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20.09.2010

EU-Gesetze gegen fremde Lebewesen

DÄNEMARK/OESTERREICH - Gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten, die nach Europa eingeschleppt werden, verursachen jährlich Schäden in der Höhe von zwölf Mrd. Euro. Doch bislang scheiterten die Pläne, die so genannten Neobiota fernzuhalten. Nun sollen Gesetze die europäische Flora und Fauna schützen.

2008 hatten Forscher mehr als 10.000 nicht-heimische Arten in Europa ausfindig gemacht. 1.300 davon haben negative Auswirkungen auf die Umwelt. Experten wie etwa Piero Genovesi, Vorsitzender der Invasive Species Specialist Group (ISSG) schätzen die Schäden für die Wirtschaft, die Umwelt oder die menschliche Gesundheit durch eingeschleppte Arten bedeutend höher ein. "Über einige Spezies wissen wir zu wenig genau, welche Schäden sie tatsächlich anrichten", so Genovesi. Das grosse Problem ist, dass die Zahl der Bioinvasoren immer noch ansteigt. Allein in Europa ist sie in 30 Jahren um 76 Prozent gestiegen.

Europa muss handeln

Bei der Neobiota-Konferenz in Kopenhagen kämpfen Wissenschaftler darum, Regelgesetze für invasive Arten in der EU zu schaffen. Vorbilder dafür sind Gesetze wie sie in Neuseeland und Australien bereits existieren. "Die formalen Bedingungen existieren bereits seit dem EU-Ministerratsbeschluss vom Juni 2009", so Genovesi, der dazu drängt, dieses Gesetz im kommenden Jahr in Kraft zu setzen.

Das grosse Problem der Neobiata ist, dass sie auf verschiedene Weise nach Europa gelangt sind - manche wurden absichtlich eingeschleppt, andere versehentlich. Etwa die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die in Südostasien beheimatet ist, ist durch die zunehmende Reisetätigkeit und dem Warentausch nach Europa gekommen. Im EU-Programm DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventory for Europe) rangiert die Stechmücke, die gefährliche Krankheiten übertragen kann, unter den 100 schlimmsten Invasoren.

Weltweite Schäden betragen 1,4 Bio. Dollar jährlich

Nach Berechnungen des Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP verursachen Invasoren jährlich Schäden von mindestens 1,4 Bio. Dollar. Das Dramatische an manchen Neobiota ist, dass sie in ihrer neuen Heimat auch grössenmässig zunehmen. Für Experten sind dies ernstzunehmende Risiken in Zusammenhang mit der Veränderung von Ökosystemen.

Der Hydrobiologe Christian Wiesner von der Wiener Universität für Bodenkultur, der sich mit eingeschleppten Fischen beschäftigt, warnt mit zahlreichen Fachkollegen seit Jahren vor den Folgen solcher Bioinvasoren. "Jedes Einbringen fremder Arten ist höchst bedenklich, denn wenn diese so genannten Neobiota einmal heimisch geworden sind, gibt es kaum Möglichkeiten sie zu entfernen".

Quelle: pressetext.ch



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