Logo
21.04.2015

Hundeblicke machen Menschen glücklich und umgekehrt

JAPAN – Die gegenseitige Bindung zwischen Hunden und ihren Besitzern wird durch Blickkontakte verstärkt. Fängt ein Hundehalter den Blick seines Hundes auf, steigt in seinem Körper der Gehalt des Hormons Oxytocin, das als Bindungshormon gilt. Dies zeigt eine japanische Studie.

Umgekehrt wird durch den Augenkontakt auch beim Hund mehr Oxytocin freigesetzt, so japanische Wissenschaftler. Zwischen Wölfen und Menschen gebe es diesen hormonellen Bindungsverstärker nicht. Das In-die-Augen-Schauen habe sich als soziale Kommunikation vermutlich während der Domestizierung bei den Hunden entwickelt. Die Forscher der Azabu University in Sagamihara wollten wissen, ob es eine positive Rückkopplung basierend auf dem Blickkontakt zwischen Hunden und Menschen gibt. Jeweils eine halbe Stunde lang beobachten sie insgesamt 30 Hundebesitzer, wie sie mit ihren Lieblingen interagierten. Eine Gruppe von Hundehaltern bekam die Anweisung, möglichst intensiven Blickkontakt zu ihren Tieren zu suchen.

Vor und nach dieser Zeit bestimmten die Wissenschaftler den Oxytocin-Gehalt im Urin von Hund und Herrchen. Es zeigte sich, dass der intensive Augenkontakt den Oxytocin-Spiegel beider ansteigen liess. Brachten die Forscher Wölfe mit Menschen zusammen, fanden sie keinen solchen Zusammenhang - obwohl die Menschen die Wölfe aufgezogen hatten, beide also sehr vertraut miteinander waren.

In einem zweiten Experiment sprühten die Forscher den Hunden Oxytocin in die Nase. Im Vergleich zu Kontrolltieren, die nur eine Salzlösung bekommen hatten, suchten die Hunde danach besonders intensiv den Blickkontakt zu ihren Besitzern, was bei diesen wiederum eine Oxytocin-Ausschüttung bewirkte.

Allerdings klappte das nur bei weiblichen Hunden. Möglicherweise reagierten diese stärker auf extern verabreichtes Oxytocin. Vielleicht schalte das Hormon bei Rüden andere hormonelle Regelkreise an, die das Bindungsverhalten beeinflussten.

Die Ergebnisse bekräftigen die Existenz eines selbst-erhaltenden Oxytocin-Regelkreises zwischen Hunden und Menschen, der dem zwischen Müttern und Kindern ähnelt. Vermutlich habe die Entwicklung dieser positiven Rückkopplung die tiefe Bindung von Hund und Mensch, über Artgrenzen hinweg, ermöglicht.

Die Studie legt nahe, dass Hunde einen Vorteil aus unseren elterlichen Empfindsamkeiten gezogen haben. Durch In-die-Augen-Schauen erzeugen sie bei Menschen Gefühle sozialer Belohnung und lösen fürsorgliches Verhalten aus. Weil diese Prozesse in beide Richtungen wirken, ist es wahrscheinlich, dass auch die Hunde ein Belohnungsgefühl empfinden. Dies stelle sicher, dass die Rückkopplungsschleife erhalten bleibe.

 



Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Notfälle

Petfinder.ch arbeitet eng mit zwei Tierärztinnen zusammen, die auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen,Pferden und Nagern eingehen.
» mehr 

Heimatlose Tiere suchen ein Zuhause

heimatlose Tiere suchen ein Zuhause - Hunde, Katzen, Nager usw.

Über 1000 heimatlose Tiere suchen bei uns ein neues Zuhause. Tiervermittlung für Hunde, Katzen, Nager und mehr...