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11.06.2011

Experten lehnen Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ab

DEUTSCHLAND – Die von der Landesregierung geplante Aufnahme des Wolfes ins sächsische Jagdrecht halten sowohl Experten als auch Vertreter von Oppositionsparteien für unsinnig.

Naturschützer, Jäger und Wissenschaftler sprachen sich am Freitag im Landtagsausschuss für Umwelt und Landwirtschaft mehrheitlich dagegen aus.

Sie erklärten, eine Aufnahme ins Jagdrecht würde weder den Schutz noch die Erfassung der sächsischen Wolfsbestände verbessern.

Wäre der Wolf dem Jagdrecht und somit der Verantwortung der Jägerschaft unterstellt, würde das den Schutz nicht verbessern, betonte die Leiterin des Wildbiologischen Büros Lupus, Ilka Reinhardt. Die Naturschutzgesetze von Bund und Land erfüllten schon alle artenschutzrechtlichen Anforderungen. 'Es gibt schon einen hundertprozentigen Schutz des Wolfes, also kann er nicht verbessert werden', sagte Ulrich Wotschikowsky vom Wildtierschutzverein Vauna.

'Selbst wenn der Wolf unter ganzjährige Schonzeit gestellt würde, hätte ich Angst, den Wolf ins Jagdrecht zu stellen', sagte Franz Graf von Plettenberg vom Bundesforstamt Lausitz. Das könne ein falsches Signal an die Jäger sein, die dann auf alleiniger Zuständigkeit bestehen könnten. Ein Nebeneinander von Jagd- und Naturschutzrecht würde zudem zu Kompetenzgerangel führen und Entscheidungsprozesse verlangsamen.

Eine Beteiligung der Jäger am sogenannten Wolfsmonitoring, also an wissenschaftlich fundierten Meldungen über das Vorkommen und die Aktivitäten von Wölfen, wäre nach Ansicht der Experten aufgrund mangelnder Kapazitäten, Ausrüstung und Expertise der Jäger kaum möglich.

Lediglich ein Vertreter des Landesjagdverbandes erklärte, das in die Jägerschaft gesetzte Vertrauen solle in der emotional aufgeladenen Debatte genutzt werden. Eine Beteiligung am Monitoring sei für Jäger 'quasi nebenbei' möglich, sagte Verbandsvizepräsident Heinz Baacke. Die sächsischen Jäger hatten sich zuletzt mehrfach für eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ausgesprochen.

Einig waren sich die Experten über die Schutzwürdigkeit des seltenen Tieres. Sie wiesen darauf hin, dass die grenzübergreifende Population in Sachsen und Westpolen stetig wachse.

Der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Johannes Lichdi, forderte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) auf, anstelle der Aufnahme ins Jagdrecht einen gemeinsamen Management-Plan mit der polnischen Seite für die gemeinsame Wolfspopulation anzustreben. Die Linken-Fraktion kritisierte die Jagdrecht-Debatte als verfehlt und sprach den Befürwortern überzeugende Argumente ab.

Nach Plänen des Umweltministers soll der Wolf künftig dem Jagdrecht unterstellt werden. Der Wolf soll dabei aber seinen Schutzstatus nicht verlieren, dürfte also weiterhin nicht gejagt werden. Nach Einschätzung des polnischen Biologen und Wolfsexperten Henryk Okarma gibt es in Sachsen zurzeit fünf Rudel mit etwa 25 bis 50 Tieren, in Westpolen sei die Anzahl ähnlich.

Quelle: Tierschutznews.ch



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