Vermutlich hatte er sich davor zuviel gewehrt. Als dieser dann aufwacht gerät er völlig in Panik. Ebenfalls hat der Tierpfleger dokumentiert, dass Affen, um deren Zusammenarbeit zu erzwingen, über mehrere Tage nichts zu trinken bekommen. Ein vor kurzem operierter Affe versuchte sich das Implantat aus dem Schädel zu reissen und ein weiterer Affe wurde durch eine Infektion infolge des Implantats halbseitig gelähmt.

«Wenn ich diese Aufnahmen sehe bin ich fassungslos und es macht mich wütend, dass Forschung aus dem Mittelalter im 21. Jahrhundert  immer noch Alltag ist. Muss man mit den heutigen Bildgebenden Verfahren usw. immer noch Köpfe aufbohren und zersägen um darin einen Einblick zu erhalten?» fragt Andreas Item, der Geschäftsführer der AG STG, und kritisiert scharf: «In der Öffentlichkeit behaupten Universitäten und Hochschulen immer wieder, dass ihre Versuche quasi «human» seien. Doch diese Aufnahmen zeigen einmal mehr die grausamen Schrecken in den Labors. Und das sogar noch für sinnlose Experimente der Grundlagenforschung!»

Solche Bilder müssen zu einem Umdenken führen. Rechtfertigt Neugier wirklich jegliche Tierversuche oder müsste eine echte Güterabwägung zwischen den Interessen von Mensch und Tier stattfinden? Insbesondere in der Grundlagenforschung, bei der nach keinem medizinischen Erfolg geforscht wird, und die Jahrzehnte ohne nachweisbaren Nutzen stattfinden kann, stellt sich diese Frage. Es müssen klare gesetzliche Regelungen gemacht werden, ob man wirklich unbeachtet des verursachten Leids weiterhin alle möglichen und unmöglichen Fragen versuchen darf zu beantworten – bzw. es müssen ethische und wissenschaftliche Grenzen gezogen werden.



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