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12.10.2011

«Hundemalaria» am Baldeggersee

SCHWEIZ – Die Auwaldzecke ist grösser als die in unseren Breitengraden heimische Zecke, und ihr Biss kann bei Hunden eine Malaria-ähnliche Krankheit auslösen. Vier Hunde, die beim Baldeggersee spazieren waren, wurden infiziert.

Bild: Rainer Altenkamp, Berlin / Wikipedia

Den vier Hunden geht es in der Zwischenzeit wieder gut. Bleibt die Babesiose oder «Hundemalaria» aber unbehandelt, endet die Krankheit tödlich. Ausgelöst wird sie durch Babesien, einzellige Blutparasiten, die durch den Biss der Auwaldzecke übertragen werden können. Nicht alle Auwaldzecken sind Zwischenwirte für Babesien. Der Parasit befällt die roten Blutkörperchen des Hundes, vermehrt sich dort und bringt die Erythrozyten zum Platzen. Blut im Urin, Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, Blutarmut, Zusammenbruch sind Symptome der Krankheit. Für den Menschen oder andere Haustiere ist die Babesia canis nicht gefährlich.

Auwaldzecke «erobert» Nordeuropa

«Auwaldzecken sind im südlichen Ausland und im Mittelmeerraum heimisch. Deshalb galt die Babesiose bislang als ‹Reisekrankheit› bei Hunden», erklärt Daniel Schaarschmidt, Molekularbiologe und Leiter des veterinärmedizinischen «Labor am Zugersee» in Hünenberg. Das Labor führt unter anderem für Tierärzte medizinische Analysen und Diagnosen durch und stellte die Krankheit bei zwei der betroffenen Hunde im Seetal fest. In der Schweiz wisse man lediglich von zwei Gebieten, in denen die Auwaldzecke verbreitet sei: die Gegend um den Genfersee und das Tessin, sagt Schaarschmidt. «Es gibt aber immer wieder vereinzelt Fälle, bei denen Hunde ohne Auslandaufenthalt erkranken.» Das bedeutet, dass sich die Auwaldzecke in nördlicheren Gebieten ausbreitet. «Die einen behaupten, es liege an der Klimaveränderung», so der Biologe. «Die andere Erklärung lautet, dass viele Hunde aus dem Ausland importiert werden und die Zecken mitnehmen.» Untypisch sei aber, dass sich die Spinnentiere hier vermehrten. «Es ist möglich, dass die Auwaldzecke aus Ungarn, einem bekannten Verbreitungsgebiet, an den Baldeggersee gelangt ist und es auch geschafft hat, sich hier zu vermehren», mutmasst Schaarschmidt. Nach dem Auslandaufenthalt war 2010 ein Hund, der regelmässig am See spazieren geführt wird, mit Zecken befallen und zeigte eine akute Infektion.

Wenn ein Hund entsprechende Symptome zeigt, muss der Hundehalter schnell handeln. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, kann sie geheilt werden. «Man spritzt dem Hund ein Medikament und die Babesiose lässt sich ohne Folgeschäden beheben», so Daniel Schaarschmidt. Die «Hundemalaria» ist nicht nur heilbar, man kann ihr auch vorbeugen. Ein Impfstoff mit EU-Zulassung ist in der Schweiz erhältlich. Zwar wird der Hund dadurch nicht vor einer Infektion geschützt, doch werden die Schwere der klinischen Symptome einer akuten Babesiose sowie die damit verbundene Blutarmut vermindert. Wer ins Ausland reist, kann seinem Hund auch das Medikament zur Behandlung der Krankheit vorbeugend spritzen lassen.

«Panik ist fehl am Platz»

Ist eine einheimische Zecke höchstens so gross wie der Fingernagel des kleinen Fingers, gleicht die Auwaldzecke schon eher einem Käfer. Gerade weil sie so gross ist, kann man sie mühelos am Hund erkennen. Der Biologe rät, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen. «Panik wäre jetzt aber völlig fehl am Platz», hält Schaarschmidt fest. Für den Biologen ist es wichtig, nachweisen zu können, wo die Auwaldzecke vorkommt und ob sie die Infektion überträgt. Werden solche Zecken im Gras oder am Hund bemerkt, kann ein Exemplar zur Untersuchung abgegeben werden.* Die Zecke sollte tot oder lebendig zusammen mit einem leicht feuchten Papiertuch oder mit Watte in eine bruchsichere Dose gepackt werden. Zudem sollte der Fundort so genau wie möglich beschrieben werden.

Quelle: SeetalerBote, http://seetalerbote.ch/



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