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22.03.2011

Jetzt ist es klar: Knut starb an Hirnerkrankung

DEUTSCHLAND – Angesichts der Obduktion von Knuts Leiche, die eine Hirnerkrankung ergab, fordert die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN erneut ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos.

"Trotz Platzmangel und genetischer Risiken in Knuts Stammbaum wurde mit seinen Eltern gezüchtet", sagt Thomas Pietsch, Wildtier-Experte von VIER PFOTEN. "Knuts Vater stammt aus einer Inzucht - ob derartige Faktoren zum Tod von Knut beigetragen haben, bleibt jedoch unklar." Klar ist dagegen, dass der Berliner Zoo mit seinem Publikumsliebling Knut Millionen verdient hat, und dass Eisbären im Zoo leiden: Der natürliche Lebensraum der Langstreckenläufer kann in Gefangenschaft nicht nachgebildet werden; Bedürfnisse wie Partner- und Nahrungssuche, Jagd- und Fluchtverhalten werden in der reizarmen Umgebung dauerhaft unterdrückt.

"Der Zoo Berlin und andere zoologische Einrichtungen, die Eisbären präsentieren, sollten auf Nachzuchten verzichten und die Haltung der Tierart auslaufen lassen", fordert Pietsch. "Der Bau neuer Anlagen z.B. im Hamburger Tierpark Hagenbeck gehört auf Eis gelegt." Die freiwerdenden Gelder und Flächen können für die Verbesserung anderer Gehege und den Schutz bedrohter Arten in ihren natürlichen Lebensräumen verwendet werden. Andere Zoologische Gärten haben sich bereits von dieser Tierart verabschiedet.

Aus Tierschutzsicht ist es erforderlich, dass Zoos langfristig auf Tiere verzichten, deren Lebensanforderungen in Gefangenschaft nicht genügend berücksichtigt werden können. Nicht nur Eisbären sondern auch andere Grossraubtiere, Elefanten, Menschenaffen oder Delfine sind nach Ansicht von VIER PFOTEN für die Zoohaltung besonders ungeeignet. Mit einer Reduzierung von Problemarten - auch von Publikumsmagneten - zugunsten einer besseren Haltung der verbleibenden Tiere könnten Zoos zeigen, dass für sie Tierschutz vor kommerziellen Interessen steht.



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