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09.04.2013

Grausame Tötungsmethode lässt Delfine innerlich verbluten

JAPAN – Wissenschaftliche Analyse belegt Grausamkeit japanischer Delfintötungsmethode. Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse der Tötungsmethoden, die bei den Delfintreibjagden in Japan eingesetzt werden, beweist, dass die Grausamkeit der Schlachtung weit hinter den internationalen Tierschutz-Standards liegt.

Schockierende Aufnahmen zeigen, wie ein Fischer einem Delfin mehrmals hintereinander ein Metallrohr in den Kopf rammt. Anschliessend wird die Wunde, die knapp hinter dem Blasloch des Delfins liegt, mit einem hölzernen Pfropfen verschlossen, um das Auslaufen des Blutes ins Wasser zu verhindern.

Mit Hilfe von Informationen der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC und verdeckt aufgenommenem Filmmaterial wurde die veterinärmedizinische und verhaltensbiologische Analyse unter der Leitung von Dr. Andrew Butterworth von der Universität Bristol in Grossbritannien nun im Journal of Applied Animal Welfare Science (JAAWS) veröffentlicht. Darin kritisieren der Wissenschaftler und seine Co-Autorinnen, darunter Expertinnen von WDC, die Tötungsmethode als grausam und inhuman.

Durch einen Vergleich des Videomaterials mit den offiziellen Daten, die in Japan veröffentlicht werden, widerlegt die Analyse Behauptungen, dass die Tötungsmethode einen „schnellen Tod“ zur Folge habe. Stattdessen belegt sie die physischen und verhaltensspezifischen Folgen der extrem inhumanen Prozedur. Im Gegensatz zu den japanischen Wissenschaftlern kommen Dr. Butterworth und seine Kolleginnen zu dem Schluss, dass die Methode nicht zu einem schnellen und schmerzfreien Tod führt. Im Gegenteil verursache diese Form der Tötung einen signifikanten Blutverlust und möglicherweise eine Lähmung. Der Delfin stirbt einen langsamen qualvollen Tod durch physische Traumata und allmählichen Blutverlust.

“Unsere Analyse zeigt, dass diese Tötungsmethode die Vorgabe einer „sofortigen Gefühllosigkeit“ des Tieres nicht erfüllt und in keinem regulären Schlachtungsprozess in den Schlachthäusern der modernen Industrienationen toleriert würde“, schliesst Dr. Butterworth.

Bei den Delfintreibjagden in Japan werden Delfine im offenen Meer zusammen- und dann in die Bucht von Taiji getrieben, die im Anschluss mit Netzen abgeriegelt wird. Vor der Öffentlichkeit hinter grossen Kunststoffplanen verborgen werden die Tiere im Anschluss ihres Fleisches wegen geschlachtet oder lebendig an Delfinarien auf der ganzen Welt verkauft.

“Das Töten von Delfinen während dieser Jagden ist absolut inakzeptabel. Unsere Nachforschungen haben jedoch gerade bei einer bestimmten Tötungsmethode, die in Taiji zum Einsatz kommt, unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Analyse beweist die unvorstellbare Grausamkeit, die in der abgeschirmten Bucht jedes Jahr vor sich geht“, sagt Courtney Vail, Programm- und Kampagnenmanagerin bei WDC und Co-Autorin der Studie. „Die Delfinjagden erinnern uns schmerzlich daran, dass wir noch immer einen langen Weg vor uns haben, bis wir das mit diesen und anderen Jagden verbundene Leid an die Öffentlichkeit gebracht haben.“

„Es ist eine traurige Ironie, dass die Fischer bei dem Versuch, eine bessere Tötungsmethode  zu finden – und wohl auch, um den unansehnlichen Blutfluss ins Wasser zu verhindern - eine Technik entwickelt haben, die das Leiden der Delfine höchstwahrscheinlich noch verschlimmert“, so Philippa Brakes, leitende WDC Biologin und Co-Autorin der Studie.

WDC fordert allein schon aus Tierschutzgründen ein sofortiges Ende der Delfintreibjagden. Die wissenschaftliche Analyse untermauert die Tatsache, dass die in den Treibjagden zum Einsatz kommenden Tötungsmethoden international und selbst nach japanischen Schlachtungsvorgaben inakzeptabel sind.

“Die inhumane Schlachtung während der Treibjagden stellt eine unverhohlene Verletzung aller  anerkannten Tierschutz-Richtlinien dar und ist in keiner Weise zu rechtfertigen; vor allem vor dem Hintergrund der  umfassenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu kognitiver Leistung, Selbstbewusstsein, Sozialleben, Kultur und der Empfindungsfähigkeit von Walen und Delfinen“, sagt Dr. Diana Reiss, Co-Autorin der Analyse und Expertin für Meeressäuger.



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