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12.06.2009

Fall Findelhündin Funny – Tierschützer fordern Konsequenzen

SCHWEIZ – Nach der Erschiessung der Findelhündin Funny durch die Altstätter Behörden werden von Tierschützern nun Konsequenzen gefordert.

Wie konnte es zu der von Amts wegen angeordneten Erschiessung einer gesunden, knapp einjährigen Hündin kommen (www.petfinder.ch berichtete)? Die streunende Hündin wurde in Altstätten von der Polizei gefunden und dem Tierschutzverein Rheintal übergeben. Dieser brachte die nicht gechippte Hündin ins Tierheim Tannenhof in Walzenhausen und informierte die zuständige Behörde der Stadtverwaltung.

Neun Tage später wurde Funny vom pensionierten Wildhüter Erwin Bandel in der Funktion des Tierschutzbeauftragten im Tierheim abgeholt. Da Tierheimleiter Godi Lenherr zu diesem Zeitpunkt abwesend war, übergab eine Mitarbeiterin den Hund gutgläubig und ohne das Wissen des Tierschutzvereins Rheintal, der für Funny verantwortlich war. Auf die Frage, was mit Funny geschehe, habe Bandel geantwortet, er wisse es nicht. Tatsache ist, dass er die Hündin kurze Zeit darauf erschoss.

Nun drängt sich die Frage auf, ob Funny aus Kostengründen sterben musste. Die Gemeinde, in der ein Hund gefunden wird, muss die ersten zehn Tage für das Tierheim aufkommen. Wird in dieser Zeit weder der frühere noch ein neuer Besitzer für das Tier gefunden, muss eine Lösung gefunden werden. Dies geschieht im Normalfall in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Tierschutzverein.

Laut Präsident Christian Rech hat diese Kooperation bisher mit allen Gemeinden gut funktioniert, auch mit Altstätten. Deshalb hat ihn das Vorgehen im Fall Funny auch schockiert und enttäuscht. Er sei von den Behörden nicht einmal informiert worden, dass die Tötung der Hündin geplant sei. Der Tierschutzverein hätte Funny ansonsten aufgenommen und ein neues Plätzchen für sie gesucht – Interessenten gab es bereits. Auch Godi Lenherr gibt an, dass er Bandel versichert habe, dass das Tierheim weiterhin für Funny sorgen werde.

Bandel selbst gibt zum Vorfall keine Auskunft, er werde seine Aussage von Gericht machen. Denn Lenherr hat Bandel wegen Tierquälerei, Amtsanmassung und Sachbeschädigung angezeigt. Er kam damit dem Tierschutzverein Rheintal zuvor, welcher selbst Strafanzeige stellen wollte. Der Vorstand betont denn auch, dass sie in diesem Fall federführend seien.

Unverständlich bleibt auch die Tötungsmethode. Einen Hund zu erschiessen, verstosse gegen das Tierschutzgesetz, betont Rech. Es dürfe nämlich einzig und allein ein Tierarzt über den Tod eines Hundes entscheiden und ihn dann einschläfern. Dies dürfe auch erst frühestens nach zwei Monaten geschehen, so lange sei die Gemeinde verpflichtet, den Hund zu behalten, um den Besitzer zu finden, der innert dieser Frist noch Anspruch auf das Tier hat.

Altstättens Stadtpräsident sieht das anders. Es sei unklar, wem das Tier in den ersten zwei Monaten nach dessen Auffindung gehöre. Die Erschiessung sei zudem gemäss kantonalem Hundegesetz geschehen, welches die Beseitigung eines Tieres nach 10 Tagen erlaube. Der verantwortliche Sachbearbeiter der Stadtverwaltung habe sich daraufhin mit Erwin Bandel auf diese Lösung geeinigt. Man habe zuvor auf verschiedenen Wegen versucht, Funnys Besitzer zu finden.

Für den Tierschutzverein Rheintal steht indes fest, dass Erwin Bandel als Tierschutzbeauftragter der Stadtverwaltung nicht mehr tragbar ist. Zudem stellt sich für ihn die Frage, ob in den Gemeinden generell die richtigen Leute als Tierschutzbeauftragte im Amt sind. Als Konsequenzen von Funnys sinnlosem Tod erhofft er sich nun eine gerechte Strafe, eindeutige Gesetze und bessere Unterstützung durch die Gemeinden. Dafür möchte er mit seinen Partnergemeinden einheitliche Vereinbarungen treffen, die später vielleicht sogar Vorbild im ganzen Kanton werden könnten.

Altstättens Stadtpräsident Daniel Bühler hat diesbezüglich bereits Kooperationsbereitschaft angekündigt. Neben einer Sitzung mit dem Tierschutzverein Rheintal zur Klärung des Vorfalls will man mit diesem künftig auch enger zusammenarbeiten und nach Lösungen suchen, die gesetzliche Lücken und Widersprüche bei den Tierschutzbestimmungen betreffen.



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