Logo
08.07.2013

Fünf Männer von Tigern gefangen gehalten

INDONESIEN – Vier Tage lang wurden fünf Männer von mehreren Sumatra-Tigern in Schach gehalten. Die Männer sassen im Dschungel auf einem Baum und warteten auf Rettung.

Symbolbild

Am Donnerstag waren sechs Männer aufgebrochen, um im Urwald wertvolles Tropenholz zu sammeln. Um unterwegs im Gunung-Leuser-Nationalpark an frisches Fleisch zu kommen, stellten die Männer Fallen auf. Dabei erwischten sie das Junge eines Sumatra-Tigers. Die Schmerzensschreie des jungen Tigers – welches an den Verletzungen starb – lockten eine Gruppe erwachsener Raubkatzen an. Die Männer flüchteten auf einen Baum. Unter einem von ihnen brach der Ast – die Tiger zerfleischten den 28-jährigen Tropenholz-Sammler und frassen ihn teilweise auf. Lokale Helfer, die die Tiger verscheuchen wollten, mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Per Handy konnten die Männer im Baum Kontakt zu Angehörigen aufnehmen, die die Polizei alarmierten. Eine 30-köpfige Rettungskolonne brach in den Nationalpark auf. Am Montag erreichten die Retter die festsitzenden Männer. Doch sie trauten sich zunächst nicht nahe heran und boten lokale Experten auf. Diese sangen Mantras, während sie sich den Raubtieren näherten, so dass diese einfach davontrotteten. Die Männer waren bei ihrer Rettung total verängstigt, dehydriert, hungrig und erschöpft. Sie hatten dank Regenwasser überlebt. Weil der Lebensraum der stark bedrohten Sumatra-Tiger – ihr Bestand liegt bei rund 400 Exemplaren – von Palmöl-Pflanzern immer mehr eingeschränkt wird, hat die Zahl der Angriffe von Tigern auf Menschen in den vergangenen Jahren stark zugenommen.