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09.06.2009

Grosse Rettungsaktion für gefährdete Ochsenfrösche

MONTSERRAT (VEREINIGTES KÖNIGREICH) – Mit einer umständlichen Rettungsaktion wollen Biologen den gefährdeten Antillen-Ochsenfrosch vor dem Aussterben bewahren. Der nur noch auf der Karibik-Insel vorkommende Riesenfrosch wird akut von einem Pilz bedroht.

Der Antillen-Ochsenfrosch ist eine Klasse für sich: nicht nur gehört er mit seinem Körpergewicht von rund einem Kilogramm zu den grössten Fröschen der Welt, auch sein Quaken erinnert mehr an einen heulenden Hund denn an einen Frosch. Doch nun droht dieses einzigartige Lebewesen für immer von unserem Planeten zu verschwinden. Schuld daran ist ein Pilz, der die Frösche gleich reihenweise dahinrafft.

Chytrodiomycosis heisst der Übeltäter, und alleine seit Februar wurden bereits mehr als 300 tote Frösche gefunden. Biologen befürchten, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher ist. Für den Bestand der Antillen-Ochsenfrösche wirkt sich der Pilz fatal aus. Nach der Jagd durch Einheimische wegen seines nach Huhn schmeckenden Fleisches und der Zerstörung weiter Teile seines Lebensraumes durch den Vulkan Soufrière Hills wird der Bestand des Antillen-Ochsenfrosches nur noch auf wenige tausend Exemplare geschätzt. 

Können die Forscher dem Pilz nichts entgegen setzen, droht der Ochsenfrosch auszusterben. Die britische Umweltschutzorganisation Durrell Wildlife Conservation Trust hat deshalb umfangreiche und kostenaufwändige Rettungsmassnahmen eingeleitet: zum einen werden die Frösche in ein Anti-Pilz-Bad gesetzt. Zum anderen sollen Dutzende der Amphibien in britische und schwedische Zoos ausgeflogen werden. Dort sollen sie in speziell angepassten Räumen leben, bis die Forscher eine Lösung gefunden haben, die es den Fröschen erlaubt, in ihre Heimat zurück zu kehren.

Obwohl man es bevorzuge, Frösche in ihrer natürlichen Umgebung zu belassen, sei das Ausfliegen derzeit die einzige Möglichkeit, die Art zu erhalten, erklärt Andrew Terry von der Umweltschutzorganisation. Ein Umsiedeln in andere Gegenden käme nicht in Frage, weil die Berghuhnfrösche, wie sie im englischen genannt werden, auf Grund ihrer hohen Ansprüche dort keine Nahrung fänden. Auf der Nachbarinsel Dominica gelten die Ochsenfrösche bereits als ausgestorben, auch ihr Status als Wappentier der Insel konnte daran nichts ändern.

Derweil suchen die Forscher immer noch nach Möglichkeiten, dem Pilz Herr zu werden, der bereits eine ganze Reihe von Froscharten von Asien bis nach Südamerika ausgerottet hat. Befallene Frösche werden lethargisch und leiden unter Krämpfen, die Haut durch welche sie atmen, verdickt sich. Dass die Antillen-Ochsenfrösche nachtaktive Tiere sind, erschwert es den Forschern zusätzlich, sie zu finden oder auch ihre genaue Zahl zu bestimmen. Immerhin könnte aber ausgerechnet der seit 1995 ständig aktive Vulkan die Frösche retten. Die Umweltbehörde von Montserrat hofft, den Frosch in einem neuen Lebensraum ansiedeln zu können, der durch Asche und Lava vom Rest der Insel abgeschnitten, somit für Menschen schwer zugänglich und hoffentlich pilzfrei ist.



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