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24.01.2011

Grausames Jagd-Massaker für Prominente

RUMÄNIEN – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist entsetzt, dass im modernen 21. Jahrhundert grausame Hetzjagden organisiert werden, bei denen es darum geht, Tiere aus Spass zu Tode zu quälen.

Ion Tiriac / Foto: Bobby Voicu

Bestes Beispiel dafür ist das jährliche Massaker, das von Ion Tiriac in dessen Jagdgebiet in der Nähe des rumänischen Balc veranstaltet wird. Zu diesem blutigen Event sind jedes Jahr rund 30 internationale Prominente geladen, darunter Wolfgang Porsche, Daimler-Chryslers Klaus Mangold oder Österreichs "Mister Happy Day" Franz Rauch. VIER PFOTEN verurteilt scharf, dass ein grausames und primitives Ritual der Unterhaltung dient, mit der Ausrede, die Jagd befriedige menschliche Urbedürfnisse.

Es ist ethisch nicht vertretbar, wie die Tiere für diesen Zweck missbraucht werden: Um eine unnatürlich grosse Population im rumänischen Balc-Jagdgebiet vorzufinden, werden Wildschweine das ganze Jahr über mit Tonnen von Mais angefüttert. Der im Mais enthaltene Zucker führt dazu, dass Wildsauen verfrüht trächtig werden können, noch lange vor Ende des ersten Lebensjahres. Darüber hinaus schiessen die Jäger, vor allem die zumeist schiess-unerfahrenen, geladenen Promis auf alles, was ihnen vor die Flinte getrieben wird. Das bedeutet, dass viele Frischlinge das Muttertier verlieren - ein traumatisches Erlebnis, welches durch Fehlen des älteren Tieres wiederum zu verfrühter Trächtigkeit führt - und der Teufelskreis beginnt von vorn. Jede Treibjagd ist wegen der schnell flüchtenden Tiere - und dadurch vorprogrammierten Fehlschüsse - grausam, aber die Beteiligung unbedarfter Prominenter erhöht die Fehlschuss-Quote zusätzlich: Viele Tiere werden zunächst durch Treffer in Beine oder Bauch mehr oder weniger schwer verletzt, flüchten ins Dickicht und müssen lange Qualen erleiden, bevor sie oft erst nach Stunden gefunden und schliesslich erlöst werden. Oder sie bleiben unentdeckt und verenden sogar erst nach langen, qualvollen Tagen. Aktivisten von VIER PFOTEN beobachteten jahrelang Tiriacs Feudaljagden, als diese noch im Fürst Fürstenbergschen Bittelbrunner Wald bei Engen, nahe des Bodensees, stattfanden. Sie wurden Zeugen schrecklicher Tierquälerei.



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