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28.02.2011

Irlands Pferde als Opfer der Wirtschaftskrise

IRLAND – Einst waren sie der Stolz der irischen Bevölkerung, nun gehen sie herrenlos und jämmerlich zu Grunde: Geschätzte 20'000 Pferde wurden auf der britischen Insel im Zuge der Wirtschaftskrise einfach ausgesetzt und kämpfen nun ums nackte Überleben.

Auch Irlands Pferde waren einst mal stolze, gut gepflegte Tiere – davon ist heute leider nicht mehr viel übrig geblieben (Symbolbild).

Auf irischen Golfplätzen, auf Müllhalden und neben Autobahnen spielt sich ein beispielloses Tierdrama ab. Zottelige, bis auf die Knochen abgemagerte Ponys und Pferde, die von überforderten Haltern einfach ausgesetzt wurden, versuchen, in der freien Natur irgendwie zu überleben. Die Tierschutzorganisation «The Irish Society for the Prevention of Cruelty to Animals» (ISPCA) versucht ihr Bestes, ausgesetzte Pferde einzufangen und sie mit Nahrung zu versorgen. Doch viele werden erst gefunden, wenn es schon zu spät ist.

Wie die vier Pferde, die in den Büschen eines ehemaligen Golfplatzes im Süden des Landes gefunden wurden – verhungert oder erfroren. Sie sind leider nur ein trauriges Beispiel, das von dem unfassbaren Elend der Tiere zeugt. Die ISPCA sei kaum Herr der Lage, bezeugt auch Denis Lynch, Pferdekenner und Weltranglisten-Neunter bei den Springreitern. Der in Deutschland lebende Ire ist ob der Situation in seinem Heimatland entsetzt.

Mehr als 100 Pferde haben die Tierschützer mittlerweile aufgenommen. Doch damit hat die ISPCA die Grenzen der Kapazität erreicht. Dabei warten noch Tausende weiterer Pferde auf Hilfe, gemäss Schätzungen sind es an die 20'000! Kein Wunder, können die Tierschützer nicht einmal mehr jedem Hinweis auf ein verwaistes Tier nachgehen.

Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen? Ausgerechnet in einem Land, aus dem einige der besten Turnierpferde kommen? In Irland galten Pferde als Statussymbol, wer eines besass, war angesehen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung konnten sich sogar Durchschnittsverdiener ein eigenes Reitpferd leisten. Andere investierten gemeinsam in ein Tier, das sie auf die Rennbahn schickten. Züchter hatten Hochkonjunktur. Dann kam der wirtschaftliche Zusammenbruch. Plötzlich fehlte das Geld für Futter, Stall und Tierarzt. Und das einstige Statussymbol wurde zu einer Belastung, derer man sich entledigte, indem man es bei Nacht auf eine Wiese fuhr und dort einfach aussetzte. All diese herrenlosen Tiere versuchen nun auf Golfplätzen und in Wohnsiedlungen an Futter zu kommen oder rennen in Panik über die Autobahn. Und da in Irland bisher keine Pflicht bestand, Pferde mit einem Mikrochip zu markieren, kann man nun auch nicht mehr herausfinden, wem die Tiere eigentlich gehörten.

Wer sein Tier nicht einfach aussetzt, verscherbelt es teilweise für den Gegenwert eines Handy. Hauptsache weg, lautet die Devise. So kommt es, dass sogar schon Kinder und Jugendliche Pferde in den winzigen Vorgärten der Grossstadt-Siedlungen halten. Denis Lynch will nun ebenfalls aktiv werden und gesunde Tiere nach Deutschland und in die Schweiz vermitteln. In Reitställen könnten sie als Schulpferde dienen und damit in den irischen Notunterkünften Platz schaffen für neue Notfall-Pferde, die dringend Hilfe bauchen.



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