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10.07.2011

Frankreichs Kulturschande - Hinterhältige Machenschaften

FRANKREICH – Trotz nationaler und internationaler Kritik hat der französische Kultusminister seine Entscheidung, den Stierkampf zum französischen Kulturerbe zu erklären, bisher nicht zurückgenommen.

Wieder einmal zeigt sich, dass in Frankreichs Politik von kleinen aber einflussreichen Interessengruppen diktiert wird, die die Institutionen des Staates unterwandert haben. Die Meinung der Bevölkerung, die mit überwältigender Mehrheit den Stierkampf verachtet, wird ignoriert und verleugnet. Die französische Kultur, die in besseren Zeiten eine hervorragende Ausstrahlung in der Welt hatte, wird mit der Auszeichnung einer Pseudo-Kultur zum Kulturerbe durch den Einfluss einer lebensverachtenden Clique in den Dreck gezogen.

Hinter der fatalen Entscheidung der französischen Regierung steht ein Mann, der bisher nicht sehr auffiel, aber jetzt immer mehr in den Fokus der Kritik gerät. Es ist Philippe Bélaval, Direktor der Abteilung des Kultusministeriums, die für die Nominierung des Stierkampfs als Kulturerbe verantwortlich zeichnet. Er wurde im letzten Jahr, kurz nachdem die Kampagne der Stierkampforganisationen zur Erklärung des Stierkampfs als Kulturerbe begann, auf seinen Posten berufen. Dieser Mann ist nicht nur militanter aficionado, also fanatischer Stierkampffan, sondern auch Gründungsmitglied des Observatoire National des Cultures Taurines, der wichtigstenfranzösischen Stierkampf-Organisation, die sich die höheren Weihen des Stierkampfs als Weltkulturerbe durch die UNESCO auf die Fahnen geschrieben hat. Welch ein seltsamer Zufall! Seltsam ist auch, dass der Name Bélavals in den letzten Tagen auf mehreren Seiten der Homepage des Observatoire National des Cultures Taurines getilgt wurde, um die Verbindung mit der Stierkampfmafia zu vertuschen. Ihnen entging nur, dass diese Seiten im webcache.google nicht gelöscht werden konnten.

Bélaval hat die Reputation eines unauffälligen Funktionärs, der im Verborgenen seine Strippen zieht und nun als Maulwurf das Kultusministerium unterwandert hat. Dass er auch einen noch viel bedeutenderen Posten im Conseil d'Etat, dem obersten Verfassungs- und Verwaltungsgericht Frankreichs, bekleidet - einer Institution, die möglicherweise noch ein wichtiges Wort zur Auszeichnung des Stierkampfs als französisches Kulturgut zu sprechen hat, fiel bisher gar nicht auf. Bélaval wird sicherlich seine Ratskollegen in der höchsten richterlichen Instanz Frankreichs gut präpariert haben, wenn vielleicht eines Tages das Verbot des Stierkampfs auf der Tagesordnung steht.

Unterdessen geht das Stiermorden in Südfrankreich munter weiter. Nach den Massakern in Arles und Nîmes an den Oster- und Pfingstfeiertagen sind jetzt die kleineren Städte dran, die in der Ferienzeit ihre Bürger und Feriengäste mit diesem widerlichen Spektakel „erfreuen“ möchten. Über 60 südfranzösische Städte besudeln sich alljährlich mit dem Blut von Stieren, deren einziges „Makel“ ist, Symbol einer urwüchsigen Kraft zu sein, von der sich krankhafte Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen und daraus resultierenden Beherrschungszwang herausgefordert fühlen. Und diese „Menschen“ werden dann noch von ihrem blutgierigen Publikum als Helden gefeiert.

In Frankreich haben die Stierkämpfer unter Nachwuchssorgen nicht zu leiden, dafür umso mehr die Stiere. In speziellen Schulen werden Kinder als Torero ausgebildet, die dort jegliche Hemmung vor Tierquälerei verlieren. Diese mordlustige Brut darf sich in diesen Tagen in einer für sie extra eingerichteten Serie von Stierkämpfen mit dem Namen Graines de Torero(grob übersetzt: Saat der Torero) produzieren. Diese widerlichen Veranstaltungen werden als Wettbewerb organisiert und finden gegenwärtig in 14 kleineren Städten im Umkreis der Stierkampfmetropole Nîmes statt. Als Opfer werden den jungen Folterknechten Kälber, die kaum älter als zwei Jahre sind, ausgeliefert. Meint Frankreich mit solchen zweifelhaften Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen seine Jugendarbeitslosigkeit von 25% zu reduzieren? Sorgen wir dafür, dass es unserem Nachbarland nicht gelingt, mit Tierquälerei sein chronisches Exportdefizit auszugleichen!

Wenn Sie Ihre wohl verdienten Ferien in den Stierkampfländern Spanien, Portugal oder Südfrankreich verbringen wollen, möchten wir Sie nicht zu einem Boykott dieser Länder aufrufen. Reisen Sie ruhig dorthin, nur achten Sie bitte darauf, dass Sie nicht in die geschickt ausgelegten Fallen der Stierquäler tappen. Doch damit sollten Sie sich nicht begnügen, sondern nutzen Sie die Gelegenheit überall, wo Ihnen diese Barbarei begegnet, Ihren Abscheu gegen das perverse Spektakel auszudrücken. Suchen Sie bitte den Kontakt zu Tierschützern, die sich in diesen Tagen oft der stechenden Sonne vor den Arenen aussetzen, um gegen die Grausamkeit an den Stieren zu protestieren und helfen Sie ihnen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, auch wenn Sie zuhause bleiben.

Quelle: Tierschutznews.ch



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