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14.04.2011

Holland will das Schächten verbieten

HOLLAND – Die Zahl der geschächteten Tiere in den Niederlanden liegt bei etwa zwei Millionen. Nun will Holland als erstes EU-Mitglied ein Schächt-Verbot einführen. Aus Tierschutz-Gründen befürworten die meisten Parteien diese Absicht. Christliche Parteien sehen darin eine Gefährdung der Religionsfreiheit. Und orthodox-jüdische sowie muslimische Kreise versuchen mit allen Mitteln, die Einführung dieses Gesetzes zu verhindern.

Beim Schlachten von Tieren soll eine Betäubung fortan obligatorisch sein. Dies fordert die Partij voor de Dieren (PvdD). Eine breite Mehrheit des Parlaments in Den Haag unterstützt diesen Antrag. Bislang geniessen koscheres und Halal-Schlachten eine gesetzliche Ausnahmestellung. Linke Oppositionsparteien sind schon länger dafür, diese abzuschaffen. Auch die Rechtspopulisten unter Leitung des Islamgegners Geert Wilders vertreten diesen Standpunkt. Erst durch die Unterstützung der Sozialdemokraten wird das Vorhaben jedoch mehrheitsfähig.

Die PvdD-Fraktionsvorsitzende Marianne Thiele berief sich bei einer Parlamentsdebatte am Mittwoch auf das Wohl der Tiere und auf die wissenschaftlich erwiesenen Fakten, welche beweisen, dass den Tieren bei unbetäubtem Schlachten unannehmbares Leid zugefügt wird. Bestätigt wird Thiele von Forschern der Universität Wageningen sowie niederländischen und europäischen Tierarztvereinigungen. Sinnigerweise berufen sich auch die Befürworter des Schächtens auf wissenschaftliche Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen sollen. Diese stammen jedoch ausnahmslos aus orthodox-jüdischen oder muslimischen Kreisen. Laut Raphael Evers, Rabbiner der orthodox-jüdischen Nederlands Israëlitisch Kerkgenootschap (NIK), geht daraus hervor, dass der Blutdruck im Hirn eines koscher geschlachteten Tieres innerhalb von zwei Sekunden so weit sinkt, dass dieses keinen Schmerz mehr empfindet. Am Dienstag waren Rabbiner aus Belgien, Deutschland, Frankreich und den USA nach Amsterdam gekommen, um auf einer Pressekonferenz ihre Besorgtheit auszudrücken. Auch muslimische Verbände kündigten Proteste an.

Organisationen beider Glaubensrichtungen appellierten gemeinsam in einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Parlaments, die Religionsfreiheit zu schützen. Andernfalls soll die Einführung dieses Gesetzes vom Europäischen Menschenrechtshof verhindert werden, so die Drohung der Schächtbeführworter. Auch die Christdemokraten sehen ebenso wie die kleineren calvinistischen Parteien die Religionsfreiheit gefährdet. Vor einer Abstimmung will das Parlament deshalb noch muslimische und jüdische Organisationen anhören. Voraussichtlich wird die Parlamentsdebatte nächste Woche fortgesetzt. Bereits Ende April könnte über das Gesetz abgestimmt werden. Auch im Nachbarland Belgien formiert sich zurzeit politische Unterstützung eines solchen Gesetzes.



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