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17.08.2011

Illegaler Elfenbeinhandel eskaliert

CHINA – Artenschutzkonferenz diskutiert Zukunft der Elefanten hinter verschlossenen Türen. Während die Wilderei in Afrika eskaliert und der illegale Elfenbeinhandel in China immer weiter ausser Kontrolle gerät, schmieden Regierungen auf einer Ausschusstagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), hinter verschlossenen Türen bereits neue Pläne über einen möglichen zukünftigen Elfenbeinhandel.

Die Diskussion des Ausschusses über die zunehmende Elefanten-Wilderei, insbesondere für den asiatischen Markt, und die Zukunft des Elfenbeinhandels, wurde am Mittwoch überraschend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. "Es ist ein Skandal, dass Elefantenexperten und die Weltöffentlichkeit ausgeschlossen wurden. Offensichtlich wollen einige Regierungen ihre Verantwortung für die Eskalation der Wilderei verbergen. Statt dessen schmieden sie bereits Pläne, den Elfenbeinhandel weiter zu legalisieren", so Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. In Afrika werden jedes Jahr Zehntausende Elefanten für das "weisse Gold" getötet. Studien belegen, dass der Handel mit illegalem Elfenbein in China boomt, seit das asiatische Land 2007 die Erlaubnis erhielt, einmalig legal Elfenbein aus dem südlichen Afrika zu importieren.

Mauschelei hinter verschlossenen Türen

Bei der Sitzung des Ständigen Ausschusses von CITES stimmte am Mittwoch auf Antrag asiatischer Staaten eine Mehrheit der stimmberechtigten Regierungsvertreter dafür, Verbände und Journalisten bei der Diskussion über Elefanten aus dem Raum zu verbannen. Auf der Tagesordnung steht neben der Eskalation von Wilderei und Elfenbeinhandel auch eine Debatte darüber, wie es mit dem legalen Elfenbeinhandel weitergehen soll. Hinter verschlossenen Türen wird über einen "Entscheidungsmechanismus für zukünftigen Elfenbeinhandel" verhandelt. Gleichzeitig machen zahlreiche im Vorfeld der Konferenz veröffentlichte Berichte die illegalen Elfenbeinmärkte in Asien, insbesondere in China, für die dramatische Situation der Elefanten verantwortlich.

Legaler Elfenbeinhandel fördert die Wilderei

Im Jahr 2008 hatten die CITES Vertragsstaaten China die Erlaubnis erteilt, Elfenbein aus vier Ländern im Süden Afrikas einzuführen. Viele Regierungen, einschliesslich der damaligen Vertreter der Bundesregierung, hatten die Einfuhr von legalem Elfenbein als einen Beitrag zum Elefantenschutz dargestellt und behauptet, sie könne die Nachfrage nach gewilderten Stosszähnen eindämmen. Angeblich sollten strenge Kontrollen in China verhindern, dass illegales Elfenbein in diesen Handel eingeschleust wird. "Pro Wildlife hat immer davor gewarnt, dass die Legalisierung des Handels mit dem weissen Gold zu einem Anstieg des illegalen Handels führen würde. Mittlerweile ist klar, dass die Freigabe des Handels in China missbraucht wird, um grosse Mengen gewildertes Elfenbein zu verkaufen", so die Pro Wildlife Sprecherin. Laut einer aktuellen Untersuchung in der südchinesischen Handelsstadt Guangzhou (Kanton) haben nur zehn Prozent der Geschäfte, die Elfenbein anbieten, die behördliche Genehmigung hierfür. Zudem bieten auch die angeblich "legalen" Händler Elfenbein aus legaler und illegaler Quelle nebeneinander an.

Doch die Experten und Verbände, die dies enthüllten, wurden nun bewusst ausgesperrt. "Pro Wildlife fordert China, den grössten Konsumenten für legales und gewildertes Elfenbein, auf, jeglichen Elfenbeinhandel umgehend zu stoppen. Auch die internationale Staatengemeinschaft muss sich ein für allemal von Handelsfreigaben für den Elfenbeinhandel verabschieden. Nur wenn nationale Märkte und der internationale Handel endlich dicht gemacht werden, wird das Abschlachten Hunderter Elefanten jede Woche endlich ein Ende haben", so Freyer.

Elfenbeinhandel dezimiert Elefantenbestände

Vor 30 Jahren gab es in Afrika noch 1,2 Millionen Elefanten, seither ist der Bestand um mehr als die Hälfte zurückgegangen. In erster Linie ist hierfür die Wilderei verantwortlich. Seit 1989 der höchste Schutzstatus für Elefanten und das absolute Handelsverbot für Elfenbein Schritt für Schritt aufgeweicht: 2002 und 2008 verkauften einige afrikanische Staaten Elfenbein aus Lagerbeständen nach Japan und China.



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