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27.10.2015

Imker fordern Aufschub für Neonicotinoid-Zulassung

SCHWEIZ – Nur noch bis Ende Jahr ist der Einsatz der drei bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide in der Landwirtschaft stark eingeschränkt. Die von der Uni Bern letzte Woche veröffentlichte Studie beweist die von Bienenhaltern längst befürchtete Gefahr dieser Pestizide für Bienen. Für eine gründlichere Verträglichkeitsprüfung fordern Imker nun vom Bund die Verlängerung des Moratoriums.

Seit zwei Jahren darf das Raps- und Mais-Saatgut zum Schutz vor Schädlingen nicht mehr vorbeugend mit den drei Neonicotinoiden Clothadin, Thiamethoxam und Imidacloprid gebeizt werden, da sie unter dem Verdacht stehen, das Bienensterben mitzuverschulden. «Zwei der aktuell verbotenen Pflanzenschutzmittel schädigen die Königinnen erheblich», erläutert Benjamin Dainat vom Bienengesundheitsdienst die Studie: «Da die Königinnen nicht nur für den Zusammenhalt des Bienenvolkes, sondern auch fürs Eierlegen verantwortlich sind, können gesundheitliche Probleme derselben zum Verlust ganzer Bienenvölker führen».

Da das Moratorium für die drei Spritzmittel Ende Jahr ausläuft, sei es Zeit zu handeln, so Nationalrat und Präsident des Branchenverbandes apisuisse Bernhard Guhl. Und doppelt nach: «Wir Imker verlangen eine umgehende Verlängerung des Moratoriums. Die Forschung braucht eine Fristverlängerung zur Klärung weiterer unerwünschter Auswirkungen auf Honig- und Waldbienen.»

Mahtias Götti, Spezialist für Pflanzenschutzmittel, präzisiert: «Nur gesunde Bienen können die für die Natur und unsere Lebensmittelversorgung so wichtige Bestäubungsleistung erbringen. Obwohl die heutige Landwirtschaft nicht mehr ohne Pflanzenschutzmittel auskommt, sollten diese vor einem Einsatz im Feld ausgiebig auf ihre Auswirkungen getestet werden.»



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