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11.11.2013

Im Conny-Land ist ein weiterer Delfin gestorben

SCHWEIZ – Im Freizeitpark «Connyland» ist ein weiterer Delfin gestorben. Der 8-jährige Angel erkrankte während der Vorbereitungen für die geplante Umsiedlung nach Jamaika und starb am 3. November, wie Geschäftsführer Erich Brandenberger am 11.11.2013 an einer Medienkonferenz bekanntgab.

Symbolbild

SCHWEIZ – Im Freizeitpark «Connyland» ist ein weiterer Delfin gestorben. Der 8-jährige Angel erkrankte während der Vorbereitungen für die geplante Umsiedlung nach Jamaika und starb am 3. November, wie Geschäftsführer Erich Brandenberger am 11.11.2013 an einer Medienkonferenz bekanntgab.

Die beiden andern Delfine Chicky und Secret wurden erfolgreich in eine Delfin-Lagune auf der Karibikinsel Jamaika transportiert, wo sie gestern Sonntag eintrafen. Sie sind wohlauf.

Mitte Oktober hatten Secret, Angel und deren Mutter Chicky zum letzten Mal vor Publikum in Lipperswil ihre Sprünge gezeigt. Danach wurde das letzte Delfinarium der Schweiz geschlossen.

Mit diesem Auftritt ging eine Ära zu Ende: Ein vom National- und Ständerat Mitte 2012 beschlossenes Importverbot für Delfine bedeutet für das Delfinarium das Aus. Eine natürliche Nachzucht ist mit drei verbleibenden Tieren nicht möglich. 

Im Sommer 2011 sprach Brandenberger nach den ersten Protesten der deutschen Tierschutzorganisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal wegen vermuteter Haltungsmängel noch von "einer guten Werbung" für das Connyland. Inzwischen wirft er den Tierschützern die Vergiftung von zwei im November 2011 verstorbenen Delfinen vor und handelte sich damit eine Strafanzeige durch das WDSF wegen übler Nachrede ein. Die Universität Zürich hatte anlässlich einer Obduktion festgestellt, dass die beiden Delfine an einer Antibiotika-Vergiftung gestorben sind. Die Schweizer Staatsanwaltschaft belegte einen verantwortlichen Connyland-Tierarzt daraufhin wegen mehrfacher Tierquälerei mit einem Strafbefehl. Im letzten Jahr erliess die Schweiz ein Importverbot für Delfine und besiegelte damit das Ende des Connyland-Delfinariums.

Jetzt versuchte Brandenberger auf der Pressekonferenz den Tod des Delfins Angel den Tierschützern anzulasten, weil sie dazu beigetragen hätten, dass das Delfinarium schliessen musste und somit ein Transport unausweichlich geworden sei.

Das WDSF weist die Vorwürfe als "Schutzbehauptung von Brandenberger" zurück. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Erst sterben zwei Delfine aufgrund fortgesetzter Tierquälerei, wie es die Staatsanwaltschaft formulierte, und jetzt stirbt erneut ein junger Delfin an den Vorbereitungen des Transports, der eigentlich monatelang behutsam hätte trainiert werden müssen. Es ist unverständlich, warum die sensiblen Meeressäuger dem Stress ausgesetzt wurden, für die Vorbereitung der Überseereise jeden Morgen um 5 Uhr offenbar in eine kleine Transportkiste gepfercht zu werden. Bis Mitte Oktober mussten die Delfine noch an den Shows teilnehmen, um dann fast übergangslos mit einer ungewohnten Situation fertig zu werden. Das grenzt an Profitgier bis zur letzten Minute. Wir werden die Schweizer Staatsanwaltschaft um Aufklärung bitten, ob hier nicht eine Vertuschung von Tierquälerei vorliegt."

Die reibungslose Integration der beiden überlebenden Connyland-Delfine im Dolphin Cove mit den beiden vorhandenen männlichen Wildfängen zweifelt das WDSF an. Es gäbe bei Transfers in andere Delfinarien immer wieder das Bedrängen der Neu-Delfine durch den Altbestand, das oft mit Verletzungen verbunden sei. Ortmüller: "Die Connyland-Delfine hätten, wie von uns mehrfach vorgeschlagen, gut und monatelang vorbereitet, in eine menschenbetreute Meereslagune verbracht werden sollen, ohne dass sie erneut einem kommerziellen Stress ausgesetzt werden. Das Connyland wollte vermutlich auch zur Schliessung des Delfinariums durch den Verkauf der Delfine nochmals das grosse Geld machen." Im Dolphin Cove in Jamaika wird das entgeltliche Schwimmen mit den Delfinen angeboten.



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