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24.06.2010

IWC: Walfangkompromiss ist geplatzt

MAROKKO – Die Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat den umstrittenen Kompromiss zum Walfang abgelehnt. „Das umstrittene Papier, das die kommerzielle Jagd auf bis zu 1.400 Wale jährlich erlaubt hätte, ist erst mal vom Tisch – eine sehr gute Nachricht“, berichtet Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der IWC-Tagung in Agadir teilnimmt.

Das ist das Ergebnis der mehrtägigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Die USA und Japan, Triebfedern des Kompromisses, haben am Mittwochmorgen die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Erfolg für den Walschutz

Zwei Jahre lang wurde in geheimen Verhandlungen der umstrittene Walfangkompromiss erarbeitet. Er hätte erstmals seit 1986 offizielle Quoten für den kommerziellen Walfang genehmigt und damit das Walfangmoratorium aufgeweicht - allerdings genau für die drei Staaten, die das Walfangverbot seit Jahren ignorieren. Japan, Island und Norwegen nutzen rechtliche Schlupflöcher, um das Walfangmoratorium zu umgehen. „Dass der kommerzielle Walfang nun doch nicht freigegeben wird, wertet Pro Wildilfe als großen Erfolg. Ein solcher Kompromiss hätte ausgerechnet die Länder belohnt, die seit vielen Jahren das Walfangverbot mit Füßen treten. Zwar sollen im nächsten Jahr die Verhandlungen weitergeführt werden, doch das Walfangverbot bleibt bestehen“, so Altherr.

Strittige Punkte

Walschutzländer hatten den Kompromiss kritisiert, weil er die Jagd auf bedrohte Walarten wie Sei- oder Finnwale vorsah und Walfang in Schutzgebieten erlaubt hätte. „Vor allem Deutschland, England und Frankreich ist es zu verdanken, dass die IWC die Jagd nicht legitimieren wird“ so Altherr weiter. Die EU stellt 25 der 88 IWC-Mitgliedsstaaten und war ein entscheidender Stimmenblock – dank der drei Länder verlangte die EU maßgebliche Nachbesserungen des ursprünglichen Kompromisspaketes. Dies wiesen aber die Walfangländer zurück. Die Verhandlungen drehten sich auch um die Forderung, dass Walfleisch nur lokal konsumiert werden darf. Vor allem für Island war dies inakzeptabel, weil sich das Land Millionengewinne aus den Exporten nach Japan verspricht. Außerdem gab es Kritik daran, dass zwar Japan in dem Kompromisspaket Zugeständnisse gemacht hätte, Norwegen und Island dagegen nicht. Viele Delegierte hielten den Kompromissvorschlag für unausgewogen.

IWC muss sich zum Walschutz bekennen

Pro Wildlife drängt nun die Walschutzländer, alle diplomatischen Mittel zu nutzen, um Island, Norwegen und Japan zu einem Ende der kommerziellen Jagd zu bewegen. „Die völlig antiquierte IWC muss endlich ein Abkommen zum Schutz der Wale werden. Denn nicht nur Harpunen bedrohen die Wale, sondern auch die Verschmutzung und Erwärmung der Meere“ sagt die Biologin Altherr. Die Diskussionen, wie es in Zukunft mit der IWC weitergeht, werden im nächsten Jahr weitergeführt.

Quelle: Tierschutznews.ch



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