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01.04.2011

Kaninchen-Schlachtung in Schule sorgt für Empörung

DEUTSCHLAND – Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema «Steinzeit» wurde in einer Schule in Schleswig-Holstein ein Kaninchen erschlagen, geschlachtet, gegrillt und verzehrt. Die Fünftklässler sollten daraus lernen, dass hinter dem Essen, das aus der Kühltruhe kommt, ursprünglich ein Tierleben stand. Viele Eltern reagierten mit grosser Empörung auf die Aktion.

(Symbolbild)

Das grau-weisse flauschige Kaninchen mit den grossen Augen wurde von einem Landwirt, selbst Vater einer Fünftklässlerin, in die Schule gebracht. Auf dem Schulhof wurde das Tier von den Kindern, die an der Projektwoche teilnahmen, umringt und von jedem einzelnen Schüler verabschiedet. Dann schlug dem Kaninchen im wahrsten Sinne des Wortes die letzte Stunde: es wurde erst mit einem Hammer erschlagen, dann wurde ihm die Kehle durchgeschnitten. Danach nahm der Landwirt das Tier aus, häutete es und hängte es zum Ausbluten auf. Am nächsten Tag wurde es im Rahmen des Abschlussfestes gegrillt und verzehrt.

Die Idee dazu kam vom Landwirt selber, eine ähnliche Aktion mit Hühnern hatte er bereits vor drei Jahren in einer Grundschule durchgeführt, damals ohne negative Reaktionen. Die für die Projektwoche zuständigen Lehrer entschieden sich nach interner Abstimmung für die Schlachtung, versäumten es allerdings, sowohl den Schulleiter wie auch die Eltern darüber zu informieren. Der Landwirt, nebenbei auch Sozialpädagoge, bereitete die Kinder drei Tage lang auf die geplante Schlachtung vor. Das sei ihm ganz wichtig gewesen, sagt er, und schliesslich sei es bei der Aktion nicht darum gegangen, den Kindern das Töten zu zeigen sondern den Gesamtzusammenhang. Früher hätten die Kinder noch gewusst, woher das Fleisch auf dem Tisch komme, er habe bei ihnen damit die Wertschätzung für das Fleisch steigern wollen.

Einen Tag vor der Schlachtung sammelten dennoch einige der Schüler rund 30 Unterschriften zur Rettung des Kaninchens. Die Lehrer wiesen diese Form der Petition allerdings zurück, mit der Begründung, dass gegen eine Mathe-Arbeit ja auch keine Unterschriften gesammelt werden könnten. Der Landwirt gab an, er hätte von der Unterschriften-Sammlung nichts gewusst. Von den rund 100 Schülern, die an der Projektwoche teilnahmen, versammelten sich letztlich rund 50 Fünftklässler freiwillig auf dem Schulhof, um der Schlachtung beizuwohnen. Als der Landwirt zuschlug, wurde es einem Schüler schwarz vor Augen, andere weinten.

Kurz darauf meldeten sich entrüstete Eltern bei der Presse. Eine Mutter gab an, ihr Sohn sei käsebleich nach Hause gekommen, schlafe seitdem schlecht und habe lange Zeit nichts gegessen. Der Fall gelangte daraufhin auch an das schleswig-holsteinische Bildungsministerium, das den Vorgang an sich für pädagogisch problematisch hält. Das dürfe sich nicht wiederholen, meinte der Ministeriumssprecher. Der Schulleiter kündigte dienstliche Gespräche mit den verantwortlichen Lehrern an und man werde sich auch beim Elternabend dafür entschuldigen, dass die Eltern nicht schriftlich informiert worden seien. Er hält aber fest, dass es auch positive Rückmeldungen gegeben habe.

Der Landwirt selbst betont, er habe mit seiner Aktion etwas gegen die Wegschaumentalität getan. Er fände es wichtig, dass Kindern wie auch Eltern bewusst sei, dass für eine Wurst ein Tier getötet werden müsse. Damit hätten aber auch viele Eltern Mühe, wie das Mail einer Mutter beweist, die sich darüber beschwerte, dass sie nun noch mehr Probleme damit hätte, ihrem Kind zu erklären, woher das Fleisch komme.



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