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15.12.2010

Gefährdete Wildtiere sollen nicht mehr für TCM-Rezepturen verwendet werden

DEUTSCHLAND – Die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS) und die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kooperieren, um die Verwendung gefährdeter Wildtiere in Rezepturen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu reduzieren.

In der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Chinesische Medizin klären die beiden Organisationen über alternative Wirkstoffe auf, mit denen der Einsatz gefährdeter Tierarten in der chinesischen Heilkunst vermieden werden kann. „Auch in TCM-Rezepten hierzulande finden sich Schildkrötenpanzer, Seepferdchen oder Schlangengalle. Wir wollen zeigen, wie gefährdet diese Tiere inzwischen in der Natur sind“, so Dr. Sandra Altherr, Autorin des Artikels und Sprecherin von Pro Wildlife. „Der Artikel soll TCM-Ärzte informieren und ihnen Alternativen aufzeigen, die ökologisch unbedenklich sind“, betont Dr. med. Rainer Nögel, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS).

Die Traditionelle Chinesische Medizin hat nicht nur in Asien eine wachsende Anzahl von Anhängern, in Europa wenden sich ebenfalls immer mehr Patienten dieser Jahrtausende alten Heilkunst zu. Auch wenn nur ein kleiner Anteil der traditionellen Rezepturen Wildtiere vorsieht, kann die millionenfache Nutzung von Schildkröten, Schuppentieren, Schlangen und Seegurken die Wildbestände dieser Tiere stark dezimieren. Zum Abschluss des aktuellen „Internationalen Jahres der Biodiversität“ wollen Pro Wildlife und die Internationale Gesellschaft für Traditionelle Medizin mit ihrer Kooperation eine kritische Artenschutz-Debatte unter TCM-Ärzten und ihren Patienten auslösen.

Für TCM-Rezepturen werden jährlich Millionen Wildtiere zu Pasten, Tonika und Tinkturen verarbeitet. Während die bekanntesten Arten wie Tiger, Nashorn und Bären in Europa weder legal erhältlich sind, noch von hiesigen TCM-Ärzten verwendet werden, sind Schildkröten, Seegurken oder Schlangen noch immer Bestandteile, die in TCM-Rezepturen enthalten sind. „Zwar wurden im letzten Jahrzehnt viele dieser Arten unter Schutz gestellt, der Handel mit ihnen ist aber zu einem gewissen Umfang erlaubt, so dass die Bestände in der Natur noch immer geplündert werden“, berichtet Altherr. Seit zwölf Jahren kämpft Pro Wildlife für einen strengeren Schutz dieser Tiere und für ein Umdenken der Verbraucher. Dabei ist die Kooperation mit TCM-Ärzten unerlässlich: „Für die meisten Wildtiere in TCM-Rezepturen gibt es inzwischen Ersatzstoffe aus Pflanzen oder Nutztieren. Und diese Alternativen wollen wir bekannter machen“, begründet  Nögel das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe von Chinesische Medizin, die am 15. Dezember im Urban & Vogel Verlag erscheint. So werden pulverisierte Austernschalen statt dem Panzer von Weichschildkröten empfohlen, Ziegenhorn statt Saiga-Antilope, Hühner- statt Schlangen-Gallenblasen, Bockshornsamen statt Seepferdchen und Spargelwurzel oder Liguster statt Landschildkröten.



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