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14.07.2010

Extreme Hitze gefährdet auch Nutztiere

SCHWEIZ – Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere leiden unter der derzeitigen Hitzewelle. Der Schweizer Tierschutz STS erinnert Nutz- und Hobbytierhalter an ihre gesetzlichen Verpflichtungen. Für sämtliche Nutztierarten gilt, dass sie sich in den Schatten zurückziehen können müssen und genügend Wasser zur Verfügung haben.

Der Hochsommer ist in vollem Gange und die Temperaturen klettern seit Tagen über 30 Grad Celsius. Während die meisten Menschen ihre Sommerferien geniessen, macht vielen Nutztieren die glühende Hitze zu schaffen. Aufgrund mangelnder Kenntnisse oder Nachlässigkeit verursachen Bauern und Hobbytierhalter oft tierschutzrelevante Situationen. Der Schweizer Tierschutz STS erinnert die Nutztierhalter deshalb an die gesetzliche Pflicht, stets genügend Wasser zur Verfügung zu stellen und ihre Tiere vor extremer Witterung auch im Freiland zu schützen. Beispielsweise durch schattenspendende Unterstände auf der Weide, falls keine Bäume zum Unterstehen vorhanden sind oder kühlende Duschen im Stall.

Kühe geben weniger Milch

Kommt zur Hitze noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu, geraten beispielsweise Kühe bereits ab 25 Grad Celsius in einen Hitzestress. Der macht sich so bemerkbar, dass die Kühe hecheln, ihr Herzschlag erhöht ist und das Fell nass vom Schwitzen wird. Die Folgen: Die Kuh frisst weniger und produziert somit weniger Milch. Umsichtige Bauern haben deshalb bereits begonnen, ihre Ställe mit Sprühanlagen auszurüsten, welche den Hochleistungstieren Abkühlung verschaffen und damit die Milchleistung nicht beeinträchtigt wird. Auf der Weide müssen genügend Schattenplätze für das Rindvieh vorhanden sein. Am einfachsten ist es aber, den Weide-rhythmus zu ändern, indem man Kühe tagsüber im kühlen Stall und nachts, wenn Hitze und Mückenplage abflauen, weiden lässt.

Schweine schwitzen nicht

Besonders hitzeanfällig sind Schweine, da sie über keine Schweissdrüsen verfügen und somit nicht schwitzen können. Natürlicherweise verschaffen sie sich dadurch Abkühlung, indem sie sich mit dem Rüssel im sumpfigen Boden eine Vertiefung ausheben und sich darin suhlen. Die kühlende Erdschicht auf ihrer Haut schützt sie dabei auch vor Sonnenbrand. Schweine weisen nämlich eine ähnliche Haut wie wir Menschen auf und können sich ohne Schattenplätze einen schmerzhaften Sonnenbrand zuziehen.

Erleichterung verschafft ihnen am nachhaltigsten eine Dusche. Entweder kann ein Bauer die Tiere ab und zu mit dem Schlauch abspritzen oder er installiert einfache Duschen im Auslauf, welche die Schweine selber mit dem Rüssel auslösen können, wenn ihnen danach ist.

Hühner vertragen Hitze schlecht

Sobald es heiss wird, legen Hühner weniger und kleinere Eier. Da sie ebenfalls nicht schwitzen können, beginnen sie bei Temperaturen um 30 Grad zu hecheln. So können sie kurzfristig Körperwärme abführen Hält die Hitze indessen stundenlang an, werden sie immer mehr geschwächt und können unter einem Kreislaufkollaps sterben. Gut isolierte Ställe und regelmässiges Lüften sowie Schattenplätze, z.B. Büsche, im Auslauf sind probate Mittel, um Hühner vor Hitze zu schützen. 

Schafe beaufsichtigen

Meistens werden Schafe hierzulande während des Sommers extensiv auf grossen Weideflächen in den Berggebieten gehalten. In der Regel sind diese Gebiete ausreichend strukturiert, so dass die Tiere den Schatten aufsuchen können, wenn es ihnen zu heiss wird. Wichtig ist jedoch, dass sie ständig Zugang zu frischem Wasser haben. Sehr viele Schafe werden indessen auch im Unterland von Hobbytierhaltern gehalten. Hier ist es ganz wichtig, dass die Schafe Zugang zu Unterständen oder Schattenplätzen unter Bäumen und Büschen haben. Es ist sinnvoll, den Zustand der Schafe, Futter, Wasser und Unterstand täglich zu kontrollieren. Da die Hausschafarten keinen Fellwechsel durchmachen, müssen sie zudem einmal im Jahr geschoren werden. 

Widerstandsfähige Ziegen

Ziegen sind sehr hitzeresistent, wogegen sie auf Nässe sehr empfindlich reagieren. Die genügsamen Tiere passen sich der Hitze an, indem sie schwitzen und von alleine möglichst kühle, schattige Orte aufsuchen. Trotzdem brauchen auch Ziegen Zugang zu Wasser und Schattenplätzen, welche sie vor übermässiger Hitze und vor Fliegen und Mücken schützt. 

Pferde sind durstig

Zwar verkraften Pferde selbst grosse Temperaturschwankungen relativ gut. Trotzdem können einige unter ihnen auch Sonnenbrand bekommen oder gar einen Hitzschlag erleiden. Wenn möglich sollten Pferde und Esel in den Sommermonaten nur in der Nacht auf die Weide gelassen werden, insbesondere um der Mückenplage vorzubeugen. Zu berücksichtigen ist, dass ein Pferd bei grosser Hitze oder Anstrengung bis zu 60 Liter Wasser pro Tag benötigt. Das Reiten sollte im Sommer möglichst entweder auf den frühen Morgen oder auf den Abend beschränkt werden.

Der STS hält zahlreiche Informationen für die artgerechte Tierhaltung bereit, darunter auch die neue Broschüre „Tierkomfort“, welche bei der Geschäftsstelle erhältlich ist.



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