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26.01.2012

Im Kanton Solothurn geht es Tierquälern an den Kragen

SCHWEIZ – Im Kanton Solothurn ziehen die Behörden die Schraube an. Immer mehr Personen werden strafrechtlich verfolgt, die ihre Tiere misshandeln oder vernachlässigen – Tierschützer sind hoch erfreut.

Die kantonalen Straf- und Verwaltungsbehörden werden immer schlagkräftiger im Kampf gegen Tierschutzdelikte. Seit die Tierschutz-Fachstelle im Veterinärdienst im Juli 2009 ausgebaut wurde, werden im Kanton Solothurn immer mehr Personen strafrechtlich verfolgt, die ihre Tiere misshandeln oder vernachlässigen. Im Jahr 2010 wurden 75 Tierhalter angezeigt, und die Staatsanwaltschaft hat 61 Strafverfahren abgeschlossen – doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Der Kanton Solothurn hat sich damit zu einem Musterknaben gemausert: Im Verhältnis zur Wohnbevölkerung wurden schweizweit am viertmeisten Tierschutzstrafverfahren durchgeführt.

Im Jahr 2011 ist die Zahl der Tierschutzstraffälle nochmals stark gewachsen: 166 Anzeigen gingen bei der Staatsanwaltschaft ein, 79 Personen wurden bestraft. «Dieser Anstieg ist erfreulich», sagt Vanessa Gerritsen von der Stiftung für das Tier im Recht. «Er zeigt, dass der Kanton Solothurn den Vollzug des Tierschutzgesetzes ernst nimmt.» Sowohl Gerritsen als auch Kantonstierärztin Doris Bürgi Tschan gehen nämlich davon aus, dass es insgesamt nicht mehr Tierquälereien gibt, sondern mehr Fälle angezeigt werden.

Zehn spezialisierte Polizisten

Nicht nur die stark gestiegene Zahl von Anzeigen lässt Tierschützer hoffen, sondern auch die Spezialisierung, die bei den Solothurner Strafverfolgungsbehörden stattgefunden hat. Seit 2007 beschäftigen sich bei der Staatsanwaltschaft zwei Staatsanwältinnen und zwei Untersuchungsbeamte unter anderem mit den Tierschutzfällen, und bei der Kantonspolizei wurde im April 2011 eine Sondergruppe «Tier und Umweltschutz» (inklusiv Fischereiaufsicht) gebildet. Die zehn Polizistinnen und Polizisten verrichten ihre Arbeit weiterhin in ihrem angestammten Gebiet, sie werden aber in den Bereichen Tier- und Umweltschutz aktiv, wenn Ermittlungen, Einvernahmen von Beschuldigten oder Kontrollen (zusammen mit dem Veterinärdienst oder dem Amt für Umwelt) nötig werden. «Die zehn Polizisten wurden aufgrund ihrer Kenntnisse im Tier- und Umweltbereich ausgewählt», erklärt Niklaus Büttiker, Verantwortlicher der Sondergruppe. «Seither werden sie laufend weitergebildet, etwa in Fragen der Hundehaltung oder der Tiertransporte.»

Die Sondergruppe Tier und Umweltschutz wurde auf Veranlassung von Polizeikommandant Thomas Zuber ins Leben gerufen. Die Gründe: die steigende Zahl von Anzeigen in den Bereichen Tier- und Umweltschutz sowie die nationale Abstimmung zur Tierschutzanwalt-Initiative im März 2010. «Diese wurde zwar abgelehnt, aber immerhin 31 Prozent der Solothurner haben mit ihrem Ja gezeigt, dass ein Bedürfnis für eine konsequente Verfolgung von Tierschutzdelikten besteht», erklärt Büttiker. Seit acht Monaten ist die Sondergruppe nun im Einsatz und hat rund 15 Kontrollen zusammen mit dem Veterinärdienst durchgeführt.

Weitere Spezialisierung möglich

Kantonstierärztin Bürgi Tschan ist froh um die Unterstützung der spezialisierten Polizisten. Auch Büttiker äussert sich lobend über die Zusammenarbeit mit dem Veterinärdienst und die Arbeit seiner Truppe. Er könnte sich gut vorstellen, dass in Zukunft wie im Kanton Bern ein spezieller Dienst geschaffen wird. Bei der Berner Kantonspolizei beschäftigen sich drei Polizisten ausschliesslich mit Tierschutzfällen. Damit würde die Polizei im Bereich Tierschutz noch schlagkräftiger. Bei der Stiftung für das Tier im Recht ist man bereits über die Bildung der schweizweit einzigartigen Sondergruppe erfreut: «Das ist hervorragend», sagt Gerritsen. «Im Kanton Solothurn tut sich bei der Verfolgung von Tierschutzdelikten einiges.» Die Entwicklung der Solothurner Fallzahlen bestätige die Erfahrungen aus anderen Kantonen, wonach spezialisierte Amtsstellen zu einem erheblich verbesserten Tierschutzvollzug beitragen.

Quelle: Tierschutznews.ch



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