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02.09.2009

Fragwürdige Geschäfte mit Zierfischen, Reptilien und Amphibien

SCHWEIZ - Jährlich werden in der Schweiz Unmengen an Zierfischen verkauft. Etwa 90 Prozent der Tiere stammen aus dem Ausland. Auch der Reptilien-Handel ist nicht zu unterschätzen. Die Herkunft dieser Tiere ist oft unklar.

Das Geschäft mit der Aquaristik floriert. Der Schweizer Tierschutz (STS) schätzt die Anzahl Aquarienfische in Schweizer Wohnungen auf rund sieben Millionen Stück. Davon werden jährlich etwa 3,5 Millionen ersetzt, da viele Fische nicht sehr langlebig sind oder sterben, weil die Besitzer sie falsch halten.

Woher die Tiere stammen, ist den meisten Kunden nicht bekannt. Die Zoofachgeschäfte hüllen sich in Schweigen. Über 90 Prozent der Fische werden importiert - vor allem aus Südostasien und immer häufiger auch aus Osteuropa. Singapur soll gemäss Fachleuten der grösste Umschlagplatz für Zierfische sein. Die meisten Tiere von dort stammen aus grossen Zuchtbetrieben. Damit diese Import-Tiere den Transport überleben, kommen oft Antibiotika und Beruhigungsmittel zum Einsatz.

Der Vorteil der  boomenden Zuchtindustrie: Es gelangen immer weniger Fische in den Verkauf, die in der freien Natur eingefangen wurden.

In grossem Rahmen gezüchtet werden heute vor allem Süsswasserfische. Sehr hoch ist die Wildfangquote dagegen noch immer bei den Salzwasserfischen. Unter Kritik stehen dabei die Fangmethoden im Meer. Oft werden starke Gifte eingesetzt, um die Fische besser einsammeln zu können. Schätzungsweise nur etwa ein Fünftel überleben diese Strapazen.

Ob Süss- oder Meerwasserfische: Deklariert werden die Wildfänge nur in einem Teil der Zoogeschäfte.

Nicht nur bei den Fischen hapert es mit der Deklaration der Herkunft. Auch andere Haustiere stammen manchmal aus zweifelhafter Quelle, ohne dass die Kunden dies erfahren. Besondere Sorgenkinder der Tierschützer sind die Reptilien und Amphibien. Denn auch viele Schlangen, Leguane und Giftfrösche, die hierzulande in den Verkauf kommen, sind Wildfänge. Die Folgen der massenhaften Plünderung sind fatal: Seltene Arten drohen auszusterben, ausserdem geht mindestens die Hälfte dieser Tiere in Gefangenschaft ein.

Viele Händler nehmen es bei der Deklaration der Tiere nicht so genau. Es gibt noch immer schwarze Schafe, die die Tiere gar nicht oder bewusst falsch anschreiben. Unseriöse Händler bieten ihre Ware besonders gerne an Tierbörsen und im Onlinehandel an.

Wie bei den Fischen gilt auch bei Reptilien und Amphibien: Wer wissen möchte, ob ein Tier aus einer Zucht  ist oder aus Wildfang stammt, kann sich derzeit nur auf die Aussagen des Verkäufers verlassen. Und der kann sagen, was er will.



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