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12.01.2011

Feuer frei auf Wölfe

SCHWEDEN – Trotz einer drohenden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof soll es in Schweden auch in diesem Jahr eine Massenjagd auf Wölfe geben. Ab dem 15.Januar dürfen 20 Tiere geschossen werden. Für das Spektakel haben 3000 Jäger eine Lizenz beantragt. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN verurteilt die Jagd auf die streng geschützten Beutegreifer. „Ein solch schwerer Eingriff in den Tierbestand kann weder  drohende Inzuchtprobleme lösen, noch die Akzeptanz gegenüber dem Wolf steigern“, erklärt Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

Bereits im letzten Jahr durften in Schweden 27 Wölfe geschossen werden – obwohl die Jagd auf die geschützten Tiere gegen europäische Richtlinien verstösst. Die schwedischen Behörden argumentieren, durch die Jagd könne die Inzuchtgefahr innerhalb der Wolfspopulation eingedämmt werden. Ausserdem trage die Jagd dazu bei, die Bevölkerung für den Wolf zu gewinnen. Mit gut 200 Tieren ist die schwedische Population jedoch keineswegs stabil und durch die wahllose Dezimierung um ein Zehntel der Gesamtpopulation wird die genetische Vielfalt des relativ isolierten Wolfsbestandes nur noch mehr eingeschränkt. Eine für 2010 geplante Blutauffrischung durch das Aussetzen von Wölfen aus anderen Vorkommen kam nicht zustande.


„In anderen Wolfsländern klappt das Zusammenleben mit den Tieren auf weit engerem Raum als im dünn besiedelten Schweden. Die Lösung im Konflikt mit Nutztierhaltern liegt nicht in wahllosen Abschüssen, sondern in geeigneten Herdenschutzmassnahmen und intensiver Aufklärung“, sagt Stadler. Auch die EU Kommmission zweifelt an der Argumentation der Skandinavier und verlangt Klarheit über die wahren Hintergründe für das Töten der Tiere.

Bei der vom 15. Januar bis 15. Februar geplanten Jagd besteht die Gefahr, dass sich die Missstände des letzten Jahres wiederholen. 2010 wurde die Abschussquote um ein Tier überschritten und es wurden mindestens sieben Tiere angeschossen, die anschliessend qualvoll verendeten. Die Jägerschaft dagegen freut sich auf die Lizenzjagd, mehrere tausend Jäger haben sich bereits registriert. „Es ist empörend, dass ein EU Land sich derart über die berechtigten Vorbehalte der EU Kommission und der Mehrzahl der Tier- und Naturschutzverbände hinwegsetzt und den Wolf nicht als das akzeptiert was er ist: ein schützenswerter Bestandteil der schwedischen Natur“, stellt Stadler klar.



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