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27.06.2010

Kaninchenfleisch kommt aus tierquälerischer Haltung

DEUTSCHLAND – Etikettenschwindel in deutschen Supermärkten: Kaninchenfleisch kam trotz Gütesiegel aus Mastbetrieben in Tschechien und Italien.

In deutschen Supermärkten findet sich nach Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) trotz entsprechender Gütesiegel Kaninchenfleisch aus tierquälerischer Haltung. Dieses Fleisch stamme aus Mast- und Zuchtanlagen in Tschechien und Italien, wo Tiere in drangvoller Enge in kleinen Drahtkäfigen gehalten werden, berichtete der Südwestrundfunk (SWR) in Mainz.

Viele Kaninchen seien missgebildet oder verstümmelt. Auch viele tote Tiere wurden entdeckt, heisst es in dem Bericht, in dem aktuelle Bilder aus einem solchen Betrieb gezeigt wurden. Laut SWR hatte das deutsche Zertifizierungsunternehmen Gütegemeinschaft Ernährung (GGE) den tschechischen Betrieb angeblich geprüft und zertifiziert. Veterinäre wie Dr. Karl Fikuart von der Bundestierärztekammer halten diese Form der Kaninchenhaltung dem SWR zufolge für Tierquälerei, das GGE-Zertifikat für Etikettenschwindel. Insofern seien die Supermärkte hier zum Opfer geworden. Der Betrieb, aus dem die Bilder stammen, hat den Recherchen für das Boulevardmagazin „Brisant“ zufolge auch grosse deutsche Supermarktketten beliefert. Aufgrund der Erkenntnisse des SWR habe die Kette Real bereits die Produkte aus dem Supermarkt-Sortiment genommen und den Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt, hiess es. Edeka wolle den Vorgang ebenfalls prüfen.

Quelle: Tierschutznews.ch