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20.05.2011

Infrarotsensoren sollen Leben retten

SCHWEIZ – Laut Jagdstatistik kommen in der Schweiz jedes Jahr rund 2’000 Rehkitze in den Monaten Mai und Juni durch Mähmaschinen ums Leben. Die Dunkelziffer dürfte noch erheblich höher liegen. Mit Infrarot-Suchgeräten können Rehkitze im hohen Gras aufgespürt und vor dem Tod unter den Mähmaschinen bewahrt werden.

Die Geräte wurden schweizweit erprobt und wurden sehr positiv bewertet. Mäharbeiten bedrohen in erster Linie Rehkitze, die den Tag alleine auf einem Lager im hohen Gras verbringen, während das Muttertier mit der Nahrungssuche beschäftigt ist. Erst gegen Abend kehrt die Mutter zu ihrem Nachwuchs zurück, um ihn zu säugen und zu säubern. Die perfekte Tarnung und der fehlende Eigengeruch der Jungtiere sowie das instinktive Drückverhalten erschweren das Auffinden im hohen Gras erheblich. Was beim Verstecken vor dem Fuchs Sinn macht, hilft jedoch nicht gegen den Mähdrescher! Neben Rehkitzen werden auch junge Hasen, Gelege von bodenbrütenden Vögeln sowie Abertausende Honigbienen Opfer der Mähmaschinen. Wie kann dies verhindert werden?

Aufspüren durch Körperwärme

Jedes warmblütige Lebewesen strahlt langwellige Wärmeenergie aus, die von einem Infrarot-Detektor festgestellt werden kann. Diesen Umstand machen sich sogenannte Infrarot-Rehkitzretter zunutze. Das Gerät wird mit Vorteil am frühen Morgen eingesetzt, wenn sich die Körperwärme der Rehkitze noch deutlich vom kalten Erdboden abhebt. Es lässt sich teleskopartig zu einer 5.5 Meter langen Aluminiumstange ausziehen, an der 10 Sensoren befestigt sind. Der Anwender/die Anwenderin hält die Stange mit den bequemen Trageriemen auf Bauch- bis Brusthöhe und schreitet das Feld ab. Entdeckt ein Sensor eine Wärmequelle, ertönt ein akustisches Warnsignal, und auf dem Display wird der entsprechende Sensor angezeigt.

Aufgefundene Rehkitze sollte man nicht von blosser Hand berühren, sondern mit Handschuhen oder Stroh in eine Kiste befördern und am Feldrand im Schatten abstellen. Die Fundstelle wird markiert und beim Mähen umfahren, so dass eine kleine Grasinsel zurückbleibt. Nach Abschluss des Mähvorgangs wird das Kitz an der Fundstelle wieder aus der Kiste entlassen und in der Grasinsel abgelegt, wo es die Mutter, die tagsüber meist in Sichtweite geblieben ist, wieder findet.

Rücksicht nehmen auf Bienen

Untersuchungen der Forschungsanstalten Agroscope Tänikon und Liebefeld haben ergeben, dass beim Mähen pro Hektare bis zu 24’000 Bienen getötet werden. In Relation zu einer Staatengrösse von rund 30’000 Tieren ist diese Zahl sehr hoch. Bienenverluste können vermieden werden, indem ausserhalb ihrer Flugzeit gemäht wird – also abends, nachts oder am frühen Morgen. Generell gilt: Zählt man mehr als eine Biene pro Quadratmeter, sollte ein Feld nicht gemäht werden. Da die Bienenverluste bei Anwendung eines Mähaufbereiters zirka siebenmal höher ausfallen als ohne, sollte auf den Einsatz solcher Maschinen tagsüber in blühenden Feldern verzichtet werden. Dasselbe gilt beim Mulchen mit Schlegelmähwerken.



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