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02.05.2013

Indische Geierpopulationen erholen sich wieder

INDIEN – Nachdem vor wenigen Jahren die Geierpopulationen in ganz Indien auf weniger als 1 Prozent ihrer ursprünglichen Grösse zurückgegangen waren, hat sich ihr Bestand nun stabilisiert oder bei einzelnen Arten sogar leicht erholt.

Die Art des Weissrückengeiers erholt sich langsam wieder (© Bild: Fotolia.com)

Geier mögen nicht zu den attraktivsten Vögeln gehören, doch für das Gleichgewicht im Ökosystem spielen sie mit dem Verzehr von Aas eine wichtige Rolle. Auf Grund des drastischen Rückgangs der Geierpopulationen in Indien hatte das Land plötzlich mit einer wahren Kettenreaktion zu kämpfen: liegen gebliebene Kadaver lockten Unmengen von Ratten an, diese wiederum waren für wilde Hunde ein gefundenes Fressen und die wilden Hunde schliesslich stellten mit steigenden Tollwut-Infektionen eine Gefahr für die Menschen dar.

Den Grund für das Geiersterben fand man Anfangs dieses Jahrtausends: der Entzündungshemmer Diclofenac, mit dem die meisten Viehzüchter ihre Tiere behandelten und welcher von den Geiern über die Kadaver aufgenommen wurde, verursachte bei den Vögeln erst gicht-ähnliche Symptome und führte danach zu Nierenversagen.

Im Jahr 2006 verboten die Regierungen von Indien, Pakistan und Nepal deshalb die Verwendung von Diclofenac für das Vieh. Bangladesch folgte im Jahr 2010 und im Mai 2012 erzielten die vier Regierungen eine «beispiellose politische Einigung», um die unbeabsichtigte Vergiftung von Geiern durch Tierarzneimittel zu verhindern.

Viele Viehzüchter sind mittlerweile auf alternative Medikamente umgestiegen, welche für Geier sicher sind. Aber die Zunahme anderer chemischer Gifte ist besorgniserregend, vor allem jener, die in ihrer Struktur ähnlich wie Diclofenac sind. Beschränkungen auf diese Medikamente werden ebenfalls dringend benötigt.

Dennoch haben sich die Geierpopulationen in vielen Gebieten erholt und teilweise sogar zugenommen. In Indien ist die Anzahl aller drei vom Aussterben bedrohten Arten von Geiern zwischen 2007 und 2011 nicht weiter gesunken und mit dem orientalischen Weissrückengeier hat sich der Bestand einer Art sogar leicht erhöht.

Um diesen grossen Greifvögeln bei ihrer Wiederansiedlung zu helfen, haben Naturschützer sichere Zonen für Geier eingerichtet. In ihnen gibt es so genannte «Geier Restaurants» mit Diclofenac-freien Kadavern. Zudem gibt es mittlerweile auch mehrere erfolgreiche Nachzucht-Kolonien für eine spätere Auswilderung.

Quelle: www.tierschutznews.ch



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