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18.01.2014

EU-Parlament sagt illegalem Wildtierhandel den Kampf an

Die Europäische Union soll stärker gegen die Wilderei-Krise und den illegalen Handel mit bedrohten Arten vorgehen. Dies forderte am 15. Januar 2014 das EU-Parlament in einer Resolution. Für stark gefährdete Tiere wie Elefanten, Nashörner und Tiger müsse auch der legale Handel verboten werden, weil er den illegalen Markt anheize, heisst es in dem Papier.

Nach Drogenhandel, Produktpiraterie und Menschenhandel steht der Wildtierschmuggel an vierter Stelle der weltweiten illegalen Aktivitäten. Europol schätzt, dass mit dem Handel bedrohter Arten 18 bis 26 Milliarden Euro im Jahr umgesetzt werden. "Die Gewinnspannen im Wildtierhandel sind enorm, das Risiko, erwischt zu werden, ist gering - und die Strafen milde", sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Die Länder der Europäischen Union sind ein bedeutender Absatzmarkt, aber auch Umschlagplatz für Wildtier-Produkte. Die Parlamentarier fordern deshalb, dass die EU-Mitgliedsstaaten den Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel global angehen.

"Wir wollen endlich Taten sehen, um die Wilderei-Krise zu stoppen: Die Finanzierung gezielter Aktionen, um die kriminellen Syndikate hinter dem illegalen Handel zu zerschlagen, strengere Strafen und eine weltweite Ächtung des Handels mit Elfenbein, Nashorn und anderen Produkten gefährdeter Arten", kommentiert Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Legaler Markt befeuert illegalen Handel

Solange die Nachfrage nach Wildtier-Produkten hoch bleibe und der Handel kaum kontrolliert werde, treibe der legale Markt für Wildtier-Produkte den illegalen Handel und die Wilderei weiterhin an, heisst es in der Resolution. "Dies ist eine deutliche Aufforderung an die Mitgliedsstaaten, in Zukunft keine weiteren Elfenbeinverkäufe oder eine Legalisierung des Nashornhandels zuzulassen", sagt Freyer. "Nur wenn der Handel mit aussterbenden Arten tabu ist, wird sich die Nachfrage eindämmen".

Hintergrund des Vorstosses ist die dramatisch gestiegene Wilderei, vor allem auf Elefanten und Nashörner. 2013 sind allein in Südafrika fast tausend Nashörner gewildert worden, etwa zehn Mal so viele wie vor vier Jahren. Trotzdem möchte die Regierung von Südafrika eine Freigabe des seit 36 Jahren verbotenen Handels mit Rhino-Horn erreichen. Dabei ist die Nachfrage aus Asien weit höher als das legale Angebot.

Die Wilderei auf Elefanten geriet infolge gestiegener Kaufkraft in Asien und einer Liberalisierung des Elfenbeinhandels nach China im Jahr 2008 völlig ausser Kontrolle. Die EU hatte damals unter deutscher Verhandlungsführung dem Verkauf von Elfenbein nach China zugestimmt. Schätzungen von Pro Wildlife zufolge werden derzeit zwischen 30.000 und 50.000 Elefanten pro Jahr gewildert, um die Gier nach Elfenbein zu befriedigen.

Elfenbeinzerstörungen: Starke Signale gegen den Wildtierhandel

Das EU-Parlament und Artenschutzorganisationen wie Pro Wildlife fordern die EU-Regierungen auf, den Elfenbeinhandel zu verbieten und beschlagnahmtes Elfenbein zu zerstören. Die USA, die Philippinen, Gabun und Kenia haben ihre Elfenbeinlagerbestände bereits öffentlichkeitswirksam vernichtet. Zuletzt schredderte am 6. Januar China einen Teil seines beschlagnahmten Elfenbeins. China ist der Hauptabsatzmarkt für legales wie illegales Elfenbein. In Europa hat bisher nur Frankreich entsprechende Schritte angekündigt.



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