Logo
17.04.2014

Fast die Hälfte aller Schweizer Hunde stammen aus dem Ausland

SCHWEIZ – Die neue Statistik der Schweizer Hunde-Datenbank ANIS (Animal Identity Service) über im Jahr 2013 in die Schweiz importierte Hunde belegt Erschreckendes: Die Anzahl der Tiere, die aus dem Ausland kommen, hat schon wieder zugenommen. 2013 wurden 22'582 Hunde aus dem Ausland neu registriert, gegenüber 25'988 in der Schweiz geborener Hunde. Der Anteil der Hunde aus dem Ausland beläuft sich somit bereits auf 46,5 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg von 2,6 Prozent.

© VIER PFOTEN

«Dieser Trend in der Schweiz ist im Hinblick auf den illegalen Welpenhandel in Europa besorgniserregend», erklärt Birgitt Thiesmann, Heimtierexpertin bei der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. «Immer mehr dubiose Händler bieten Welpen unter falschen Angaben und zu Schnäppchenpreisen an. Die Profitspannen in der gesamten Handelskette sowie die geringe bis kaum vorhandene Durchsetzung existierender Gesetze scheinen dies zu einem leichten Spiel mit enormen Gewinnen zu machen.»

Im Gegensatz zu anderen «Handelsgütern» können Welpen ohne Einbringung von Kapital und den damit verbundenen Risiken gefahrlos und nahezu überall produziert werden. Da es im illegalen Handel in der Regel nur auf den Profit ankommt und der Tierschutz ausser acht gelassen wird, entstehen dem Vermehrer so gut wie keine Kosten. Eine artgerechte Unterbringung, Versorgung und medizinische Behandlung von Muttertieren und Welpen ist in der Massenzucht nicht vorgesehen. Stattdessen vegetieren die Hunde in Kellern, Schuppen und Garagen unter schlimmsten Bedingungen vor sich hin.

Da die Muttertiere in der Regel nicht geimpft sind, fehlt den Welpen von vorneherein der Impfschutz. Sie selbst werden ebenfalls meist auch nicht geimpft und haben zudem ein schwaches Immunsystem. Zudem werden sie ihren Müttern viel zu früh weggenommen und so auf tagelange Transporte quer durch Europa geschickt. Viele Welpen sind oft schon todkrank, wenn sie ihren Geburtsort verlassen. Die Folgen: Sie schleppen die hoch ansteckende Viruserkrankung Staupe oder die ebenfalls hoch ansteckende  Infektionskrankheit Parvovirose in die Abnehmerländer ein. Beide Krankheiten sind sehr qualvoll und verlaufen meistens tödlich. Krankheit und Tod der Tiere sind in diesem kaltherzigen Geschäft fest eingeplant. Der Profit ist trotz allem so gross, dass er diese «Ausfälle» kompensiert. Es ist nicht auszuschliessen, dass diese ungeimpften Tiere sogar die in Westeuropa ausgerottete Tollwut wieder einschleppen, die nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen lebensbedrohlich ist.

Eine aktuelle Studie von VIER PFOTEN belegt: Die führenden Produktionsländer für Welpen sind die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei. In diesen Ländern werden Hunde in Massenzuchtanlagen produziert und zu Niedrigpreisen verkauft, einschliesslich der Ausweisdokumente und Impfungen, die in den meisten Fällen gefälscht sind. Derart niedrige Preise wären für seriöse Händler in einem Land wie der Schweiz nicht möglich, in dem Gesetze zur Zucht, zum Transport, der Gesundheit und dem Schutz der Tiere ordnungsgemäss durchgesetzt werden.

«Die Nachfrage nach billigen Welpen scheint ungebrochen, die Gewinnspannen sind immens hoch und das Risiko erwischt zu werden, gering», sagt Birgitt Thiesmann. «Und sollte der illegale Handel doch einmal auffliegen, sind die Geldstrafen für den Händler durchaus verschmerzbar. Mit dem nächsten Transport macht er diesen Verlust um ein Vielfaches meist wieder wett.»

VIER PFOTEN fordert daher eine europaweite Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde, verstärkte Kontrollen bei Grenzübergängen und eine rigorose Strafverfolgung skrupelloser Welpenhändler.

Birgitt Thiesmann appelliert an alle Hundefreunde: «Sollten Sie planen, sich einen Hund anzuschaffen, fallen Sie bitte nicht auf Schnäppchenpreise herein und lassen Sie sich nicht zu Spontankäufen hinreissen! Ihr erster Gang sollte ins Tierheim führen, denn dort warten viele herrenlose Hunde, auch Rassehunde, sehnsüchtig auf ein neues Zuhause. Ansonsten gilt: Fahren Sie immer zu dem Anbieter nach Hause, lassen Sie sich das Muttertier zeigen und verschaffen Sie sich einen Gesamteindruck von den Hunden, dem Ambiente und dem Züchter.»

Quelle: VIER PFOTEN Stiftung für Tierschutz



Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Notfälle

Petfinder.ch arbeitet eng mit zwei Tierärztinnen zusammen, die auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen,Pferden und Nagern eingehen.
» mehr 

Heimatlose Tiere suchen ein Zuhause

heimatlose Tiere suchen ein Zuhause - Hunde, Katzen, Nager usw.

Über 1000 heimatlose Tiere suchen bei uns ein neues Zuhause. Tiervermittlung für Hunde, Katzen, Nager und mehr...